Kurse zum Wind

Was ist ein Raumwindkurs? Der Segelkurs erklärt

Veröffentlicht · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Ein Raumschotkurs ist der Segelkurs, bei dem der Wind seitlich von achtern, aber nicht direkt von hinten kommt, etwa 110 bis 160 Grad zum Bug. Die Segel werden weit ausgefiert, das Boot krängt wenig und segelt oft am schnellsten, besonders in Wellen, auf denen es surfen kann. Er ist sicherer und meist schneller als ein Vorwindkurs, weil das Risiko einer ungewollten Halse geringer ist. Bei starkem Wind kann er aber zum Ausbrechen führen, wenn du zu viel Segelfläche stehen lässt.

Eine kleine Fahrtenyacht segelt vor dem Wind unter einem bunten Spinnaker
Raumschots unter Spinnaker, der Wind von achtern seitlich. Foto: Ahunt, CC0.

Wo der Raumschotkurs liegt

Wenn du den Wind umrundest: Am Wind, scharfer Kurs, Halbwind (Wind 90 Grad), Raumschots, dann Vor dem Wind mit dem Wind genau von achtern. Auf einem Raumschotkurs schaust du über deinen Quer-Achterbereich, die hintere Ecke des Bootes, um zu sehen, woher der Wind kommt. Den ganzen Kreis erklärt Segelkurse erklärt.

Draufsicht einer Yacht auf Raumschotkurs, mit dem Wind 110 bis 160 Grad zum Bug und dem Vorwindkurs als Halsrisiko markiert
Der Raumschotkurs: Wind seitlich von achtern, aber nicht genau von achtern.

So trimmst du auf Raumschots

  • Beide Schoten fieren, bis die Segel weit draußen stehen, aber nicht flattern. Bei der Fock fierst du, bis das Vorliek gerade einrollt, dann holst du sie ein wenig dicht.
  • Baumniederholer und Unterliekstrecker weniger fieren, als du denkst: Der Baumniederholer verhindert, dass der Baum hochkommt und das Achterliek zu stark verdreht.
  • Einen Preventer setzen mit ausreichender Länge, damit der Baum nicht herüberschwingt, wenn das Heck giert. Siehe was ein Preventer ist.
  • Crewgewicht nach achtern verlagern in Wellen, damit der Bug nicht eintaucht.
Raumschots gegenüber Vorwind.
RaumschotsRun
WindrichtungÜber die AchterliekerGenau von achtern
FockGute SegelleistungOft vom Großsegel abgedeckt
Risiko einer ungewollten HalseLowerHigh
RollenMäßigKann stark rollen
GeschwindigkeitOft am schnellstenMeist langsamer

Warum Segler ihn einem Vorwindkurs vorziehen

Vor dem Wind fahren viele Skipper eine Reihe von Raumschotkursen und halsen zwischen ihnen, statt geradeaus zu laufen. Die zusätzliche Strecke wird oft durch bessere Geschwindigkeit wieder wettgemacht. Die Fock arbeitet weiter, das Boot rollt weniger, und der Baum schlägt viel seltener herüber. Bei See von achtern liegt das Boot ruhiger, und der Rudergänger hat mehr Kontrolle.

Die Risiken: Ausbrechen und Halsen

Ausbrechen tritt auf, wenn eine Böe oder Welle das Boot heftig in den Wind dreht, es stark krängt und das Ruder den Halt verliert. Das passiert eher bei zu viel Segelfläche, zu straffem Baumniederholer oder dichtgeholter Großschot. Reffe früh, fiere das Großsegel in Böen und fall deutlich ab, sobald du spürst, dass das Boot unter Druck gerät. Faustregeln findest du im Leitfaden wann reffen.

Die Kurse vor dem Wind lernst du in der Lektion Segeltrimm und Bootsführung.

Verwandte Leitfäden

Häufig gestellte Fragen

Welcher Segelkurs ist der schnellste?

Bei den meisten Fahrtenyachten liegt die schnellste Richtung zwischen Halbwind und Raumschots. Leichte Gleitdingis und Katamarane sind auf Raumschots oft am schnellsten, weil sie surfen und gleiten können.

Was ist der Unterschied zwischen Raumschots und Halbwind?

Beim Halbwind kommt der Wind rechtwinklig zum Boot. Beim Raumschots ist er weiter nach achtern gewandert, deshalb werden die Segel weiter gefiert und das Boot segelt stärker vor dem Wind.

Ist ein Raumschotkurs gefährlich?

An sich nicht, aber bei starkem Wind und hohen Wellen kann ein Boot mit zu viel Segel ausbrechen. Reffe rechtzeitig und setze einen Preventer, um das Risiko einer ungewollten Halse zu verringern.

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