Lotsen-Navigation

Gefahrenpeilung: Mit NMT & NLT Felsen meiden

Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Eine Freipeilung ist eine auf der Karte von einer auffälligen Landmarke gezogene Linie, die eine Gefahr wie einen Felsen oder eine Untiefe sicher passiert. Du notierst ihre Peilung und beschriftest sie mit 'nicht mehr als' (NMT) oder 'nicht weniger als' (NLT). Unterwegs nimmst du Handpeilungen der Landmarke: Solange die Peilung auf der sicheren Seite der Grenze bleibt, bist du von der Gefahr frei, ohne deine Position bestimmen zu müssen.

Ein kleiner Leuchtturm auf Felsen vor einer hügeligen Küste, mit Brandung an nahen Felsen
Felsen vor einer Landzunge: die Art von Gefahr, von der dich eine Freipeilung fernhält. Foto: Marcin Wichary, CC BY 2.0.

So zeichnest du eine Freipeilung

  1. Wähle ein auffälliges, eingetragenes Objekt vor oder hinter der Gefahr, damit sich die Peilung dazu langsam ändert.
  2. Zeichne vom Objekt eine Linie, die die Gefahr mit Sicherheitsabstand passiert.
  3. Miss die Peilung dieser Linie von seewärts zum Objekt und rechne sie in magnetisch um, damit du sie mit einem Peilkompass verwenden kannst.
  4. Schraffiere die gefährliche Seite der Linie.
  5. Beschrifte sie mit NMT oder NLT, damit auf See kein Zweifel besteht.

NMT oder NLT?

Stell dir vor, du stehst auf der sicheren Seite und schaust auf die Landmarke. Würde eine Bewegung zur Gefahr die Peilung größer machen, lautet die Grenze 'nicht mehr als'. Würde sie die Peilung kleiner machen, lautet sie 'nicht weniger als'.

Eine Freilinie von einem Kirchturm, die an Felsen vorbeiführt, beschriftet nicht weniger als 045 Grad magnetisch
Halte die Peilung zum Kirchturm auf der sicheren Seite der Freilinie.
Beispiele mit Lösungsweg
SituationGefahr liegtBeschriftung
Nordwärts auf einen Leuchtturm zu, Felsen westlich des KursesLinks der Linie (die Peilung wächst, wenn du nach links gehst)NMT, z. B. NMT 010°M
Nordwärts auf einen Leuchtturm zu, Untiefe östlich des KursesRechts der Linie (die Peilung wird kleiner, wenn du nach rechts gehst)NLT, z. B. NLT 350°M

Unterwegs damit arbeiten

  • Nimm bei der Annäherung regelmäßig Handpeilungen der Landmarke.
  • Überschreitet die Peilung die Grenze, drehe sofort auf die sichere Seite ab.
  • Halte eine zweite Freipeilung oder eine Deckung für den nächsten Abschnitt bereit.
  • Kontrolliere die Tiefe als Rückfallebene: Auch eine Tiefenlinie kann als Freilinie dienen.

Freilinien ohne Kompass

Eine Peilungsdeckung kann dieselbe Aufgabe übernehmen. Wenn du zwei Objekte so 'offen' hältst, dass eines stets links vom anderen bleibt, bist du auf der sicheren Seite. So vermeidest du Kompassfehler völlig. Beide Methoden gehören zur Lotsenplanung im Day-Skipper-Kurs.

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Häufig gestellte Fragen

Warum eine Freipeilung statt GPS verwenden?

Sie ist schnell, unabhängig von der Elektronik und liefert eine sofortige Antwort: sicher oder nicht sicher. GPS- und Kartenfehler in Felsnähe können größer sein, als du denkst.

Sollte eine Freipeilung rechtweisend oder magnetisch sein?

Trage sie rechtweisend in die Karte ein, rechne sie dann um und notiere sie magnetisch, denn du prüfst sie mit einem magnetischen Peilkompass.

Was bedeutet NMT in der Navigation?

Nicht mehr als. Die Peilung der Landmarke muss bei oder unter diesem Wert bleiben, damit du von der Gefahr frei bleibst. NLT bedeutet nicht weniger als.

Kannst du eine Deckpeilung als Gefahrenlinie nutzen?

Ja. Zwei in der Karte eingetragene Objekte in Deckung ergeben eine Gefahrenlinie, die keinen Kompass braucht und keinen Kompassfehler hat.

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