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Kollisionsvermeidung

COLREGs für den Yachtmaster

60 Minuten Lesezeit

Voraussetzungen

Diese Lektion setzt voraus, dass du bereits den Standard des RYA Coastal Skipper / Yachtmaster Coastal hast oder darauf hinarbeitest. Du solltest die gängigen Navigationslichter, Tagessignalkörper und Schallsignale erkennen können und die Steuer- und Segelregeln (Regeln 4 bis 19) gut genug kennen, um sie bei Tageslicht auf offener See anzuwenden. Die RYA Yachtmaster Offshore-Prüfung hat eigene Mindestanforderungen an die Erfahrung: 50 Seetage, 2.500 Seemeilen, mindestens 5 Törns über 60 Meilen, davon 2 Nachtfahrten und 2 als Skipper, und mindestens die Hälfte dieser Erfahrung in Gezeitengewässern. Außerdem brauchst du vor der Prüfung ein GMDSS-Funkzeugnis (SRC oder höher) und einen gültigen Erste-Hilfe-Nachweis.

Auf Offshore-Niveau ändert sich nicht der Wortlaut der Regeln, sondern der Standard, der von dir erwartet wird. Der Prüfer erwartet instinktive, korrekte Anwendung der Regeln bei Nacht, im Nebel, in Verkehrstrennungsgebieten und in Situationen mit mehreren Fahrzeugen, sowie das Urteilsvermögen zu erkennen, wann die Regeln dich zwingen, von ihnen abzuweichen.

Lernziele

Am Ende dieser Lektion solltest du in der Lage sein:

  • Den Zweck der Regel 2 (Verantwortung) zu erklären und zu beschreiben, wann sie ein Abweichen von den übrigen Regeln verlangt.
  • Die Rangfolge der Regel 18 anzuwenden, einschließlich Fahrzeuge, die durch ihren Tiefgang eingeschränkt sind, in ihrer Manövrierfähigkeit beschränkt sind oder nicht manövrierfähig sind.
  • Die Verhaltensregeln für eingeschränkte Sicht (Regel 19) anzuwenden, einschließlich der Handlungsregeln von 19(d) und der Bedeutung von sicherer Geschwindigkeit.
  • In und um ein Verkehrstrennungsgebiet (Regel 10) zu navigieren, einschließlich Kreuzen, Einfahren, Verlassen und Nutzung der landseitigen Verkehrszonen.
  • In einem engen Fahrwasser unter Verwendung der richtigen Schallsignale (Regeln 9 und 34) zu überholen.
  • Als vorfahrtberechtigtes Fahrzeug korrekt zu handeln, wenn das ausweichpflichtige Fahrzeug nicht handelt (Regel 17).
  • Fahrzeuge bei Nacht und im Nebel anhand von Lichtern, Signalkörpern und Schallsignalen zu identifizieren, auch unter Prüfungsdruck.
  • Die vollständige Reihe der Steuer- und Segelregeln (Regeln 12 bis 17), die Lichter der Regeln 20 bis 31 und die Schallsignale der Regeln 32 bis 35 auf dem Niveau des Yachtmaster Offshore wiederzugeben.

RYA-Lehrplanzuordnung. Diese Lektion behandelt den Prüfungspunkt „IRPCS“ der theoretischen und praktischen Yachtmaster-Offshore-Prüfung sowie die Lernziele des Kurses zur fortgeschrittenen Auslegung der COLREGs: die Anwendung der Regeln über Lehrbuchfälle hinaus unter Einsatz guter Seemannschaft (Regeln 2, 5 bis 8), den Umgang mit Fischereiflotten, TSS-Spuren und Handelsverkehr (Regeln 9, 10, 18, 26), das Verfahren bei eingeschränkter Sicht in Gebieten mit hoher Verkehrsdichte (Regeln 19 und 35) sowie das Erkennen besonderer Fahrzeuglichter, Signalkörper und Signale (Regeln 20 bis 31, 34 und 35).

Hinweis zur Prüfung. Der Prüfer testet die COLREGs sowohl durch Fragen („Was ist das für ein Fahrzeug, und was muss ich tun?“) als auch dadurch, dass er beobachtet, wie du dich verhältst, wenn sich ein echtes Schiff nähert. Instinktives, frühes und deutliches Handeln zählt. Regelnummern aufzuzählen, während ein Schiff mit 20 Knoten auf dich zuläuft, bringt keine Punkte.

