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Schnell skippern

Vorbereitung zum Auslaufen

45 Minuten Lesezeit

Voraussetzungen

Du solltest das RYA Powerboat Level 2 Zertifikat besitzen und die Erfahrung mitbringen, die auf dem Niveau Intermediate Powerboat erwartet wird. Die Lektion „Kurs und Skipper“ in diesem Kurs gibt einen Überblick über Vorbereitung, Einweisung und Quickstopp-Leine (Kill Cord); diese Lektion macht daraus eine vollständige Routine, die du auf jedem Boot anwenden kannst, auch auf einem, das du noch nie gesehen hast. Die Motorchecks selbst werden ausführlich in der Lektion „Motoren, Antriebe und Propeller“ behandelt, die Kraftstoffplanung in der Lektion „Wetter und Planung“; wir verweisen hier darauf, statt sie zu wiederholen.

Lernziele

Am Ende dieser Lektion kannst du:

  • Ein fremdes Motorboot vor dem Auslaufen systematisch prüfen, vom Rumpf bis zur Elektrik (RYA-Syllabus: Vorbereitung zum Auslaufen, Bootscheck).
  • Die für Boot und Törn passende Sicherheitsausrüstung auswählen, prüfen und verstauen (RYA-Syllabus: Vorbereitung zum Auslaufen, Sicherheitsausrüstung).
  • Crew und Passagiere ohne Bootserfahrung klar in die Sicherheit einweisen (RYA-Syllabus: Vorbereitung zum Auslaufen, Crew-Einweisung).
  • Den Zweck der Quickstopp-Leine erklären und ihre Nutzung durchsetzen (RYA-Syllabus: Vorbereitung zum Auslaufen, Kill Cord).
  • Ausrüstung und Crew so unterbringen, dass das Boot in Gleitfahrt bei Welle sicher ist (RYA-Syllabus: Vorbereitung zum Auslaufen, Stauen).
  • Einen kurzen Törnplan erstellen und bei einer Landkontaktperson hinterlegen, mit klaren Maßnahmen bei Überfälligkeit (RYA-Syllabus: Törnplanung).
  • Kraftstoffreserven für Törn und Bedingungen festlegen (RYA-Syllabus: Törnplanung, Kraftstoff).

RYA-Syllabus im Überblick

Syllabus-PunktAbschnitt
Vorbereitung zum Auslaufen: BootscheckDas Boot prüfen
Vorbereitung zum Auslaufen: SicherheitsausrüstungSicherheitsausrüstung
Vorbereitung zum Auslaufen: EinweisungEinweisung von Crew und Passagieren
Vorbereitung zum Auslaufen: Kill CordDie Quickstopp-Leine
Vorbereitung zum Auslaufen: StauenStauen und Sitzplätze
Törnplanung: Plan und LandkontaktTörnplan und Landkontakt
Törnplanung: KraftstoffKraftstoffreserven

Warum Vorbereitung auf einem schnellen Boot wichtiger ist

Ein schnelles Boot verdichtet die Zeit. Mit 25 Knoten bist du in weniger als 10 Minuten 4 Seemeilen vom Hafen entfernt. Was du vergessen hast, ist dann außer Reichweite, und was schlecht verstaut ist, wird gleich durch das Einsetzen in die Wellen herumgeschleudert. Probleme, die bei 6 Knoten klein sind, etwa eine lose Kraftstoffleitung, ein nicht eingewiesener Passagier oder ein fehlendes Messer, werden in Gleitfahrt ernst.

Die MAIB-Berichte zu Unfällen mit kleinen Motorbooten finden immer wieder dieselben Ursachen: Quickstopp-Leine nicht getragen, Leute nicht eingewiesen, wie sie sich festhalten sollen, kein Plan an Land hinterlegt, zu wenig Kraftstoff und Ausrüstung, die im Ernstfall nicht funktionierte. Fast alles davon lässt sich vor dem Ablegen vom Steg beheben.

