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Kommunikation, Erste Hilfe und Prüfungen

Prüfungsvorbereitung Yachtmaster Coastal und Offshore

55 Minuten Lesezeit

Voraussetzungen

  • RYA Day Skipper Practical und idealerweise Coastal Skipper Practical (Segel oder Motor). Die Prüfung ist kein Kurs: Am Prüfungstag wird nichts unterrichtet, du musst also schon als Skipper fahren können, wenn du ankommst.
  • Das Theoriewissen aus dem Coastal Skipper / Yachtmaster Shorebased (Kartenarbeit, Gezeiten, Törnplanung, COLREGs, Meteorologie, Sicherheit). Wie du diese Prüfungen bestehst, steht in Prüfungsvorbereitung Coastal Skipper / Yachtmaster Theorie.
  • Ein Logbuch deiner Seezeit, das du unterschreiben, datieren und von den Skippern gegenzeichnen lassen kannst, mit denen du gesegelt bist. Wie du es führst, erklärt Anrechenbare Törns dokumentieren.

Lernziele

Am Ende dieser Lektion kannst du (RYA Yachtmaster Coastal und Yachtmaster Offshore Certificate of Competence, Prüfungssyllabus):

  • Die aktuellen Zulassungsvoraussetzungen der RYA für die Coastal- und die Offshore-Prüfung nennen und mit deinem eigenen Logbuch abgleichen (RYA: Prüfungsvoraussetzungen).
  • Erklären, wie du eine Prüfung buchst, ein Boot auswählst und eine Crew organisierst (RYA: Organisation der Prüfung).
  • Beschreiben, was am Prüfungstag passiert, von den Papieren bis zur Nachbesprechung.
  • Die Bereiche aufzählen, die der Prüfer bewertet: Törnplanung, Vorbereitung, Revierfahrt (Pilotage), Navigation, Bootshandling, Kollisionsverhütungsregeln, Sicherheit, Notfälle, Meteorologie und Skipperführung (RYA: Prüfungssyllabus Yachtmaster).
  • Die häufigsten Gründe erkennen, aus denen Kandidaten durchfallen, und sie vermeiden.
  • Erklären, was für die gewerbliche Anerkennung (Commercial Endorsement) des Scheins nötig ist.
  • Einen persönlichen Vorbereitungsplan für die 12 Wochen vor der Prüfung aufstellen.

Zuordnung zum RYA-Syllabus

Punkt im RYA-SyllabusWo er behandelt wird
Prüfungsvoraussetzungen: Seezeit, Meilen, Nachtstunden, Törns, SRC und Erste HilfeBin ich zugelassen?
Organisation der Prüfung: Boot, Crew, Prüfer, GebührenDie Prüfung buchen
Prüfungsform und DauerSo läuft der Prüfungstag ab
Prüfungssyllabus: internationale Regeln, Sicherheit, Bootshandling, allgemeine Seemannschaft, Verantwortung des Skippers, Navigation, Revierfahrt, Törnplanung, Meteorologie, NotfälleWas der Prüfer bewertet
Gewerbliche AnerkennungGewerbliche Anerkennung
Persönliche VorbereitungEin 12-Wochen-Vorbereitungsplan, Beispiel mit Lösungsweg

Zahlen ändern sich. Jede Zahl in dieser Lektion wurde im Oktober 2026 mit der RYA-Website abgeglichen. Die RYA überarbeitet ihre Ausbildungsprogramme regelmäßig; prüfe die aktuellen Anforderungen deshalb auf rya.org.uk (Seiten zu den Certificates of Competence), bevor du etwas buchst oder bezahlst.

Coastal oder Offshore?

Beide sind Befähigungsnachweise (Certificates of Competence), die aufgrund einer Prüfung vergeben werden, nicht für die Teilnahme an einem Kurs. Der Unterschied liegt im Umfang der Törns, die du nach Einschätzung des Prüfers als Skipper führen kannst.