Warum es die Regeln gibt und warum starre Anwendung scheitert

Die Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See von 1972 (COLREGs) werden im britischen Recht durch die Merchant Shipping (Distress Signals and Prevention of Collisions) Regulations umgesetzt. Sie gelten für alle Fahrzeuge auf hoher See und in angrenzenden schiffbaren Gewässern. Sie sind keine Sammlung von Privilegien. Nirgends sprechen die Regeln von „Vorfahrt“: Sie sprechen von Fahrzeugen, die „ausweichen müssen“ („shall keep out of the way“), und von Fahrzeugen, die „ihren Kurs und ihre Geschwindigkeit beibehalten müssen“ („shall keep their course and speed“). Der Unterschied ist wichtig, denn das vorfahrtberechtigte Fahrzeug hat eine Pflicht, kein Recht.

Regel 2: Verantwortung

Regel 2(a) besagt, dass nichts in den Regeln jemanden von den Folgen entbindet, die Regeln oder eine von der üblichen Seemannspraxis verlangte Vorsichtsmaßnahme zu vernachlässigen. Regel 2(b) besagt, dass allen Gefahren der Navigation und des Zusammenstoßes sowie allen besonderen Umständen, einschließlich der Einschränkungen der beteiligten Fahrzeuge, gebührend Rechnung zu tragen ist, die ein Abweichen von den Regeln notwendig machen können, um eine unmittelbare Gefahr abzuwenden.

In der Praxis bedeutet das drei Dinge:

  • Du kannst dich nicht hinter dem Buchstaben einer Regel verstecken. Ein vorfahrtberechtigtes Fahrzeug, das auf Kollisionskurs bleibt, trägt ebenfalls Schuld.
  • Die Regeln setzen voraus, dass Fahrzeuge sich normal verhalten. Wenn etwas Ungewöhnliches geschieht (ein Schiff, das dich nicht sehen kann, eine Fischereiflotte, die quer über ein Fahrwasser arbeitet, ein Fahrzeug, das unberechenbar handelt), wird von dir erwartet, Seemannschaft anzuwenden.
  • Ein Abweichen ist nur erlaubt, um eine unmittelbare Gefahr abzuwenden. Es ist keine Lizenz, die Regeln zu ignorieren, weil es bequemer ist.

Admiralitätsgerichte haben bei Kollisionen wiederholt beiden Fahrzeugen eine Mitschuld zugewiesen. Ein typisches Urteil stellt fest, dass das ausweichpflichtige Schiff überwiegend schuld ist, weil es keinen ordnungsgemäßen Ausguck gehalten hat, und dass das vorfahrtberechtigte Fahrzeug teilweise schuld ist, weil es nach Regel 17 nicht gehandelt hat, obwohl klar war, dass das andere Schiff nicht handelte. Die Formulierung in den RYA-Kursen lautet: „privilege is not a suicide pact“ (Vorfahrt ist kein Selbstmordpakt).

Regeln 5, 6, 7 und 8: die Grundlagen

Fast jede Kollisionsuntersuchung stellt ein Versagen in einer dieser vier Regeln fest:

RegelAnforderungAnwendung auf See
5 AusguckOrdnungsgemäßer Ausguck durch Sicht und Gehör sowie mit allen verfügbaren MittelnRadar und AIS ergänzen Augen und Ohren, ersetzen sie aber nie. Kleine Boote und Fischereifahrzeuge haben oft kein AIS.
6 Sichere GeschwindigkeitEine Geschwindigkeit, mit der du angemessen und wirksam handeln und auf einer den Umständen entsprechenden Strecke anhalten kannstBerücksichtige Sicht, Verkehrsdichte, deine Manövrierfähigkeit, Hintergrundbeleuchtung bei Nacht, Seegang und die Grenzen des Radars.
7 KollisionsgefahrAlle verfügbaren Mittel nutzen; im Zweifel besteht Gefahr. Verlasse dich nicht auf dürftige RadarinformationenNimm eine Reihe von Kompasspeilungen. Eine gleichbleibende Peilung bei abnehmender Entfernung bedeutet Gefahr. Große Schiffe können auf kurze Distanz eine Peilungsänderung zeigen und dich trotzdem treffen.
8 AusweichmanöverPositiv, rechtzeitig, groß genug, um leicht erkennbar zu sein, und keine Folge kleiner KursänderungenWeiche früh und entschlossen aus und prüfe dann, ob das Manöver wirkt, bis das andere Fahrzeug endgültig vorbei und frei ist.

