Tidenströme
Was ist Stauwasser? Wann es auftritt und warum es wichtig ist
Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026
Stauwasser ist die kurze Zeit, in der der Tidenstrom sehr schwach ist oder stillsteht, während er zwischen Flut und Ebbe die Richtung wechselt. Es tritt nicht immer bei Hoch- oder Niedrigwasser auf: An vielen Orten kentert der Strom eine Stunde oder mehr früher oder später. Stauwasser kann in einem schnell fließenden Fahrwasser nur wenige Minuten dauern, in offenen Gewässern länger. Segler nutzen es, um Landzungen zu passieren, schwierige Häfen anzulaufen, zu tauchen, zu ankern oder stark befahrene Fahrwasser zu queren.

Stauwasser im Vergleich zum Stand der Tide
Stauwasser betrifft die horizontale Bewegung des Wassers (den Strom). Der 'Stand' betrifft die vertikale Bewegung: die Zeit um Hoch- oder Niedrigwasser, in der sich die Höhe kaum ändert. Beide fallen oft nicht zusammen. Im Ärmelkanal zum Beispiel kann der Strom bei örtlichem Hochwasser noch stark laufen und erst mehrere Stunden später kentern.
| Begriff | Beschreibt | Gemessen mit |
|---|---|---|
| Stauwasser | Strom nahezu null beim Kentern | Gezeitenrauten, Stromatlas |
| Stand | Höhe nahezu konstant um HW oder NW | Gezeitentafeln, Tidenkurven |
| Flut | Strom läuft bei steigender Tide herein | Rauten, Atlas, Revierführer |
| Ebbe | Strom läuft bei fallender Tide hinaus | Rauten, Atlas, Revierführer |
So findest du Stauwasser
- Schau in die Tabelle der nächsten Gezeitenraute: Stauwasser liegt dort, wo die Rate fast auf null fällt und die Richtung umschwenkt.
- Prüfe die Seiten des Tidenstromatlas auf kleine Pfeile oder die Beschriftung 'slack'.
- Lies den Revierführer oder Almanach: Bei bekannten Engstellen geben sie Stauzeiten bezogen auf HW an einem Standardhafen an.
- Beobachte das Wasser: Hummerkörbe, Bojen, Boote an Muringen und Seetang zeigen, was der Strom tut.
Stauwasser nutzen
- Landzungen und Strömungsrinnen passieren: fahre nahe Stauwasser oder mit achterlichem Strom bei leichtem Wind durch, nie mit Wind gegen Tide.
- Einlaufen in Häfen mit schnellen Strömen: deutlich bessere Steuerbarkeit und ein sanfteres Anlegen.
- Ankern und Aufnehmen von Muringen: das Boot liegt im Wind, also entsprechend anfahren, und erwarten, dass es schwojt, wenn der Strom einsetzt.
- Queren von Schifffahrtswegen: weniger Querversetzung ist zu berücksichtigen.
Plane die Zeiten in der Lektion zur Törnplanung.