Yachtmaster CoastalYachtmaster Offshore
Befähigt zum Skippern vonKüstentörns bei Tag und Nacht in Gewässern, die man vernünftigerweise kennen kannTörns bis etwa 150 sm von einem sicheren Hafen, bei Tag und Nacht
Mindestalter1718
Übliche Prüfungsdauer, ein Kandidat6 bis 10 Stunden8 bis 12 Stunden
Übliche Prüfungsdauer, zwei Kandidaten8 bis 14 Stunden10 bis 18 Stunden
Typischer KandidatSicherer Coastal Skipper mit ein paar Saisons SkippererfahrungJemand, der schon offshore skippert und jedes Boot innerhalb seiner Grenzen überallhin führen könnte

Die Offshore-Prüfung ist die, die die meisten Berufsskipper und Ausbilder brauchen. Coastal ist ein sinnvoller Zwischenschritt, wenn du vor allem in deinem eigenen Revier segelst und die Offshore-Meilen noch nicht gesammelt hast. Offshore bestehst du nicht dadurch, dass du ein sehr guter Coastal-Kandidat bist: Der Prüfer erwartet, dass der Offshore-Kandidat ein Boot mit der Souveränität von jemandem plant und führt, der das schon oft getan hat.

Bin ich zugelassen?

Die gesamte anrechenbare Seezeit muss in den letzten 10 Jahren auf seegehenden Yachten in der Sparte erworben worden sein, in der du geprüft wirst (Segelzeit für eine Segelprüfung, Motorzeit für eine Motorprüfung). Mindestens die Hälfte muss in Gezeitengewässern liegen. Ein Seetag bedeutet mindestens vier Stunden in Fahrt auf einem Törn, nicht einen Tag in der Marina. Was als Tag, als Skippertag und als anrechenbarer Törn gilt, legt die RYA fest; lies die Definitionen, bevor du dein Logbuch zusammenzählst.

Yachtmaster Coastal

AnforderungStandardMit Coastal Skipper Practical (oder Yachtmaster Coastal in der anderen Sparte)
Seetage30, auf Fahrzeugen unter 24 m LüAReduziert (die RYA nennt derzeit 12 Tage auf Fahrzeugen unter 24 m)
Tage als Skipper2, auf Fahrzeugen unter 24 m LüA2
Distanz800 sm400 sm auf Fahrzeugen unter 24 m LüA
Nachtstunden1212
FunkShort Range Certificate (SRC) oder ein höheres GMDSS-ZeugnisEbenso
Erste HilfeRYA First Aid oder ein anerkanntes gleichwertiges ZertifikatEbenso
Alter1717

Yachtmaster Offshore

AnforderungStandardWenn du Yachtmaster Offshore schon in der anderen Sparte hast
Seetage50, auf Yachten bis 500 BRZ25
Tage als Skipper5, auf Fahrzeugen unter 24 m LüA3
Distanz2500 sm1250 sm
Törns über 60 sm5, davon 2 über Nacht und 2 als Skipper3, davon 1 über Nacht und 1 als Skipper
FunkSRC oder höherEbenso
Erste HilfeRYA First Aid oder anerkanntes gleichwertiges ZertifikatEbenso
Alter1818

Für Offshore gibt es keine eigene Zahl an Nachtstunden, weil die zwei Nachttörns sie ohnehin verlangen.

Das Kleingedruckte

  • Anrechenbare Törns. Ein 60-sm-Törn muss ein echter Törn sein, nicht 60 Meilen Zickzack in einer Bucht. Die RYA erwartet, dass du aus einem Hafen ausläufst und einen anderen anläufst (oder einen klaren Törnplan hast), dass ein angemessener Anteil offenes Wasser dabei ist und dass der Törn mit Zeiten und Positionen im Logbuch steht.
  • Als Skipper heißt, dass du das Kommando hattest und die Entscheidungen getroffen hast, nicht, dass du die ganze Zeit am Ruder standest. Das Boot eines Freundes zählt, wenn du es wirklich geführt hast und er das mit seiner Unterschrift bestätigt.
  • Fahrzeuge über 24 m. Zeit auf Superyachten oder großen Segelschulschiffen wird anders bewertet. Wenn du die meiste Zeit auf Fahrzeugen über 24 m oder über 500 BRZ verbracht hast, wende dich vor der Buchung an die Ausbildungsabteilung der RYA.
  • Zertifikate müssen am Prüfungstag gültig sein. Erste-Hilfe-Zertifikate laufen ab (das RYA-First-Aid-Zertifikat gilt drei Jahre). Ein abgelaufenes Zertifikat ist der häufigste vermeidbare Grund dafür, dass eine Prüfung verschoben wird.
  • Lichtbildausweis. Bring Reisepass oder Führerschein mit. Der Prüfer gleicht ihn mit deinem Antrag ab.