Für all das ist der Skipper verantwortlich. Nach den Merchant Shipping (Safety of Navigation) Regulations 2002, die SOLAS Kapitel V auf Sportboote anwenden, muss jeder Skipper den Törn planen und dabei Wetter, Gezeiten, die Grenzen des Boots, die Crew, nautische Gefahren und einen Notfallplan berücksichtigen. Auf einem kleinen Boot darf der Plan einfach sein, aber es muss ihn geben.

Das Boot prüfen

Geh das Boot jedes Mal in derselben Reihenfolge durch, damit du nie etwas übersiehst. Eine bewährte Reihenfolge ist: außen, innen, Motor, Elektrik, Bedienelemente.

Außen: Rumpf, Schläuche und Beschläge

  • Rumpf: Achte auf Schäden, Risse und Spuren früherer Grundberührungen. Auf dem Trailer oder bei Niedrigwasser schau auch unter das Boot.
  • RIB-Schläuche: Prüfe den Druck durch festes Drücken; sie sollten hart sein. Über Nacht sinkt der Druck, weil die Luft abkühlt, in der Sonne steigt er. Horche auf Undichtigkeiten und prüfe, ob die Ventile geschlossen und verschlossen sind. Pumpe bei Bedarf mit der richtigen Pumpe nach. Ein weicher Schlauch verringert den Auftrieb und macht das Boot nasser und weniger stabil.
  • Lenzstopfen: Der Lenzstopfen (oder die Lenzstopfen) muss eingesetzt und gesichert sein. Das ist ein berüchtigt häufiger Fehler bei Trailerbooten.
  • Spiegel und Antriebe: Propeller, Antriebsschäfte, Faltenbälge bei Z-Antrieben, Befestigung der Trimmklappen und Opferanoden. Siehe Lektion „Motoren, Antriebe und Propeller“.
  • Klampen, Schleppauge und Bugauge: fest und ohne Risse.
  • Positionslaternen: montiert, sauber und funktionstüchtig (einschalten und einmal ums Boot gehen).

Innen: Bilge, Luken und Staufächer

  • Bilge: trocken oder auf ihrem normalen Stand. Wasser kann Regen sein, ein undichter Decksbeschlag oder etwas Schlimmeres. Finde heraus, was es ist.
  • Bilgepumpen: Teste die elektrische Pumpe (Schalter und Schwimmerschalter) und prüfe, ob der Hebel der Handpumpe an Bord ist.
  • Luken und Staufächer: richtig schließen und verriegeln. Ein Fach, das bei Fahrt aufspringt, verteilt seinen Inhalt im Boot.
  • Selbstlenzer und Abläufe: offen, wo sie das Deck entwässern sollen, aber du musst wissen, wie man sie schließt, wenn das Boot schwer beladen stillliegt.

Motor und Kraftstoff

Führe den vollständigen Motorcheck aus der Lektion „Motoren, Antriebe und Propeller“ durch: Wasser, Öl, Riemen, Kraftstoff, Lecks und Elektrik. Prüfe die Kraftstoffmenge durch Peilen, Durchflussmesser-Aufzeichnung oder Schauglas, nicht nur über die Tankanzeige. Achte in geschlossenen Räumen auf Benzingeruch, und lass bei Benzin-Innenbordern das Bilgengebläse so lange laufen, wie der Hersteller empfiehlt (meist 4 Minuten), bevor du startest.

Elektrik und Elektronik

  • Batterie-Hauptschalter an, Spannung normal.
  • UKW-Funk (VHF): einschalten, Lautstärke und Squelch prüfen und, wenn erlaubt, einen Funkcheck mit dem Hafen oder der Coastguard machen (auf einem Arbeitskanal, nicht auf Kanal 16). Prüfe, ob das DSC-Funkgerät ein GPS-Signal und eine gültige MMSI hat.
  • Kartenplotter und Kompass: Plotter zeigt deine Position; Kompass schwingt frei und ist für die Nacht beleuchtet.
  • Signalhorn und Suchscheinwerfer funktionieren.
  • Hand-Funkgerät geladen, in einer wasserdichten Hülle und auf den richtigen Kanälen.

