Voraussetzungen
- Die wichtigsten Teile eines Kielboots kennen und wissen, wo die Ausrüstung üblicherweise verstaut ist.
- Wissen, wie man die Länge eines Boots misst (Länge über alles, von Bug bis Heck, ohne Bugspriet, Außenborderhalterung oder am Spiegel angehängtes Ruder).
- Juristische Vorkenntnisse sind nicht nötig. Diese Lektion behandelt die bundesweiten Mindestanforderungen. Dein Bundesstaat kann weitere hinzufügen.
Lernziele
Diese Lektion behandelt den Teil zur Sicherheitsausrüstung im Standard ASA 101 Basic Keelboat. Am Ende kannst du:
- Die Längenklassen der USCG nennen und erklären, warum die Klasse deines Boots wichtig ist.
- Sagen, wie viele Rettungswesten und Wurfrettungsmittel ein Boot an Bord haben muss und wer eine Weste tragen muss.
- Die richtigen optischen Notsignale für Tag und Nacht auswählen und prüfen, ob sie noch haltbar sind.
- Sagen, welches Schallsignalgerät dein Boot braucht.
- Ermitteln, wie viele Feuerlöscher ein Boot braucht, und prüfen, ob ein Löscher einsatzbereit ist.
- Erklären, warum Räume mit Benzinmotoren eine Belüftung und eine Flammenrückschlagsicherung brauchen.
- Vor dem Ablegen einen Ausrüstungscheck auf einem Schul- oder Charterboot durchführen.
Warum es die Regeln gibt
Die US Coast Guard legt für jedes Freizeitboot in US-Gewässern ein bundesweites Minimum fest. Die Regeln stehen in Title 33 des Code of Federal Regulations, hauptsächlich in Part 175. Sie sind ein Minimum, keine Empfehlung für eine vollständige Sicherheitsausrüstung. Ein Beamter der Coast Guard oder des Bundesstaats kann an Bord kommen und prüfen, ob die vorgeschriebenen Teile an Bord, erreichbar und in gutem Zustand sind. Fehlende Ausrüstung kann deinen Tag auf dem Wasser beenden und ein Bußgeld nach sich ziehen.
ASA-Schulen gehen weiter. In ASA-Segelkursen trägt jeder ständig eine Rettungsweste, und die ASA ermutigt Segler, mehr als das gesetzliche Minimum an Bord zu haben.
Längenklassen
Die meisten Regeln hängen von der Länge des Boots ab. Die Coast Guard verwendet diese Klassen:
| Klasse | Länge |
|---|---|
| Small | Unter 16 ft |
| 1 | 16 ft bis unter 26 ft |
| 2 | 26 ft bis unter 40 ft |
| 3 | 40 ft bis unter 65 ft |
| Large | 65 ft und mehr |
Ein typisches ASA-101-Schulkielboot von 20–27 ft fällt in die Klasse 16–26 ft oder 26–40 ft. Prüfe das, bevor du die folgende Liste durchgehst.
Rettungswesten (PFDs)
Nach 33 CFR 175.15 gilt:
- Für jede Person an Bord muss eine tragbare, von der Coast Guard zugelassene Rettungsweste (PFD) vorhanden sein. Sie muss die richtige Größe für diese Person haben und gemäß ihrem Zulassungsetikett verwendet werden.
- Boote ab 16 ft müssen zusätzlich ein Wurfrettungsmittel an Bord haben (einen Rettungsring oder ein Schwimmkissen, früher Type IV genannt). Es muss sofort griffbereit sein und darf nicht tief in einer Backskiste liegen.
- Ein Kind unter 13 Jahren muss in Fahrt eine Rettungsweste tragen, außer es ist unter Deck oder in einer geschlossenen Kajüte. Manche Bundesstaaten legen ein anderes Alter fest; in den Gewässern des Bundesstaats gilt dann die strengere Regel.
- Auf Booten unter 16 ft kann ein Wurfrettungsmittel keine tragbare Rettungsweste ersetzen.