Die Prüfung buchen

Weg 1: über ein Ausbildungszentrum

Die meisten Kandidaten legen die Prüfung am Ende einer Vorbereitungswoche an einem RYA-Ausbildungszentrum ab. Das Zentrum stellt ein geeignetes Boot, organisiert über die RYA den Prüfer und stellt meist auch die Crew (oft die anderen Kandidaten aus dem Vorbereitungskurs). Das ist der einfachste Weg, und die meisten Erstkandidaten für Offshore wählen ihn.

Ein typisches Paket umfasst drei Vorbereitungstage und danach einen zweitägigen Prüfungstermin für bis zu vier Kandidaten. Nutze die Vorbereitungstage, um das Prüfungsrevier abzusegeln, nicht um neue Fähigkeiten zu lernen.

Weg 2: auf dem eigenen Boot

Du kannst dich direkt bei der RYA anmelden und die Prüfung auf deinem eigenen Boot ablegen. Dann musst du stellen:

  • Ein Boot zwischen 7 m und 18 m LüA, seetüchtig, geeignet für das Prüfungsrevier und ausgerüstet nach dem Standard der RYA-Broschüre Cruising Yacht Safety (C8).
  • Einen vollständigen, aktuellen Satz Seekarten (Papier oder elektronisch mit Backup) und nautische Veröffentlichungen für das Revier, Gezeitentafeln, Hafenhandbücher, Navigationsbesteck und ein GPS.
  • Mindestens zwei Crewmitglieder außer dem Kandidaten. Der Prüfer fährt nicht als Crew mit und hilft nicht beim Bootshandling.
  • Die Prüfungsgebühr, bezahlt über den Zahlungsdienst der RYA für Prüfungen, plus gegebenenfalls die Reisekosten des Prüfers.

Die Gebühren legt die RYA fest, und sie ändern sich; prüfe den aktuellen Betrag auf rya.org.uk.

Einzureichende Unterlagen

  • Ausgefülltes Antragsformular mit einer Übersicht deiner Seezeit.
  • Kopien deines SRC und deines Erste-Hilfe-Zertifikats.
  • Dein Day Skipper oder Coastal Skipper Practical, wenn du eine reduzierte Seezeit geltend machst.
  • Logbuch oder Seezeitnachweise, unterschrieben von den jeweiligen Skippern. Der Prüfer kann die Originale sehen wollen.

So läuft der Prüfungstag ab

Es gibt kein festes Drehbuch, aber fast jede Prüfung folgt diesem Muster.

1. Ankunft und Einweisung (30 bis 60 Minuten)

Der Prüfer kontrolliert deinen Ausweis, deine Zertifikate und dein Logbuch. Dann erklärt er den Ablauf, vereinbart bei einer zweitägigen Prüfung Essenspausen und Schlafzeiten und fragt dich zum Boot. Rechne mit Fragen wie „Erklär mir die Sicherheitsausrüstung an Bord" und „Zeig mir, wo die Seeventile und der Gasabsperrhahn sind."

2. Törnplanung (vor allem Offshore)

Offshore-Kandidaten bekommen meist vor der Prüfung einen Törn zur Planung zugeschickt, oft 60 bis 100 sm zu einem Hafen, den sie vielleicht nie anlaufen. Bring den Plan in einer Form mit, die du einem Crewmitglied in die Hand drücken könntest: Gezeitentore, Wegpunkte, Ausweichhäfen, Wettergrenzen und ein Revierfahrtplan für die Ansteuerung. Der Prüfer wird ihn gründlich hinterfragen. „Warum um 0500 auslaufen und nicht um 0400?" ist eine faire Frage, und er will eine begründete Antwort hören, keine geratene.