Bedienelemente

  • Lenkung von Anschlag zu Anschlag ohne Schwergängigkeit.
  • Gashebel und Schaltung gehen bei jedem Motor sauber in Voraus, Neutral und Zurück.
  • Trimm und Trimmklappen fahren über ihren ganzen Bereich.
  • Quickstopp-Leine am Schalter angebracht und eine Ersatzleine an Bord.

Fremde Boote

Wenn du mit einem Boot hinausfährst, das du noch nicht gefahren hast, kommen diese Punkte dazu:

  • Frag den Eigner oder Vercharterer nach bekannten Mängeln und Eigenheiten (ein hakender Schalthebel, eine schwache Bilgepumpe).
  • Finde den Kraftstoff-Absperrhahn, die Batterie-Hauptschalter, die Feuerlöscher und die Feuerlöschanlage (falls vorhanden).
  • Ermittle die Kategorie und die maximale Zuladung des Boots vom Herstellerschild, meist in der Nähe des Steuerstands oder am Spiegel. Darauf stehen die maximale Personenzahl, die maximale Zuladung und die Entwurfskategorie (etwa C: küstennahe Gewässer, Wellen bis 2 m, Wind bis Stärke 6).
  • Mach in geschützten Gewässern einen kurzen, langsamen Manövertest, bevor du den Hafen verlässt.

Sicherheitsausrüstung

Für die meisten Sportboote unter 13,7 m gibt es keine einheitliche gesetzliche Liste, aber klare Standards. Gewerblich zugelassene Boote folgen dem jeweiligen Code (im Vereinigten Königreich den MCA small vessel codes), der genau festlegt, was mitgeführt werden muss. Für ein Sportboot sind die Empfehlungen von RYA und MCA eine gute Grundlage.

Was auf ein typisches Küsten-RIB oder Sportboot gehört

AusrüstungHinweise
Rettungswesten für alle150 N automatisch für Erwachsene an Deck; für Kinder in passender Größe mit Schrittgurten
Quickstopp-LeinenEine angebracht, eine als Ersatz
Fest eingebautes DSC-UKW-FunkgerätRegistrierte MMSI; wissen, wie man einen Notalarm sendet
Hand-FunkgerätIn wasserdichter Hülle, geladen
Personal Locator Beacons (PLB)Registriert, am Körper getragen (nicht in einer Tasche)
Signalfackeln oder elektronische Notsignale (EVDS)Innerhalb des Ablaufdatums; trocken und griffbereit verstaut
Anker und AnkerleinePassend zum Boot; Kette und Leine lang genug für die örtlichen Wassertiefen
PaddelMindestens eins
Ösfass und Handpumpe
FeuerlöscherPassender Typ und Größe; Manometer prüfen
Erste-Hilfe-SetMit Tabletten gegen Seekrankheit und Rettungsdecke
MesserIn Reichweite des Steuerstands, um Leinen vom Propeller oder von einer Person zu schneiden
WurfleineSchwimmfähige Leine in einem Wurfsack
SchleppleineLang genug, um zu schleppen oder geschleppt zu werden
Taschenlampe und ErsatzbatterienAuch bei Tagesfahrten, falls es später wird
Seekarte und KompassPapier-Backup zum Plotter
Werkzeug und ErsatzteileSiehe Lektion „Motoren, Antriebe und Propeller“
BadeleiterUnverzichtbar, um Menschen aus dem Wasser zu holen

Prüfen

  • Rettungswesten: Prüfe, ob die Gaspatrone fest eingeschraubt und nicht korrodiert ist, ob der Auslösekopf innerhalb des Datums ist und die Anzeige grün (bei Automatikwesten) und ob der Schwimmkörper unbeschädigt ist. Prüfe Schrittgurt und Spritzschutzhaube. Ein kurzer Check vor jeder Fahrt und eine vollständige jährliche Wartung.
  • Signalfackeln und EVDS: Prüfe das Ablaufdatum. Abgelaufene Pyrotechnik muss über ein zugelassenes Rücknahmesystem entsorgt und darf nicht abgebrannt werden.
  • PLB: Führe den vom Hersteller empfohlenen Selbsttest durch und prüfe die Registrierung.
  • Feuerlöscher: Manometer im grünen Bereich, Sicherungsstift und Plombe vorhanden.