Regel 8 ist die, an der die meisten Segler scheitern. Eine Kursänderung von 10 Grad bei einer Yacht mit 6 Knoten ist für einen Schiffsoffizier, der auf 3 Meilen Entfernung per Radar oder mit dem Auge beobachtet, unsichtbar. Eine Änderung um 30 bis 60 Grad, oder eine Drehung, bei der ein anderes Seitenlicht sichtbar wird, entspricht dem Begriff „leicht erkennbar“. Regel 8(e) erinnert außerdem daran, dass Verlangsamen, Stoppen oder Rückwärtsfahren legitime Mittel zur Vermeidung einer Kollision sind und für eine Yacht unter Motor oft die beste Option darstellen.

Die Rangfolge der Verantwortlichkeiten (Regel 18)

Regel 18 legt fest, wer wem ausweichen muss, außer wenn Regel 9 (enge Fahrwasser), Regel 10 (TSS) oder Regel 13 (Überholen) etwas anderes bestimmen. Die folgende Grafik zeigt die Reihenfolge. Jedes Fahrzeug weicht allen Fahrzeugen über ihm aus.

Rangfolge der Fahrzeuge nach Regel 18, von nicht manövrierfähig oben bis maschinengetrieben unten

Beachte drei Punkte, auf die Prüfer gern eingehen:

  • Überholen hebt alles auf. Regel 13 gilt „ungeachtet aller Bestimmungen der Teile B, Abschnitte I und II“. Eine Segelyacht, die einen Trawler überholt, muss ihm ausweichen, und ein nicht manövrierfähiges Fahrzeug, das dich überholt, wäre grundsätzlich ebenfalls das ausweichpflichtige Fahrzeug (auch wenn du ihm in der Praxis natürlich helfen würdest).
  • Tiefgangsbeschränkt ist ein Sonderfall. Regel 18(d) besagt, dass jedes Fahrzeug außer NUC oder RAM, wenn es die Umstände erlauben, die sichere Durchfahrt eines durch seinen Tiefgang eingeschränkten Fahrzeugs nicht behindern soll. „Nicht behindern“ ist eine andere Pflicht als „ausweichen“. Sie bedeutet, früh zu handeln, damit eine Kollisionsgefahr gar nicht erst entsteht. Entwickelt sich doch eine Kollisionsgefahr, gelten zwischen beiden Fahrzeugen die normalen Steuerregeln, das CBD-Fahrzeug muss aber trotzdem mit besonderer Vorsicht navigieren.
  • Segel gegen Motor ist nicht absolut. Nach Regel 9(b) darf ein Segelfahrzeug oder ein Fahrzeug unter 20 Metern ein Fahrzeug, das nur innerhalb eines engen Fahrwassers sicher navigieren kann, nicht behindern; nach Regel 10(j) gilt dasselbe in einer TSS-Spur. Eine 12-Meter-Yacht unter Segeln in einer betonnten Fahrrinne darf einem Schiff, das die Fahrrinne nicht verlassen kann, nicht im Weg sein.

Seeflugzeuge und WIG-Fahrzeuge (Wing in Ground effect) stehen am Ende der Liste; sie sollen in der Regel allen Fahrzeugen weit ausweichen.

NUC, RAM und CBD im Vergleich

Diese drei Kategorien werden oft verwechselt. Der entscheidende Unterschied ist der Grund, weshalb das Fahrzeug eingeschränkt ist: NUC ist durch einen Defekt eingeschränkt, RAM durch die Arbeit, die es verrichtet, und CBD durch die Wassertiefe um es herum.