3. In Fahrt

Der praktische Teil besteht aus einer Reihe von Aufgaben, die jeweils der Prüfer stellt:

  • Blindnavigation (Blind Pilotage) oder Navigation mit kleiner Crew in einen kleinen Hafen, oft bei Nacht.
  • Revierfahrt in einen unbekannten Hafen nur mit deinem eigenen Revierfahrtplan, die Seekarte bleibt unter Deck.
  • Mann-über-Bord-Manöver unter Segel und unter Motor, manchmal unangekündigt.
  • An- und Ablegen bei ungünstigem Wind und Strom, oft mit einem absichtlich nicht eingewiesenen Crewmitglied.
  • Ankern und an eine Mooringtonne gehen.
  • Segelhandling, Reffen und Beidrehen.
  • Nachtfahrt: Lichter erkennen, Kollisionsgefahr beurteilen, in den Hafen einlaufen.
  • Notfallszenarien: Feuer, Wassereinbruch, Motorausfall, ein Crewmitglied mit Kopfverletzung, ein Notruf.

Währenddessen sollst du das Boot als Skipper führen: die Crew einweisen, Aufgaben verteilen, das Logbuch führen, das Wetter prüfen und dich um alle kümmern.

4. Mündliche Befragung

Rechne die ganze Zeit mit Fragen und mit einer längeren Runde am Kartentisch. Typische Themen sind COLREGs (Lichter, Signalkörper, Schallsignale, Ausweichsituationen mit Modellen oder Karten), Wetter (eine Bodenwetterkarte und einen Seewetterbericht lesen und die Auswirkung auf deinen Plan), Stabilität, Motorstörungen, die Vorschriften, die für dein Boot gelten, und was du tun würdest, wenn etwas schiefgeht.

5. Nachbesprechung

Am Ende teilt dir der Prüfer das Ergebnis unter vier Augen mit, erklärt es und nennt dir konkrete Punkte, an denen du arbeiten solltest. Eine nicht bestandene Prüfung endet meist mit einer Liste im Stil eines „Teilerfolgs": Bereiche, die du vor der Wiederholungsprüfung verbessern musst.

Was der Prüfer bewertet

Der Prüfer stellt sich eine einzige Frage: Würde ich dieser Person eine Yacht mit meiner Familie an Bord anvertrauen, auf den Törns, die dieser Schein erlaubt? Innerhalb dieser Frage achtet er auf Folgendes:

BereichSo sieht ein Bestehen aus
Skipperführung und CrewmanagementKlare Einweisungen, verteilte Aufgaben, Crew sicher und informiert, Entscheidungen rechtzeitig getroffen und erklärt
TörnplanungEin realistischer Plan mit Gezeitentoren, Gefahren, Alternativen und Wettergrenzen, und erkennbar wird er auch genutzt
NavigationPosition immer mit sinnvoller Genauigkeit bekannt, mit mehr als einer Methode; gegisste Orte mit GPS, Tiefe und Peilungen abgeglichen
RevierfahrtEinfacher, vorbereiteter Plan (Grenzpeilungen, Deckpeilungen, Tiefenlinien); der Skipper schaut aus dem Boot, nicht auf einen Bildschirm
BootshandlingKontrollierte, geplante Manöver unter Nutzung von Wind und Strom; ruhige Korrektur, wenn etwas schiefgeht
COLREGsRichtiges, frühzeitiges, deutliches Handeln; schnelles Erkennen von Lichtern und Signalkörpern; kennt die Regeln, nicht nur ungefähr
SicherheitRettungswesten, Lifebelt-Leinen, Gas, Feuer, MOB, Rettungsinsel und Signalmittel alle bekannt und erklärt
MeteorologieHolt einen Wetterbericht ein und interpretiert ihn; kann die Wetterlage und ihre Auswirkung auf den Plan erklären
NotfälleSinnvolle Prioritäten: zuerst die Sicherheit der Crew, dann das Boot, dann die Kommunikation

Prüfer erwarten keine Perfektion. Ein etwas unsauberes Anlegemanöver, das ruhig korrigiert wird, ist in Ordnung. Ein sauberes Anlegen, das nur mit Glück geklappt hat, oder ein Skipper, der das Crewmitglied ohne Rettungsweste nie bemerkt hat, ist es nicht.