Wo alles hingehört

Ausrüstung, die verloren oder außer Reichweite ist, nützt nichts. Was du sofort brauchst, etwa Messer, Ersatz-Quickstopp-Leine, Wurfleine und Hand-Funkgerät, gehört an die Konsole, gesichert, aber mit einer Hand herausziehbar. Anker, Paddel und Schleppleine sollten an einem bekannten Platz gesichert sein. Signalfackeln sollen trocken, aber nicht vergraben liegen.

Einweisung von Crew und Passagieren

Die Lektion „Kurs und Skipper“ beschreibt, was eine gute Einweisung abdeckt. Hier geht es um Aufbau und Vortrag.

Aufbau

Nutze jedes Mal dieselbe Reihenfolge, damit du nichts auslässt. Ein klarer Aufbau ist:

  1. Einleitung: wer du bist, wer Skipper ist, der Plan für den Tag und die erwarteten Bedingungen.
  2. Rettungswesten: angelegt, eingestellt und geschlossen; Schrittgurte angelegt; wie sie sich aufblasen; was die Handauslösung bewirkt.
  3. Sitzen und Festhalten: wo man sitzt, wie man sich abstützt (Knie gebeugt, beide Hände an einem Haltegriff), und dass bei Fahrt in Welle niemand im Bug sitzt (MAIB Safety Bulletin 3/2023, behandelt in der Lektion „Wellentheorie und Fahren in rauem Wasser“).
  4. Bewegen an Bord: nie aufstehen oder umhergehen, während das Boot fährt, ohne den Steuermann zu fragen.
  5. Quickstopp-Leine: was sie ist, wo sie befestigt ist und wie man den Motor wieder startet, wenn der Steuermann über Bord geht.
  6. Notfälle: Mann über Bord (rufen, zeigen, weiter zeigen), das UKW-Funkgerät und wie man einen DSC-Notalarm sendet, Signalfackeln, Erste-Hilfe-Set und Feuerlöscher.
  7. Zeichen: das vereinbarte Zeichen für „langsamer“, das Zeichen für „Stopp“ und wie man über den Motorlärm hinweg auf sich aufmerksam macht.
  8. Gesundheit: frag nach Rückenproblemen, Schwangerschaft, Seekrankheit, Erkrankungen und Schwimmfähigkeit.
  9. Fragen: immer nach Fragen fragen und das Verständnis prüfen.

Vortrag

  • Weise vor dem Ablegen ein, an einem ruhigen Ort, nicht gegen den Motorlärm.
  • Zeigen, nicht nur erzählen. Halte die Quickstopp-Leine hoch und leg sie an; zeig auf die Haltegriffe; führe die Abstützhaltung vor.
  • Kurz halten. Fünf Minuten für Passagiere, etwas länger für Crew mit Aufgaben.
  • Verständnis prüfen. Lass einen Passagier zeigen, wo die Notruftaste am Funkgerät ist.

Crew mit Aufgaben

Gib erfahrener Crew konkrete Aufgaben: Ausguck, Navigator, Fender und Leinen oder zweiter Steuermann. Sorge dafür, dass mindestens eine weitere Person das Boot stoppen, das Funkgerät bedienen und zu jemandem im Wasser zurücksteuern kann. Auf einem schnellen Törn bestimmst du einen Navigator, der auf Karte oder Plotter mitkoppelt, wie in der Lektion „Schnelle Navigation“ beschrieben.

Die Quickstopp-Leine

Die Quickstopp-Leine (Kill Cord, Notstoppleine) wird am Steuermann und an einem Schalter am Motor oder an der Konsole befestigt. Wird der Steuermann vom Sitz oder über Bord geschleudert, zieht die Leine den Clip vom Schalter und der Motor geht aus.

Warum sie wichtig ist

Ein Boot ohne Steuermann mit eingelegtem Gang kann mit hoher Fahrt enge Kreise fahren. Oft überfährt es dabei die Person im Wasser. Mehrere Todesfälle und schwere Propellerverletzungen in britischen Gewässern, darunter der 2013 von der MAIB untersuchte Unfall vor Padstow, hatten damit zu tun, dass keine Quickstopp-Leine getragen wurde.

