Wetterkarten

Was sind Isobaren? Druckkarten zum Segeln lesen

Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Isobaren sind Linien auf einer Wetterkarte, die Orte mit gleichem Luftdruck verbinden, meist im Abstand von 4 Millibar gezeichnet. Ihr Abstand zeigt die Windstärke: Eng liegende Isobaren bedeuten starken Wind, weiter Abstand leichten Wind. Auf der Nordhalbkugel weht der Wind etwa parallel zu den Isobaren, gegen den Uhrzeigersinn um Tiefs und im Uhrzeigersinn um Hochs, auf See etwa 15 Grad zum Tief hin eingedreht.

Eine einfache Wetterkarte mit Isobaren um ein Hoch und ein Tief
Isobaren verbinden Orte gleichen Drucks. Foto: Pearson Scott Foresman, Gemeinfrei.

Was die Linien zeigen

Eine Bodendruckkarte, auch Synoptische Karte genannt, zeigt den Druck auf Meereshöhe. Isobaren verbinden Punkte gleichen Drucks, so wie Höhenlinien auf einer Landkarte Punkte gleicher Höhe verbinden. Sie werden meist in Abständen von 4 mb gezeichnet, etwa 1000, 1004 und 1008 mb.

Isobaren um ein Tief mit Windpfeilen, die gegen den Uhrzeigersinn und eingedreht verlaufen
Eng liegende Isobaren bedeuten starken Wind; auf der Nordhalbkugel kreist der Wind gegen den Uhrzeigersinn um ein Tief.
  • Tief (L): geschlossene Isobaren mit zur Mitte hin fallendem Druck. Unbeständiges, windiges Wetter und Fronten.
  • Hoch (H): geschlossene Isobaren mit zur Mitte hin steigendem Druck. Stabiles, oft leichteres Wetter mit schwächerem Wind.
  • Trog: eine V-förmige Ausbuchtung eines Tiefs, oft mit Schauern oder einer Front.
  • Keil: eine Ausbuchtung eines Hochs, meist eine schöne Wetterperiode zwischen Tiefs.
  • Col: ein flaches Gebiet zwischen zwei Hochs und zwei Tiefs. Leichte, wechselnde Winde und manchmal Nebel.

Isobarenabstand und Windstärke

Je enger die Isobaren liegen, desto steiler ist der Druckgradient und desto stärker ist der Wind. Das ist das Nützlichste, was ein Segler aus einer Karte ablesen kann. Meteorologen verwenden eine auf der Karte abgedruckte geostrophische Windskala, um den Abstand in Windgeschwindigkeit umzurechnen, angepasst an die Breite.

Grobe Übersicht zum Isobarenabstand (4-mb-Schritte, britische Breiten).
Abstand zwischen den IsobarenUngefährer Wind
Über 300 MeilenLeicht, Stärke 1 bis 3
Etwa 150 bis 300 MeilenMäßig, Stärke 4 bis 5
Etwa 100 MeilenStark, Stärke 6 bis 7
Unter etwa 60 MeilenSturmstärke oder mehr

Betrachte diese Werte nur als grobe Orientierung. Auch die Krümmung spielt eine Rolle: Der Wind um ein enges Tief ist etwas schwächer als der Abstand vermuten lässt, um ein Hoch etwas stärker.

Windrichtung aus den Isobaren

Oberhalb der Reibungsschicht weht der Wind parallel zu den Isobaren. An der Meeresoberfläche bremst die Reibung ihn und dreht ihn zum Tiefdruck hin, auf See etwa 15 Grad und über Land mehr. Auf der Nordhalbkugel kreist der Wind gegen den Uhrzeigersinn um ein Tief und im Uhrzeigersinn um ein Hoch.

Windfedern, die Richtung und Geschwindigkeit zeigen, wie auf Wetterkarten verwendet
Viele Vorhersagekarten zeigen den Wind auch mit Windfedern; jede volle Feder steht für 10 Knoten.

Karten zur Planung nutzen

Betrachte eine Folge von Vorhersagekarten, nicht nur eine einzelne. Beobachte, wie sich die Tiefs bewegen und vertiefen, wo die Isobaren enger werden und wann Fronten dich erreichen. Wenn die Isobaren über deiner Route im Laufe des Tages enger werden, nimmt der Wind zu. Vergleiche mit der Schifffahrtsvorhersage und mit deinen eigenen Barometerwerten. Die Lektion zur Wettervorhersage und die Lektion zur fortgeschrittenen Meteorologie gehen weiter.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten eng liegende Isobaren?

Ein steiler Druckgradient und starker Wind. Sehr eng liegende Isobaren bedeuten meist Sturmstärke.

Wie oft werden Isobaren gezeichnet?

Auf britischen Karten meist im Abstand von 4 Millibar (Hektopascal), auf detaillierten Karten manchmal alle 2 mb.

In welche Richtung weht der Wind um ein Tief?

Auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn, leicht zur Mitte hin eingedreht.

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