Kartenarbeit

So trägst du eine Peilung in die Karte ein – Schritt für Schritt

Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Um eine Peilung in die Karte einzutragen, nimmst du die Kompasspeilung eines eingetragenen Objekts, korrigierst sie um Deviation und Missweisung zu einer rechtweisenden Peilung, stellst dann deinen Plotter auf diese Peilung ein und legst seine Kante auf das Objekt. Zeichne die Linie vom Objekt aus seewärts, ungefähr dort, wo du vermutest zu sein. Du befindest dich irgendwo auf dieser Linie. Zwei oder drei solcher sich kreuzender Linien ergeben eine Positionsbestimmung.

Eine Seekarte mit Bleistift, Zirkel, Peilkompass und Notizbuch
Die einfache Ausrüstung zum Eintragen von Peilungen: Karte, Bleistift, Plotter und Kompass. Foto: J. S. Bond, CC BY-SA 3.0.

Was du brauchst

  • Eine Karte des Gebiets und einen weichen Bleistift (2B) mit Radiergummi.
  • Einen Breton-Plotter oder ein Parallellineal.
  • Einen Peilkompass oder den Steuerkompass, wenn das Objekt voraus liegt.
  • Die Missweisung aus der Kompassrose der Karte und deine Deviationstabelle, wenn du den Steuerkompass verwendest.

Schritt für Schritt

  1. Wähle ein gutes Objekt: eingetragen, unverwechselbar und ziemlich nah, etwa ein Leuchtturm, ein Kirchturm oder eine Landzunge.
  2. Nimm die Peilung und notiere Uhrzeit und Logstand.
  3. Umrechnen in rechtweisend. Ein Peilkompass, der abseits von Stahl benutzt wird, hat vernachlässigbare Deviation, also wendest du nur die Missweisung an: Beim Übergang von magnetisch zu rechtweisend subtrahierst du westliche Missweisung und addierst östliche. Merke dir 'Westliche Missweisung abziehen, östliche addieren'.
  4. Stelle den Plotter auf die rechtweisende Peilung ein und richte sein Gitter an den Meridianen oder Breitenkreisen der Karte aus.
  5. Richte die Kante des Plotters auf das Objekt aus, sodass der Richtungspfeil von dir zum Objekt zeigt.
  6. Zeichne die Standlinie in dem Bereich, in dem du vermutest zu sein, nicht quer über die ganze Karte.
  7. Beschrifte sie mit der Uhrzeit und einem Pfeilkopf am Ende, der zum Objekt zeigt.
Eine magnetische Peilung in rechtweisend umrechnen
MissweisungRegelBeispiel
2° WSubtrahieren065°M wird zu 063°T
2° EAddieren065°M wird zu 067°T

Aus Peilungen eine Positionsbestimmung machen

Eine einzelne Peilung sagt dir nur, dass du irgendwo auf einer Linie liegst. Nimm rasch eine zweite und dritte Peilung von Objekten, die idealerweise 60 bis 120 Grad auseinanderliegen, und trage sie genauso ein. Dort, wo sie sich schneiden, liegt deine Position. Drei Linien treffen sich selten in einem Punkt: Das kleine Dreieck, das sie bilden, das 'Cocked Hat', zeigt die Genauigkeit. Siehe den Leitfaden zur Dreipunktbestimmung.

Eine Kompasspeilung von 065, korrigiert auf 064 rechtweisend und vom Leuchtturm aus seewärts gezeichnet
Korrigiere die Peilung auf rechtweisend und zeichne sie dann vom Objekt in Richtung deiner Position.
Drei Standlinien von drei Landmarken, die sich zu einem kleinen Dreieck, dem Cocked Hat, kreuzen
Drei sich kreuzende Peilungen ergeben eine Position; die Größe des Cocked Hat zeigt ihre Qualität.

Übe in der Lektion zur Positionsbestimmung.

Verwandte Leitfäden

Häufig gestellte Fragen

Trägst du magnetische oder rechtweisende Peilungen ein?

Meist rechtweisend, damit sie zum Gitter der Karte passen. Manche Plotter erlauben es, die Missweisung einzustellen und magnetisch direkt einzutragen, aber das Ergebnis muss dieselbe Linie sein.

Warum zeigt der Pfeil zum Objekt?

Eine Peilung wird von dir zum Objekt gemessen. Pfeilspitzen, die auf die Landmarke zeigen, machen klar, welche Linie von welchem Objekt stammt, wenn du deine Arbeit später überprüfst.

Wie genau ist ein Peilkompass?

In einem kleinen Boot kannst du ihn typischerweise auf wenige Grad genau ablesen. Bei 5 Seemeilen verschiebt ein Fehler von 3° die Linie um etwa eine viertel Seemeile, daher ergeben nähere Objekte bessere Positionen.

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