Ältere Rettungswesten sind nach Typ gekennzeichnet: Type I (Offshore), Type II (küstennah), Type III (Schwimmhilfe, die übliche Segelweste), Type V (Sonderverwendung, darunter viele automatische Westen) und Type IV (Wurfrettungsmittel). Neuere Etiketten verwenden stattdessen Leistungsstufen und Symbole. Beide sind zulässig, solange das Gerät von der Coast Guard zugelassen und in gutem Zustand ist.
Automatische (aufblasbare) Rettungswesten zählen nur, wenn sie getragen werden, sofern das Etikett das verlangt, und nur, wenn die Gaspatrone voll ist und die Anzeige grün zeigt. Prüfe sie vor jedem Segeltörn.
Optische Notsignale
Nach 33 CFR 175.110 müssen Boote auf Küstengewässern, den Great Lakes, Hoheitsgewässern und damit verbundenen Gewässern, die breiter als zwei Meilen sind, optische Notsignale (VDS) an Bord haben.
- Boote ab 16 ft brauchen Signale, die für Tag und Nacht zugelassen sind.
- Boote unter 16 ft brauchen nur Nachtsignale, und das nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.
- Offene Segelboote unter 26 ft ohne Motor sowie muskelbetriebene Boote brauchen nur Nachtsignale.
Eine gängige Lösung sind drei rote Handfackeln, die für Tag und Nacht zugelassen sind. Andere Möglichkeiten sind orangefarbener Rauch (nur Tag), rote Signalsterne oder Fallschirmraketen (Tag und Nacht), eine orangefarbene Notflagge (nur Tag) und ein elektrisches Notlicht (nur Nacht).
Pyrotechnische Signale haben ein Verfallsdatum und zählen nur, solange sie noch haltbar sind. Bewahre sie trocken an einem bekannten Ort auf, wo du sie schnell erreichst. Abgelaufene Fackeln werden nicht auf die Vorschrift angerechnet, auch wenn sie vielleicht noch funktionieren.
Schallsignalgeräte
Du brauchst eine Möglichkeit, die Schallsignale der Navigation Rules zu geben: bei Nebel, beim Manövrieren und um andere Boote zu warnen.
- Unter 12 m (39,4 ft): jedes wirksame Schallsignalgerät, etwa ein Drucklufthorn oder eine laute Pfeife.
- Ab 12 m (39,4 ft): eine Pfeife oder ein Horn, das einen 4 Sekunden langen Ton erzeugen kann, der eine halbe Meile weit hörbar ist.
Hab Ersatz dabei. Druckluftdosen für Hörner werden leer, oft genau dann, wenn du sie brauchst.
Feuerlöscher
Feuer an Bord ist gefährlich, weil du ihm nicht davonlaufen kannst. Die Regeln stehen in 33 CFR 175.310 und 175.320.
Wann einer vorgeschrieben ist. Ein Boot braucht Feuerlöscher, wenn es eines der folgenden Merkmale hat: geschlossene Räume, in denen tragbare Kraftstofftanks gelagert werden können, Doppelböden, die nicht versiegelt oder mit Auftriebsmaterial gefüllt sind, geschlossene Wohnräume, geschlossene Schränke mit brennbaren Stoffen oder fest eingebaute Kraftstofftanks. Ein Fahrtenkielboot mit Kajüte und Einbaumotor fällt immer darunter. Ein Außenborderboot unter 26 ft, das so gebaut ist, dass sich keine Dämpfe sammeln können, nicht.
Wie viele (Boote ab Modelljahr 2018):
| Länge | Keine feste Löschanlage im Motorraum | Mit fester Löschanlage |
|---|---|---|
| Unter 26 ft | 1 × 5-B | 0 |
| 26 ft bis unter 40 ft | 2 × 5-B | 1 × 5-B |
| 40 ft bis 65 ft | 3 × 5-B | 2 × 5-B |
Ein 20-B-Löscher kann zwei 5-B-Geräte ersetzen. Ältere Boote (Modelljahr 2017 und früher) dürfen weiterhin Löscher der Klassen B-I und B-II mitführen, die beim Einbau zulässig waren, solange sie in gutem Zustand sind.