Häufige Gründe für das Durchfallen

Aus den Leitlinien für RYA-Prüfer und der Erfahrung der Ausbildungszentren tauchen immer wieder dieselben Schwächen auf:

  1. Zu wenig echte Skippererfahrung. Der Kandidat hat die Meilen, aber meist als Crew. Er entscheidet langsam, wartet darauf, dass man ihm sagt, was zu tun ist, und übernimmt nicht das Kommando.
  2. Schwache Revierfahrt. Kopf unten am Plotter, kein vorbereiteter Plan und orientierungslos, wenn er ohne Elektronik einlaufen soll. Wer bei der Revierfahrt die Position des Boots nicht auf eine Kabellänge genau angeben kann, fällt häufig genau daran durch.
  3. COLREGs nach Gefühl. Kandidaten, die die Regeln „ungefähr kennen", zögern bei Lichtern in der Nacht oder beim Queren eines Verkehrstrennungsgebiets. Der Offshore-Standard ist nahezu sofortiges Erkennen.
  4. Schlechtes Bootshandling unter Druck. Typisch ist ein Anlegen ohne vorherige Einschätzung von Wind und Strom oder ein Mann-über-Bord-Manöver, das mehrere Anläufe braucht.
  5. Kein Crewmanagement. Der Skipper macht alles selbst oder gibt vage Anweisungen und schreit dann.
  6. Papiere. Ein abgelaufenes Erste-Hilfe-Zertifikat, ein nicht unterschriebenes Logbuch oder Meilen, die den Definitionen nicht entsprechen. Damit fällt man nicht durch, die Prüfung findet dann gar nicht erst statt.
  7. Das Boot nicht kennen. Seeventile, Gas-Magnetventil oder Lenzpumpenhebel auf dem Boot nicht finden, auf dem man seit drei Tagen segelt.

Gewerbliche Anerkennung

Wenn du auf einem kleinen gewerblich genutzten Fahrzeug arbeiten willst (Charter, Überführungen, Segelschule oder andere Boote, die nach den Small Vessel Codes der MCA zugelassen sind), muss dein Yachtmaster-Schein gewerblich anerkannt (commercially endorsed) sein. Die Einzelheiten, auch wie das Coding funktioniert, stehen in Going Commercial: Endorsements, PPR, ENG1, STCW and Coding. Kurz gesagt verlangt die RYA derzeit:

  • Ein gültiges ärztliches Tauglichkeitszeugnis: das MCA ML5 (von deinem Hausarzt) oder ein ENG1 (von einem von der MCA zugelassenen Arzt). ENG1 wird für die meisten Tätigkeiten auf größeren Yachten verlangt.
  • Den Online-Kurs RYA Professional Practices and Responsibilities (PPR).
  • Eine gültige Qualifikation in Überleben auf See, meist RYA Basic Sea Survival oder STCW Personal Survival Techniques.
  • Ein gültiges SRC (oder höher) und ein Erste-Hilfe-Zertifikat, wie für die Prüfung.

Die Anerkennung gilt fünf Jahre und muss dann erneuert werden; dazu gehört, das Tauglichkeitszeugnis und die anderen Zertifikate zu erneuern. Die Anforderungen hängen vom Code und von der Größe des Fahrzeugs ab, prüfe also vor dem Antrag die aktuelle Liste auf rya.org.uk.

Ein 12-Wochen-Vorbereitungsplan

Wochen 12 bis 9: Bestandsaufnahme und Papiere

  • Zähl dein Logbuch anhand der Tabellen oben zusammen. Markiere, welche Tage du als Skipper gefahren bist und welche Törns anrechenbar sind.
  • Prüf die Ablaufdaten deines Erste-Hilfe-Zertifikats und deines SRC. Buch bei Bedarf jetzt Auffrischungskurse.
  • Lies den RYA-Prüfungssyllabus und die Hinweise für Kandidaten. Markiere alles, was du im letzten Jahr nicht gemacht hast.
  • Wähle deinen Weg: Paket eines Ausbildungszentrums oder eigenes Boot.

Wochen 8 bis 5: Lücken auf dem Wasser schließen

  • Skippere nach Möglichkeit mindestens zwei Wochenenden auf fremden Booten. Übe, von der ersten Minute an das Kommando zu übernehmen.
  • Fahre mindestens einen Nachttörn und eine nächtliche Hafeneinfahrt als Skipper.
  • Übe Mann-über-Bord-Manöver unter Segel und unter Motor, bis sie bei verschiedenen Windstärken beim ersten Versuch klappen.
  • Lege in jeder Ausrichtung an: mit dem Bug voraus, mit dem Heck voraus, längsseits mit auflandigem und ablandigem Wind und mit Querstrom.