Die Regeln

  • Trag sie immer, wenn der Motor läuft und ein Gang eingelegt ist, um den Oberschenkel oder an einem sicheren Punkt der Rettungsweste befestigt (nicht an einer losen Gürtelschlaufe).
  • Prüfe die Funktion zu Beginn jedes Tages: Motor starten, an der Leine ziehen und bestätigen, dass der Motor ausgeht.
  • Steuermann wechselt, Leine wechselt. Der neue Steuermann legt die Leine an, bevor er übernimmt.
  • Hab eine Ersatzleine an einem Ort, den die Crew findet, und weise sie in die Benutzung ein.
  • Funk-Quickstopp-Systeme (wireless kill cords) nutzen einen Sender, den der Steuermann und manchmal auch die Crew trägt. Gerät der Sender ins Wasser oder außer Reichweite, geht der Motor aus. Sie verhindern, dass die Leine hängen bleibt, aber prüfe die Batterie und teste sie auf dieselbe Weise.
  • Ersetze eine Leine, die ausgeleiert oder spröde ist oder einen schwachen Clip hat. Sie verschleißen.

Stauen und Sitzplätze

In Gleitfahrt kann das Einsetzen in die Wellen am Bug Vertikalbeschleunigungen von mehreren g erzeugen. Alles Lose wird zum Geschoss, und ungesicherte Menschen können hinausgeschleudert werden.

Ausrüstung stauen

  • Schweres tief und mittig: Kraftstofftanks, Anker, Ersatzbatterien und Werkzeug.
  • Alles sichern: Taschen in Fächer oder mit Expandern oder Gurten festzurren; nichts liegt lose an Deck.
  • Bug leicht halten bei RIB oder Sportboot; Gewicht vorne macht das Boot nass und anfällig dafür, über den Bug zu steuern (bow steer).
  • Kraftstoffkanister: tragbare Tanks festzurren, Entlüftung zum Stauen geschlossen und bei Gebrauch offen.
  • Abläufe freihalten, damit Wasser an Deck abfließen kann.

Sitzplätze für Crew und Passagiere

  • Setz Passagiere hinter die Konsole, wo die Bewegung am geringsten ist.
  • Auf Jockey-Sitzen: Füße in den Schlaufen oder auf der Fußstütze, Knie gebeugt.
  • Verteil die Last seitlich gleichmäßig und gleich bei Bedarf mit den Trimmklappen aus.
  • Halte Kinder dort, wo du sie siehst und wo sie sich mit beiden Händen festhalten können.
  • Überschreite nie die maximale Personenzahl auf dem Herstellerschild. Jede zusätzliche Person verringert außerdem Freibord und Fahrleistung.

Ein letzter Rundgang

Kurz vor dem Ablegen schaust du dir das Boot an, als wärst du Prüfer: Leinen aufgeschossen, Fender eingeholt, nichts lose, alle sitzen und halten sich fest, Rettungswesten geschlossen, Quickstopp-Leine angelegt.

Törnplan und Landkontakt

Was in einen Törnplan für ein schnelles Boot gehört

Ein Plan für einen Tagestörn mit einem schnellen Boot passt auf eine Seite einer Karteikarte. Er sollte enthalten:

  • Route: Abfahrt, Wegpunkte, Ziel sowie Distanz und Kurs jedes Schlags.
  • Zeiten: Abfahrtszeit, erwartete Ankunft und Gezeitentore (Kaps, Barren, Schwellen).
  • Wetter: die Vorhersage, deine Grenzen und wann du sie erneut abrufst.
  • Gefahren: Stromkabbelungen, Untiefen, Verkehr, Schießgebiete, Zonen mit Geschwindigkeitsbegrenzung.
  • Schutzhäfen: wohin du kannst, wenn Wetter oder Boot dich im Stich lassen.
  • Kraftstoff: Menge an Bord, geplanter Verbrauch und Reserve (siehe unten).
  • Kommunikation: UKW-Arbeitskanäle, der Hafenkanal und die Telefonnummer deiner Landkontaktperson.
  • Notfallplan: was du tust, wenn du dich verspätest, einen Motorausfall hast oder das Wetter schlechter ist als vorhergesagt.