Einsatzbereit bedeutet:
- Der Löscher ist an Bord, leicht erreichbar und von einem zugelassenen Typ.
- Der Sicherungsstift sitzt und die Plombe ist unversehrt.
- Er wurde nicht benutzt, entladen oder beschädigt und hat keine nennenswerte Korrosion.
- Das Manometer, falls vorhanden, steht im grünen Bereich.
Die 12-Jahres-Regel. Seit April 2022 gilt ein Einweglöscher (nicht nachfüllbar) 12 Jahre nach dem Herstellungsdatum, das auf der Flasche eingeprägt ist, als abgelaufen und muss ersetzt werden.
Belüftung und Flammenrückschlagsicherung
Benzindampf ist schwerer als Luft und sammelt sich in der Bilge. Ein einziger Funke kann eine Explosion auslösen. Diesel ist viel weniger flüchtig; das ist ein Grund, warum die meisten Fahrtensegelboote Dieselmotoren haben.
- Boote mit Benzinmotoren in geschlossenen Räumen brauchen mindestens zwei Lüftungskanäle, um die Dämpfe abzuführen.
- Boote, die nach August 1980 gebaut wurden und einen Benzinmotor mit Anlasser haben, müssen ein elektrisches Absauggebläse haben, das vom Steuerstand aus bedient wird. Lass es vor dem Starten des Motors mindestens vier Minuten laufen und prüfe die Bilge mit der Nase.
- Jeder nach April 1940 eingebaute Benzin-Einbaumotor (keine Außenborder) braucht eine zugelassene Flammenrückschlagsicherung am Vergaser mit der Kennzeichnung SAE J-1928 oder UL 1111.
Navigationslichter
Jedes Boot in Fahrt muss zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang oder bei verminderter Sicht die Lichter nach den Navigation Rules führen. Ein Segelboot unter Segeln führt rote und grüne Seitenlichter und ein weißes Hecklicht. Ein Segelboot unter 7 m darf stattdessen eine weiße Taschenlampe oder Laterne bereithalten, die rechtzeitig gezeigt wird, um eine Kollision zu verhindern. Läuft der Motor, ist ein Segelboot ein Maschinenfahrzeug und muss zusätzlich ein weißes Topplicht (Dampferlicht) führen. Die Lichter werden in den Lektionen zu den Ausweichregeln ausführlich behandelt.
Der Vessel Safety Check
Die Coast Guard Auxiliary und die US Power Squadrons bieten einen kostenlosen jährlichen Vessel Safety Check an. Ein Prüfer geht mit dir die vorgeschriebene Ausrüstung durch. Wenn etwas fehlt, gibt es kein Bußgeld. Du bekommst eine Liste mit dem, was zu beheben ist. Ein Boot, das besteht, erhält einen Aufkleber. Das ist eine gute Gewohnheit vor jeder Saison und fördert oft abgelaufene Fackeln und Feuerlöscher zutage.
Über das Minimum hinaus
Auf der gesetzlichen Liste fehlen einige wichtige Dinge. Ein gut ausgerüstetes Küstenkielboot hat außerdem dabei:
- Ein UKW-Funkgerät, fest eingebaut oder als Handfunkgerät.
- Einen Anker mit genug Kette und Ankerleine für die örtlichen Wassertiefen.
- Einen Erste-Hilfe-Kasten, einen Eimer und eine Handlenzpumpe.
- Ein Messer in Reichweite des Cockpits, eine Taschenlampe und Ersatzbatterien.
- Strecktaue und Lifelines (Sicherheitsleinen) für Nachtfahrten oder schweres Wetter.
Praxisbeispiel: Check vor dem Ablegen auf einem 27-ft-Kielboot
Du segelst mit drei Freunden auf einer 27-ft-Slup mit kleinem Diesel und Kajüte hinaus.
- Rettungswesten: vier tragbare Rettungswesten in passender Größe plus ein Wurfrettungsmittel, weil das Boot über 16 ft lang ist. Prüfe, ob die Anzeigen der automatischen Westen grün sind.