Wochen 4 bis 2: Theorie und Drills

  • Lerne die Lichter und Signalkörper der COLREGs, bis du sie sofort abrufen kannst. Nutze täglich 10 Minuten Karteikarten.
  • Übe Blindnavigation am Kartentisch: plane, dann geh den Plan mit einem Freund durch, der dir Tiefen und Peilungen zuruft.
  • Arbeite zwei oder drei komplette Törnpläne zu unbekannten Häfen aus. Miss, wie lange du dafür brauchst.
  • Lies die aktuelle Ausgabe von Cruising Yacht Safety (C8) und kenne die Sicherheitsausrüstung auf deinem Prüfungsboot.

Letzte Woche

  • Mach den Törnplan für die Prüfung früh fertig und schlaf ausreichend.
  • Prüf jeden Tag den Wetterbericht und überleg dir, wie er sich auf das Prüfungsrevier auswirkt.
  • Pack ein: Zertifikate, Ausweis, Logbuch, Navigationsbesteck, Bleistifte, Handpeilkompass, Stirnlampe mit Rotlicht, Ölzeug und ein Notizbuch.

Beispiel mit Lösungsweg

Sara will im nächsten Frühjahr die Prüfung Yachtmaster Offshore (Segel) ablegen. Ihr Logbuch der letzten acht Jahre zeigt:

  • 58 Seetage, 2700 sm, 60 Prozent in Gezeitengewässern.
  • 4 Tage als Skipper, alle auf einer 10-m-Yacht.
  • Törns über 60 sm: sechs, davon drei über Nacht. Einen davon hat sie als Skipper geführt.
  • SRC: gültig. RYA First Aid: vor 3 Jahren und 4 Monaten gemacht.

Abgleich mit den Offshore-Anforderungen:

AnforderungErforderlichSaraStatus
Seetage5058Erfüllt
Meilen25002700Erfüllt
GezeitengewässerMindestens die Hälfte60 ProzentErfüllt
Tage als Skipper541 fehlt
60-sm-Törns5, 2 über Nacht, 2 als Skipper6, 3 über Nacht, 1 als Skipper1 Törn als Skipper fehlt
SRCGültigGültigErfüllt
Erste HilfeGültigAbgelaufen (3 Jahre gültig)Erneuern

Plan: Sara bucht für Januar einen eintägigen Erste-Hilfe-Kurs. Im April chartert sie für ein langes Wochenende und skippert einen 75-sm-Nachttörn; damit hat sie sowohl den fehlenden Skippertag als auch den zweiten anrechenbaren Törn als Skipper. Sie lässt ihr Logbuch von der Crew gegenzeichnen und bucht für Ende Mai eine Vorbereitungswoche mit Prüfung an einem Ausbildungszentrum, sodass noch Zeit zum Umbuchen bleibt, falls das Wetter nicht mitspielt.

Hätte sie ohne diese Bestandsaufnahme gebucht, hätte der Prüfer schon bei der Kontrolle der Papiere abbrechen müssen.

Häufige Fehler

  • Zeit als Überführungscrew als Skipperzeit zählen. Es zählen nur Tage, an denen du wirklich das Kommando hattest.
  • Zertifikate auf den letzten Drücker erneuern. Erste-Hilfe- und SRC-Kurse sind im Frühjahr schnell ausgebucht.
  • Sich zu sehr auf den Plotter verlassen. Der Prüfer kann ihn ausschalten. Übe ohne.
  • Die Vorbereitungswoche als Kurs betrachten. Sie ist eine Generalprobe. Komm schon als fertiger Skipper an.
  • Stummes Skippern. Wenn du nicht aussprichst, was du denkst, kann der Prüfer es dir nicht anrechnen. Weise laut ein.
  • Mit der Nachbesprechung streiten. Schreib die Punkte auf, frag nach, um sie zu verstehen, und nutze sie.