Die Lektion „Schnelle Navigation“ zeigt, wie du aus der Route eine Schlagkarte für die Nutzung bei hoher Fahrt machst.

Die Landkontaktperson

Hinterlege eine Kopie des Plans bei einer zuverlässigen Person an Land, die weiß, was zu tun ist, wenn du überfällig bist. Vereinbart:

  • Wer an Bord ist, sowie Beschreibung, Farbe, Name und MMSI des Boots.
  • Deine Route, Schutzhäfen und die erwartete Rückkehrzeit.
  • Eine Meldezeit, zu der du anrufst, und eine Überfälligkeitszeit (etwa eine Stunde später), nach der sie die Coastguard über 999 alarmiert.
  • Sag jedes Mal Bescheid, wenn du sicher zurück bist. Eine unnötige Suche ist teuer und gefährdet die Retter.

Die App RYA SafeTrx

Die App RYA SafeTrx zeichnet deine Fahrt auf und alarmiert deine Notfallkontakte, wenn du sie nicht bis zur erwarteten Zeit beendest. Sie alarmiert die Coastguard nicht automatisch, aber deine Kontakte können das tun, und HM Coastguard kann bei Bedarf deinen Track einsehen. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung zur Landkontaktperson, aber kein Ersatz für ein UKW-Funkgerät und eine PLB.

Kraftstoffreserven

Die Lektion „Wetter und Planung“ behandelt Verbrauch und die Drittelregel ausführlich, und die Lektion „Motoren, Antriebe und Propeller“ zeigt, wie du den Verbrauch deines eigenen Boots in Litern pro Seemeile misst. Für die Vorbereitung sind die wichtigsten Schritte:

  1. Wissen, was im Tank ist. Peilen oder volltanken. Trau der Tankanzeige nicht.
  2. Den geplanten Verbrauch berechnen aus deinen gemessenen Litern pro Seemeile bei der geplanten Geschwindigkeit, nicht aus einem Prospekt.
  3. Für die Bedingungen zuschlagen. Gegensee, schwere Beladung, Schleppen oder langsame Fahrt in Welle können den Verbrauch pro Seemeile verdoppeln.
  4. Eine Reserve behalten. Plane mindestens so, dass du mit einem Drittel des Kraftstoffs unverbraucht ankommst. Bei einem langen Törn, einer Nachtfahrt oder schlechtem Wetter behalte mehr.
  5. Tanken planen. Wisse, wo es auf der Route Kraftstoff gibt und zu welchen Öffnungszeiten. Manche Marinas nehmen nur Karte, manche verkaufen nur Diesel.

Beispiel mit Lösungsweg: Vorbereitung auf einen Küstentörn

Du fährst mit einem 7-m-RIB mit einem 200-PS-Außenborder von deinem Hafen 18 Seemeilen die Küste entlang zu einem Mittagsstopp, mit drei erwachsenen Gästen, die noch nie auf einem schnellen Boot waren. Du kennst das Boot, bist es in dieser Saison aber noch nicht gefahren.

Am Vorabend. Du prüfst den Küstenwetterbericht (inshore waters forecast): West 3 bis 4, später zeitweise 5, See leicht, gute Sicht. Deine Grenze für dieses Boot mit Neulingen ist Stärke 5 gegen den Strom. Der Gezeitenstrom kentert am Kap um 1200; du planst, es auf dem Hinweg um 1030 mit Wind und Strom in gleicher Richtung zu runden und nach 1500 zurückzufahren, wenn Wind und Strom wieder in dieselbe Richtung gehen. Du schreibst einen einseitigen Plan mit Wegpunkten, Zeiten, Schutzhäfen (zwei Häfen auf der Route), der Vorhersage, der Zeitplanung am Kap und einem Kraftstoffplan.