- Notsignale: Das Boot ist über 16 ft lang und braucht daher Tag- und Nachtsignale. Drei rote Handfackeln, Datum geprüft: haltbar bis nächstes Jahr. Gut.
- Schallsignalgerät: Das Boot ist unter 39,4 ft lang, also reicht das Drucklufthorn. Teste es und prüfe die Ersatzdose.
- Feuerlöscher: Das Boot ist 26–40 ft lang und hat keine feste Löschanlage, braucht also zwei 5-B-Geräte. Du findest einen in der Kajüte und einen in der Backskiste. Einer hat ein Herstellungsdatum vor 13 Jahren. Er ist ein Einweglöscher und zählt daher nicht mehr. Ersetze ihn vor dem Ablegen.
- Belüftung: Dieselmotor, also sind weder Gebläse noch Flammenrückschlagsicherung vorgeschrieben. Prüfe die Bilge trotzdem.
- Lichter: Schalte sie am Steg ein und prüfe, ob alle funktionieren.
Häufige Fehler
- Genug Rettungswesten an Bord haben, aber in den falschen Größen, besonders für Kinder.
- Das Schwimmkissen in einer Backskiste statt im Cockpit aufbewahren.
- Abgelaufene Fackeln an Bord lassen und nicht bemerken, dass keine gültigen mehr da sind.
- Vergessen, dass Einweglöscher 12 Jahre nach der Herstellung ablaufen.
- Einen Benzinmotor starten, ohne vorher das Gebläse laufen zu lassen.
- Annehmen, dass das Charter- oder Vereinsboot den Vorschriften entspricht, ohne es selbst zu prüfen. Der Skipper ist verantwortlich.
Zusammenfassung
- Die Bundesvorschriften (33 CFR Part 175) hängen von der Längenklasse des Boots ab.
- Hab eine tragbare Rettungsweste pro Person an Bord, plus ein Wurfrettungsmittel auf Booten ab 16 ft. Kinder unter 13 tragen ihre Weste in Fahrt.
- Boote ab 16 ft brauchen haltbare optische Notsignale für Tag und Nacht.
- Unter 39,4 ft reicht jedes wirksame Horn oder jede wirksame Pfeife.
- Feuerlöscher: einer (5-B) unter 26 ft, zwei von 26 bis 40 ft, drei von 40 bis 65 ft. Ein 20-B ersetzt zwei 5-B. Einweglöscher laufen nach 12 Jahren ab.
- Räume mit Benzinmotoren brauchen Belüftung, ein Gebläse und eine Flammenrückschlagsicherung.
- Lass jede Saison einen kostenlosen Vessel Safety Check machen.
Teste dein Wissen
- Ein 22-ft-Segelboot hat fünf Personen an Bord. Wie viele Rettungswesten muss es mitführen? Fünf tragbare Rettungswesten, eine pro Person, plus ein Wurfrettungsmittel, weil das Boot über 16 ft lang ist.
- Erfüllen drei haltbare rote Handfackeln die Vorschrift für optische Notsignale auf einem 30-ft-Boot? Ja. Rote Handfackeln sind für Tag und Nacht zugelassen.
- Wie viele 5-B-Löscher braucht ein 34-ft-Fahrtenboot ohne feste Löschanlage? Zwei, oder stattdessen einen 20-B.
- Auf der Flasche eines Einweglöschers steht ein Datum von vor 14 Jahren, aber das Manometer zeigt grün. Zählt er? Nein. Einweglöscher gelten 12 Jahre nach der Herstellung als abgelaufen.
- Was musst du tun, bevor du einen Benzin-Einbaumotor startest? Das Absauggebläse mindestens vier Minuten laufen lassen und die Bilge auf Dämpfe prüfen.
Quellen
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.15
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.110
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.130
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.310
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.320
- https://www.law.cornell.edu/cfr/text/33/175.380
- https://www.boatus.org/equipment/
- https://floatplancentral.cgaux.org/resources/safety.htm
- https://www.wsmag.net/featured/2019-05-08/safety-essentials-every-boater-should-have-on-hand/