Ankern
So berechnest du die Wassertiefe vor Anker: Niedrigwasser und Kettenlänge
Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026
Um die Wassertiefe vor Anker zu ermitteln, lies die Tiefe am Echolot ab (auf Tiefe unter der Wasserlinie korrigiert), ermittle die Tidenhöhe jetzt und beim nächsten Niedrigwasser und ziehe den Fall ab. Tiefe bei Niedrigwasser = Tiefe jetzt − (Höhe jetzt − Höhe bei NW). Sie muss größer sein als dein Tiefgang plus eine Sicherheitsreserve. Stecke dann genug Kette für die Tiefe bei Hochwasser, in der Regel mindestens das Vierfache der Tiefe bei reiner Kette.

Schritt 1: Wissen, was das Echolot anzeigt
Echolote können so eingestellt sein, dass sie die Tiefe unter dem Geber, unter dem Kiel oder unter der Wasserlinie anzeigen. Finde heraus, welche Anzeige deins hat, und rechne für Tidenberechnungen auf die Tiefe unter der Wasserlinie um. Zeigt es die Tiefe unter dem Geber an, addiere die Gebertiefe.
Schritt 2: Wassertiefe bei Niedrigwasser berechnen
- Notiere die Tiefe jetzt (unter der Wasserlinie) und die Uhrzeit.
- Ermittle die Tidenhöhe jetzt aus Tafel und Kurve.
- Ermittle die Höhe des nächsten Niedrigwassers.
- Noch ausstehender Fall = Höhe jetzt − Höhe bei NW.
- Tiefe bei NW = Tiefe jetzt − noch ausstehender Fall.
- Prüfe, dass die Tiefe bei NW ≥ Tiefgang + Abstand ist (plane mehr ein, wenn Dünung zu erwarten ist).
| Größe | Wert |
|---|---|
| Echolot (unter der Wasserlinie) | 6.0 m |
| Tidenhöhe jetzt | 4.2 m |
| Höhe des nächsten NW | 0.9 m |
| Noch ausstehender Fall (4.2 − 0.9) | 3.3 m |
| Tiefe bei NW (6.0 − 3.3) | 2.7 m |
| Tiefgang + 0,5 m Abstand | 2.1 m |
| Ergebnis | 0,6 m Reserve: OK |
Prüfe auch das Niedrigwasser des nächsten Tages, wenn du bleibst, und denk daran, dass ein niedriges Springtideniedrigwasser deutlich tiefer sein kann als das Nipptideniedrigwasser von heute Abend. Über Nacht kann die Tide auch von Nipp- in Springtide übergehen.
Schritt 3: Wassertiefe bei Hochwasser und Kettenlänge berechnen
Ebenso gilt: Tiefe bei HW = Tiefe jetzt + (Höhe bei HW − Höhe jetzt). Die Kettenlänge richtet sich nach der tiefsten Stelle, die du erwartest. Eine übliche Regel lautet mindestens 4:1 bei reiner Kette und 6:1 oder mehr bei Kette-Leine-Kombination, gemessen vom Bugroller bis zum Grund. Bei starkem Wind oder schlechtem Ankergrund mehr stecken.
- Plane Schwojraum ein: Das Boot schwojt um den Anker im Radius aus Kettenlänge plus Bootslänge.
- Prüfe die eingetragenen Tiefen rund um den Schwojkreis, nicht nur unter dem Boot.
- Stelle einen Ankeralarm ein und notiere Peilungen an Land.
Mehr Details findest du unter So ankerst du mit einer Yacht und in der Lektion zum Ankern.