Vergleich der Lichter und Signalkörper für tiefgangsbeschränkt, in der Manövrierfähigkeit beschränkt und nicht manövrierfähig
KategorieNachtlichter (Rundumlicht, senkrechte Linie)TagessignalkörperBeispielAndere müssen
NUC (Regel 27a)Rot über Rot; Seitenlichter und Hecklicht nur bei Fahrt durchs WasserZwei BälleMotor- oder Ruderausfall, Fahrzeug treibt mit verfangenem PropellerAusweichen
RAM (Regel 27b)Rot, Weiß, Rot; dazu Topplicht, Seitenlichter und Hecklicht bei Fahrt durchs Wasser; Ankerlichter vor AnkerBall, Raute, BallBaggern, Kabelverlegung, Taucherunterstützung, Versorgung auf See, Start von FlugzeugenAusweichen
CBD (Regel 28)Drei rote Lichter zusätzlich zu den normalen Lichtern eines MaschinenfahrzeugsZylinderTiefgehender Tanker in einer ausgebaggerten ZufahrtNicht behindern
Minenräumen (Regel 27f)Drei Rundumlichter Grün, eines am Topp und je eines an jeder RahnockDrei Bälle im gleichen MusterMinenräumungMindestens 1.000 m Abstand halten

Die Grafik sagt, andere Fahrzeuge müssten bei allen drei ausweichen; genau genommen besteht die Pflicht bei CBD darin, nicht zu behindern, wie oben erklärt. Beachte außerdem, dass ein CBD-Fahrzeug mit besonderer Vorsicht navigieren muss und dabei seinen besonderen Zustand voll berücksichtigen muss (Regel 28 und Regel 18(e)). Regel 18 gibt CBD-Fahrzeugen keinen Vorrang gegenüber Fischereifahrzeugen oder Segelfahrzeugen im üblichen Sinne des Ausweichens: Der Schutz ergibt sich allein aus 18(d).

Ein Bagger oder ein Fahrzeug bei Unterwasserarbeiten, das RAM ist, zeigt außerdem zwei Rundumlichter Rot (oder zwei Bälle) auf der Seite, auf der das Hindernis liegt, und zwei Rundumlichter Grün (oder zwei Rauten) auf der Seite, auf der man gefahrlos passieren kann. Merke: „Rot heißt Finger weg, Grün heißt vorbei.“ Kleine Fahrzeuge bei Taucharbeiten, die nicht die vollständigen Signalkörper zeigen können, führen eine starre Nachbildung der internationalen Signalflagge A (Alpha) von mindestens 1 Meter Höhe.

Fischereifahrzeuge

Regel 26 unterscheidet die Schleppnetzfischerei (Ziehen eines Netzes oder anderen Geräts durchs Wasser) von anderer Fischerei (Netze, Leinen oder Schleppnetze, die die Manövrierfähigkeit einschränken, aber nicht gezogen werden).

Lichter und Signalkörper von Fischereifahrzeugen
RundumlichterTagessignalkörperZusätzlich
SchleppnetzfischereiGrün über Weiß („grün über weiß, Schleppnetz heute Nacht“)Zwei Kegel, Spitzen zusammenTopplicht achteraus und höher als das Grün, wenn 50 m oder länger
Andere FischereiRot über Weiß („rot über weiß, Fischerei heute Nacht“)Zwei Kegel, Spitzen zusammenRundumweiß (oder ein Kegel mit der Spitze nach oben bei Tag) in Richtung des Geräts, das sich waagerecht mehr als 150 m erstreckt

Beide zeigen Seitenlichter und Hecklicht nur bei Fahrt durchs Wasser. Ein Fischereifahrzeug, das nicht tatsächlich fischt (Gerät verstaut, auf Überfahrt), zeigt die normalen Lichter eines Maschinenfahrzeugs und erhält keinen Sonderstatus. Schleppnetze werden achtern gezogen, oft 1.000 m oder mehr auf einer langen Leine; daher niemals dicht achtern eines Trawlers kreuzen. Stellnetz- und Langleinenfischer können Geräte haben, die sich über Meilen auf einer Seite erstrecken; das weiße Licht bzw. der Kegel nach oben zeigt, auf welcher Seite.

