Gezeiten

Trockenfallhöhe in der Seekarte: Unterstrichene Zahlen & Tiefenrechnung

Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Eine Trockenhöhe ist die Höhe des Meeresbodens über Seekartennull an Stellen, die bei Niedrigwasser trockenfallen, etwa Sandbänke, Watt und Felsen. Auf ADMIRALTY-Karten wird sie als unterstrichene Ziffer dargestellt, meist im grünen oder beigen Trockenfallbereich. Um die Wassertiefe über einer trockenfallenden Stelle zu finden, ziehst du die Trockenhöhe vom Tidenstand ab. Bei einem Tidenstand von 3,0 m und einer Trockenhöhe von 1,2 m stehen 1,8 m Wasser.

Fischerboot liegt bei Niedrigwasser auf dem Meeresboden neben einem Kai
Bei Niedrigwasser fällt der Meeresboden hier trocken, deshalb trägt er eine Trockenhöhe. Foto: Madereugeneandrew, CC BY-SA 4.0.

So erscheinen Trockenhöhen auf einer Karte

Kartierte Tiefen werden von Seekartennull nach unten gemessen, doch manche Flächen liegen höher als Seekartennull und fallen bei Niedrigwasser trocken. Diese Bereiche sind auf ADMIRALTY-Papierkarten grün eingefärbt (die Gezeitenzone zwischen der Niedrigwasserlinie und der Küste), und die Höhen sind mit einem Strich darunter geschrieben. Eine unterstrichene 2₃ bedeutet, dass der Grund 2,3 m über Seekartennull liegt.

Sandbank mit 1,2 m Trockenhöhe bei 3,0 m Tidenstand, es bleiben 1,8 m Wasser
Das Wasser über einer trockenfallenden Bank ist der Tidenstand minus die Trockenhöhe.
Schaubild der Tidenniveaus, die Trockenhöhe wird von Seekartennull nach oben gemessen
Trockenhöhen werden von Seekartennull nach oben gemessen, kartierte Tiefen nach unten.
Kartenziffern lesen
Karte zeigtBedeutungTiefe bei 3,0 m Tidenstand
4₂4,2 m unter Seekartennull7,2 m
0₅0,5 m unter Seekartennull3,5 m
1̲₂ (unterstrichen)1,2 m über Seekartennull1,8 m
3̲₄ (unterstrichen)3,4 m über SeekartennullTrocken

Die Tiefe über einer trockenfallenden Stelle berechnen

  1. Notiere die Trockenhöhe (unterstrichene Ziffer).
  2. Finde den Tidenstand zu dem Zeitpunkt, an dem du queren wirst, aus der Gezeitentafel und der Gezeitenkurve oder der Zwölftel-Regel.
  3. Tiefe = Tidenstand − Trockenhöhe.
  4. Vergleiche mit deinem Tiefgang plus Sicherheitsabstand.

Bei der Planung hilft es, die Rechnung umzustellen: Der minimale Tidenstand, den du brauchst, ist Trockenhöhe + Tiefgang + Sicherheitsabstand. Bei 1,2 m Trockenhöhe, 1,5 m Tiefgang und 0,5 m Sicherheitsabstand brauchst du mindestens 3,2 m Tidenstand, und das Zeitfenster kannst du dann aus der Gezeitenkurve ablesen.

Warum es wichtig ist

Viele britische Häfen, Priele und Ankerplätze fallen trocken, und Abkürzungen in Flussmündungen führen oft über trockenfallende Bänke. Trockenhöhen zeigen dir, wann du hineinkommen kannst, wann du hinaus musst und ob ein Boot an einem Ankerplatz auf Grund liegen wird. Kielschwerter und Hubkielboote können absichtlich trockenfallen, aber nur auf einem bekannten, ebenen Grund.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet eine unterstrichene Zahl auf einer Karte?

Es ist eine Trockenhöhe: Der Meeresboden liegt so viele Meter über Seekartennull und fällt trocken, wenn die Tide unter dieses Niveau sinkt.

Welche Farbe haben trockenfallende Bereiche auf einer Karte?

Auf ADMIRALTY-Papierkarten ist der trockenfallende Gezeitenbereich grün. Land ist beige und flaches Wasser blau schraffiert.

Wie berechnest du die Tiefe über einer Trockenhöhe?

Ziehe die Trockenhöhe vom Tidenstand ab. Ist das Ergebnis kleiner als dein Tiefgang plus Puffer, kannst du noch nicht queren.

Wird die Trockenfallhöhe ab Kartennull gemessen?

Ja. Trockenfallhöhen werden von Kartennull aus nach oben gemessen, normale Tiefenangaben dagegen nach unten.

Kannst du über einem trockenfallenden Gebiet ankern oder segeln?

Nur wenn die Gezeitenhöhe über der Trockenfallhöhe genug Wasser für deinen Tiefgang plus Sicherheitsreserve ergibt. Boote, die trockenfallen können, dürfen dort absichtlich trockenfallen – prüfe aber, ob der Grund geeignet ist.

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