Kraftstoff. Gemessener Verbrauch letzte Saison bei 25 Knoten: 1,8 Liter pro Seemeile. 36 Seemeilen hin und zurück sind 65 Liter, plus 30 Prozent für eine mögliche Gegensee auf dem Rückweg: 85 Liter. Mit einer Drittelreserve brauchst du etwa 130 Liter. Der Tank fasst 200 Liter. Du tankst am Vorabend voll.

Landkontakt. Du mailst deinen Plan an einen Freund, mit Beschreibung und MMSI des Boots, einer Meldung um 1300 vom Mittagsstopp und einer Überfälligkeitszeit von 1730 für die Rückkehr. Außerdem startest du morgens eine Fahrt in SafeTrx.

Am Boot. Du machst den Bootscheck: Schläuche nachgepumpt (sie waren über Nacht weicher geworden), Lenzstopfen drin, Bilge trocken, Motorchecks, Kühlwasser-Kontrollstrahl nach dem Start kräftig. Du testest die Quickstopp-Leine, machst einen Funkcheck mit dem Hafen und bringst die zweite Quickstopp-Leine an der Konsole an.

Einweisung. Auf dem Steg legst du jedem Gast die Rettungsweste mit Schrittgurten an und erklärst die Sitzplätze hinter der Konsole auf den Jockey-Sitzen, das Abstützen, das Zeichen für „langsamer“, die Quickstopp-Leine und die Notruftaste am Funkgerät. Du fragst nach Rückenproblemen; ein Gast hat einen schmerzenden Rücken, also setzt du ihn auf den hintersten Platz und vereinbarst, bei Kabbelwasser langsam zu fahren.

Stauen. Taschen ins Konsolenfach, Kühlbox unten an der Konsole festgezurrt, Anker im Bugstaufach.

Abfahrt. Du legst pünktlich ab und rufst deinen Kontakt vom Mittagsstopp aus an. Nach der Rückkehr beendest du die SafeTrx-Fahrt und schreibst deinem Kontakt, dass du zu Hause bist.

Häufige Fehler

  • Kein Lenzstopfen drin. Prüfe ihn jedes Mal, besonders bei Trailerbooten.
  • Der Tankanzeige vertrauen und auf See feststellen, dass der Tank halb leer ist.
  • Einweisung während der Fahrt, gegen den Motorlärm, sodass niemand sie hört.
  • Quickstopp-Leine an der Konsole statt am Steuermann, oder an einer Gürtelschlaufe, die abreißt.
  • Lose Ausrüstung an Deck, die bei Fahrt zum Geschoss wird.
  • Kein Plan an Land hinterlegt, oder eine Landkontaktperson, die nicht weiß, wann sie die Coastguard rufen soll.
  • Vergessen, der Landkontaktperson die Rückkehr zu melden, was eine Suche auslöst.
  • Passagiere im Bug an einem Tag mit Kabbelwasser.
  • Mit einem fremden Boot ohne langsamen Manövertest hinausfahren.

Zusammenfassung

  • Vorbereitung ist auf einem schnellen Boot wichtiger, weil du sehr schnell weit draußen bist und alles durch das Einsetzen in die Wellen herumgeworfen wird.
  • Prüfe das Boot in fester Reihenfolge: außen, innen, Motor, Elektrik, Bedienelemente. Bei RIBs Schlauchdruck und Lenzstopfen prüfen.
  • Führe Rettungswesten, Quickstopp-Leinen, UKW-Funk, PLB, Signalfackeln oder EVDS, Anker, Messer, Erste-Hilfe-Set, Feuerlöscher und eine Papierkarte mit und prüfe sie. Halte die wichtigsten Dinge an der Konsole.
  • Weise alle vor dem Ablegen ein, in fester Reihenfolge, und zeige statt nur zu erzählen. Frag nach Rückenproblemen und anderen gesundheitlichen Themen.
  • Trag die Quickstopp-Leine immer, wenn ein Gang eingelegt ist, teste sie täglich und hab eine Ersatzleine dabei.
  • Staue Schweres tief und mittig, sichere alles, halte den Bug leicht und setz Passagiere nach achtern.
  • Schreib einen kurzen Törnplan mit Route, Zeiten, Wetter, Gefahren, Schutzhäfen, Kraftstoff und Notfallplänen; hinterlege ihn bei einer Landkontaktperson mit klaren Überfälligkeitszeiten.
  • Behalte mindestens ein Drittel Kraftstoffreserve, bei rauem Wetter oder langen Törns mehr.

