Wind
Was ist scheinbarer Wind? Wahrer und scheinbarer Wind erklärt
Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026
Scheinbarer Wind ist der Wind, den du auf einem fahrenden Boot tatsächlich spürst. Er setzt sich aus dem wahren Wind und dem Gegenwind zusammen, den die eigene Fahrt erzeugt. Am Wind ist der scheinbare Wind stärker und kommt weiter von vorn als der wahre Wind; vor dem Wind ist er schwächer und weiter achtern. Segel, Windfäden und der Topwindanzeiger reagieren alle auf den scheinbaren Wind, deshalb trimmst du danach. Wettervorhersagen und die Beaufort-Skala beschreiben dagegen den wahren Wind.

So entsteht der scheinbare Wind
Stehst du an einem windstillen Tag still, spürst du nichts. Fährst du mit 10 Knoten Fahrrad, spürst du 10 Knoten Gegenwind. Auf einem Boot ist es genauso: Die Bewegung des Bootes erzeugt einen Gegenwind, der seiner Geschwindigkeit entspricht. Addierst du ihn als Vektor zum wahren Wind, erhältst du den scheinbaren Wind.
| Kurs zum Wind | Winkel des wahren Windes | Scheinbarer Wind | Fühlt sich an wie |
|---|---|---|---|
| Am Wind | Etwa 45 Grad | Etwa 17 Knoten, etwa 30 Grad | Windiger, von vorn |
| Halbwind | 90 Grad | Etwa 13 Knoten, etwa 63 Grad | Etwas stärker, weiter von vorn |
| Run | 180 Grad | Etwa 6 Knoten, genau von achtern | Deutlich leichter |
Warum es wichtig ist
- Segeltrimm: Die Segel sehen nur den scheinbaren Wind. Wenn du schneller wirst, wandert der scheinbare Wind nach vorn, und du musst die Schoten dichter holen.
- Entscheidungen zum Reffen: Am Wind fühlt sich der Wind stärker an, als er ist; vor dem Wind sanfter. Der Wechsel von Vorwind zu hart am Wind kann überraschen. Reffe, bevor du zum Kreuzen abdrehst.
- Böen: Eine Böe hebt zunächst den wahren Wind an, was den scheinbaren Wind nach achtern verschiebt. Deshalb sind Böen oft Winddrehungen nach Backbord oder Steuerbord, wie in wie du die Windrichtung liest erklärt.
- Schnelle Boote: Katamarane und Foiling-Jollen können den scheinbaren Wind so weit nach vorn ziehen, dass sie selbst auf einem Halbwindkurs mit dichten Schoten segeln.
Wahrer Wind und Instrumente
Die Sensoren am Masttopp messen die scheinbare Windgeschwindigkeit (AWS) und den scheinbaren Windwinkel (AWA). Das Instrumentensystem berechnet daraus mit Bootsgeschwindigkeit und Kurs die wahre Windgeschwindigkeit (TWS), den wahren Windwinkel (TWA) und die wahre Windrichtung (TWD). Diese berechneten Werte sind nur so genau wie die Kalibrierung von Log und Kompass. Wettervorhersage, die Beaufort-Skala und die Törnplanung arbeiten mit dem wahren Wind.
Studiere die Vektoren in der Lektion Wetterkunde.
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Häufig gestellte Fragen
Ist der scheinbare Wind immer stärker als der wahre Wind?
Trimmst du die Segel nach wahrem oder scheinbarem Wind?
Warum fühlt sich der Wind beim Segeln vor dem Wind leichter an?
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