Zusammenfassung

  • Yachtmaster Coastal und Offshore sind Befähigungsnachweise, die allein aufgrund einer Prüfung vergeben werden.
  • Für Coastal brauchst du 30 Tage, davon 2 als Skipper, 800 sm und 12 Nachtstunden (weniger Tage und Meilen mit Coastal Skipper Practical). Für Offshore brauchst du 50 Tage, davon 5 als Skipper, 2500 sm und fünf Törns über 60 sm, davon 2 über Nacht und 2 als Skipper. Für beide brauchst du SRC und Erste Hilfe, und die gesamte Zeit muss innerhalb von 10 Jahren liegen, die Hälfte davon in Gezeitengewässern.
  • Coastal dauert für einen Kandidaten etwa 6 bis 10 Stunden, Offshore etwa 8 bis 12 Stunden; mit zwei Kandidaten dauert es länger.
  • Der Prüfer sucht einen sicheren, entschlossenen Skipper, der plant, navigiert, ohne von einer einzigen Quelle abzuhängen, das Boot beherrscht und die Crew führt.
  • Die meisten scheitern an zu wenig echter Skippererfahrung, schwacher Revierfahrt, unsicheren COLREGs und schlechtem Crewmanagement.
  • Für die gewerbliche Anerkennung brauchst du ein Tauglichkeitszeugnis (ML5 oder ENG1), PPR, Sea Survival, SRC und Erste Hilfe.
  • Zahlen ändern sich: Prüf vor der Buchung immer rya.org.uk.

Kontrollfragen

  1. Wie viele Seetage und Meilen brauchst du mindestens für Yachtmaster Offshore, und wie viele anrechenbare Törns?
Antwort: 50 Tage und 2500 sm, dazu fünf Törns über 60 sm, davon zwei über Nacht und zwei als Skipper.
  1. Wie viele Nachtstunden verlangt die Prüfung Yachtmaster Coastal?
Antwort: 12 Nachtstunden.
  1. Innerhalb welches Zeitraums muss die anrechenbare Seezeit erworben sein, und welcher Anteil muss in Gezeitengewässern liegen?
Antwort: Innerhalb der letzten 10 Jahre, mindestens die Hälfte in Gezeitengewässern.
  1. Welche zwei Zertifikate muss jeder Kandidat am Prüfungstag besitzen?
Antwort: Ein Short Range Certificate (oder ein höheres GMDSS-Funkzeugnis) und ein gültiges Erste-Hilfe-Zertifikat wie RYA First Aid.
  1. Welche Bootsgröße ist für die Prüfung zulässig, und wie viele Crewmitglieder müssen außer dem Kandidaten an Bord sein?
Antwort: 7 m bis 18 m LüA, mit mindestens zwei Crewmitgliedern zusätzlich zum Kandidaten. Der Prüfer fährt nicht als Crew mit.
  1. Nenne drei häufige Gründe, aus denen Kandidaten durchfallen.
Antwort: Drei beliebige aus: zu wenig echte Skippererfahrung, schwache Revierfahrt, unsichere COLREGs, schlechtes Bootshandling unter Druck, schlechtes Crewmanagement, das Boot nicht kennen.
  1. Was brauchst du für die gewerbliche Anerkennung eines Yachtmaster-Scheins?
Antwort: Ein Tauglichkeitszeugnis (ML5 oder ENG1), den Online-Kurs PPR, eine Sea-Survival-Qualifikation sowie gültiges SRC und Erste-Hilfe-Zertifikat. Aktuelle Einzelheiten auf rya.org.uk.
  1. Warum lohnt es sich, dein Logbuch drei Monate vor der Prüfung durchzugehen?
Antwort: So findest du Lücken (Skippertage, Törns, abgelaufene Zertifikate), solange noch Zeit ist, sie zu schließen, und die Prüfung scheitert nicht schon an der Kontrolle der Papiere.

Weiterführende Literatur

  • RYA, Certificates of Competence: Seiten zu Yachtmaster Coastal und Yachtmaster Offshore, rya.org.uk (aktuelle Anforderungen, Gebühren und Buchung).
  • RYA, Yachtmaster Scheme Syllabus and Logbook (G158).
  • RYA, Cruising Yacht Safety (C8).
  • James Stevens, RYA Yachtmaster Handbook (G70).
  • Lektionen auf dieser Website: Wie die Yachtmaster-Prüfung abläuft, Anrechenbare Törns dokumentieren, Going Commercial: Endorsements, PPR, ENG1, STCW and Coding, Prüfungsvorbereitung Coastal Skipper / Yachtmaster Theorie.

Übung · 10 Aufgaben

Prüfungsvorbereitung Yachtmaster Coastal und Offshore: Übung

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