Kontrollfragen

  1. In welcher Reihenfolge prüfst du ein fremdes RIB vor dem Auslaufen?
Antwort: Außen (Rumpf, Schläuche, Lenzstopfen, Antriebe, Beschläge, Laternen), innen (Bilge, Pumpen, Luken), Motor und Kraftstoff, Elektrik und Elektronik, dann Bedienelemente (Lenkung, Schaltung, Trimm, Quickstopp-Leine).
  1. Wo findest du die maximale Personenzahl, die ein Boot befördern darf?
Antwort: Auf dem Herstellerschild, meist in der Nähe des Steuerstands oder am Spiegel. Es nennt die maximale Personenzahl, die maximale Zuladung und die Entwurfskategorie.
  1. Welche Sicherheitsausrüstung sollte in Reichweite des Steuerstands sein?
Antwort: Das Messer, die Ersatz-Quickstopp-Leine, die Wurfleine, das Hand-Funkgerät und die DSC-Notruftaste des fest eingebauten Funkgeräts. Sie müssen sofort mit einer Hand nutzbar sein.
  1. Nenne fünf Themen, die in eine Passagiereinweisung gehören.
Antwort: Rettungswesten (Anlegen und Aufblasen), Sitzen und Abstützen (niemand im Bug bei Fahrt), sitzen bleiben während der Fahrt, die Quickstopp-Leine und wie man neu startet, Mann über Bord und Notfallausrüstung einschließlich UKW-Funk, das Zeichen für „langsamer“ sowie Gesundheitsfragen wie Rückenprobleme oder Schwangerschaft.
  1. Wie wird eine Quickstopp-Leine befestigt, und wie testest du sie?
Antwort: Um den Oberschenkel oder an einem sicheren Punkt der Rettungsweste, nie an einer losen Gürtelschlaufe. Motor starten, an der Leine ziehen und prüfen, ob der Motor ausgeht. Das machst du zu Beginn jedes Tages.
  1. Was sollte deine Landkontaktperson wissen?
Antwort: Wer an Bord ist, Beschreibung, Name und MMSI des Boots, die Route und Schutzhäfen, die erwartete Rückkehrzeit, eine Meldezeit und eine Überfälligkeitszeit, nach der sie die Coastguard über 999 alarmiert.
  1. Dein RIB verbraucht 1,6 Liter pro Seemeile. Die Rundfahrt beträgt 40 Seemeilen, und auf dem Rückweg erwartest du Gegensee. Wie viel Kraftstoff solltest du mitnehmen?
Antwort: Der geplante Verbrauch ist 64 Liter; mit 30 Prozent Zuschlag für die Gegensee ergeben sich etwa 83 Liter. Um mit einer Drittelreserve anzukommen, nimm etwa 83 × 1,5 = 125 Liter oder mehr mit.
  1. Warum ersetzt die App SafeTrx kein UKW-Funkgerät und keine PLB?
Antwort: Sie hängt vom Mobilfunknetz ab und davon, dass deine Kontakte die Warnung bemerken und die Coastguard rufen. Sie löst selbst keinen Notalarm aus. Ein UKW-DSC-Alarm oder eine PLB alarmiert die Rettungsdienste direkt.

Weiterführende Literatur

Übung · 11 Aufgaben

Vorbereitung auf See: Übung

1/11

ReihenfolgeDas Boot prüfen
Szenario

Du fährst mit einem RIB raus, das du noch nie gefahren hast.

Bring die Prüfbereiche am Boot in Reihenfolge.

Ziehe die Schritte oder nutze die Pfeile, um sie zu ordnen. Schritt 1 kommt nach oben.

1Außen: Rumpf, Schläuche, Lenzstopfen, Antriebe, Lichter
2Bedienelemente: Steuerung, Schaltung, Trimm, Kill Cord
3Innen: Bilge, Pumpen, Luken
4Elektrik und Elektronik
5Motor und Kraftstoff

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