Schleppen

Die Lichter nach Regel 24 sind bei Nacht eine häufige Prüfungsfrage:

Schleppleuchten (Regel 24)
SituationLichter
Schleppen, Schlepplänge 200 m oder wenigerZwei Topplichter in senkrechter Linie, Seitenlichter, Hecklicht und darüber ein gelbes Schlepplicht über dem Hecklicht
Schleppen, Schlepplänge mehr als 200 mDrei Topplichter in senkrechter Linie, sonst wie oben; bei Tag eine Raute an Schlepper und Schlepp
Geschlepptes FahrzeugSeitenlichter und Hecklicht (kein Topplicht); bei Tag eine Raute, wenn der Schlepp mehr als 200 m lang ist
Schieben voraus (keine zusammengesetzte Einheit)Zwei Topplichter in senkrechter Linie, Seitenlichter, Hecklicht (kein Schlepplicht)

Ist ein Schlepper zusätzlich RAM, weil der Schlepp seine Abweichungsmöglichkeit stark einschränkt, führt er zusätzlich Rot, Weiß, Rot. Die Schlepplänge wird vom Heck des Schleppers bis zum hinteren Ende des Schlepps gemessen. Ein gelbes Licht über dem Hecklicht bedeutet daher: „Nicht dicht achtern passieren, da hängt etwas an einem Draht.“

Eingeschränkte Sicht (Regel 19)

Regel 19 gilt für Fahrzeuge, die sich nicht in Sichtweite zueinander befinden, wenn sie in oder nahe einem Gebiet mit eingeschränkter Sicht navigieren. Der entscheidende Punkt ist, dass die Regeln 11 bis 18 nicht gelten. Es gibt kein vorfahrtberechtigtes und kein ausweichpflichtiges Fahrzeug; jedes Fahrzeug hat dieselbe Pflicht, eine Begegnung auf kurze Distanz zu vermeiden. Sobald du das andere Fahrzeug sehen kannst, endet die Geltung der Regel 19, und die normalen Regeln für Fahrzeuge in Sichtweite greifen, auch wenn es noch neblig ist.

Regel 19 verlangt von dir:

  1. Mit einer sicheren Geschwindigkeit fahren, die den vorherrschenden Umständen und Bedingungen eingeschränkter Sicht angepasst ist. Ein Maschinenfahrzeug muss seine Maschinen für sofortiges Manövrieren bereithalten.
  2. Den vorherrschenden Umständen gebührend Rechnung tragen, wenn du die Regeln 4 bis 10 befolgst.
  3. Wenn du ein anderes Fahrzeug nur per Radar erfasst, feststellen, ob sich eine Begegnung auf kurze Distanz entwickelt und/oder eine Kollisionsgefahr besteht, und wenn ja, rechtzeitig Ausweichmaßnahmen ergreifen.
  4. Ist dieses Ausweichen eine Kursänderung, soweit möglich eine Kursänderung nach Backbord gegenüber einem Fahrzeug vor dem Querab (außer einem, das du überholst) vermeiden, ebenso eine Kursänderung in Richtung eines Fahrzeugs querab oder achteraus des Querab.
  5. Außer wenn du festgestellt hast, dass keine Kollisionsgefahr besteht: Hörst du das Nebelsignal eines anderen Fahrzeugs scheinbar vor deinem Querab oder kannst eine Begegnung auf kurze Distanz mit einem Fahrzeug vor dem Querab nicht vermeiden, reduziere die Geschwindigkeit auf das Minimum, bei dem du deinen Kurs halten kannst. Falls nötig, nimm ganz Fahrt weg, und navigiere in jedem Fall äußerst vorsichtig, bis die Kollisionsgefahr vorüber ist.

Die folgende Grafik fasst die Handlungsregeln von 19(d) zusammen.

Handlungsregeln bei eingeschränkter Sicht nach Regel 19: nicht nach Backbord auf ein Fahrzeug vor dem Querab, nicht auf ein Fahrzeug querab oder achteraus zu

19(d) in der Praxis anwenden

  • Ziel vor dem Querab auf einer der beiden Seiten: nach Steuerbord ausweichen oder langsamer fahren. Bei einem Ziel knapp auf Steuerbord voraus führt eine beherzte Steuerbordwende dich um sein Heck herum; bei einem Ziel breit auf Steuerbord voraus kann eine große Steuerbordwende dich in seinen Weg bringen, daher ist Verlangsamen oder Stoppen oft besser.
  • Ziel querab oder achteraus des Querab auf Steuerbordseite: nicht nach Steuerbord ausweichen (also nicht auf es zu). Nach Backbord ausweichen, von ihm weg.
  • Ziel querab oder achteraus des Querab auf Backbordseite: nicht nach Backbord ausweichen. Nach Steuerbord ausweichen, von ihm weg.
  • Fahrzeug, das du überholst, knapp voraus: eine Kursänderung nach Backbord ist durch die Ausnahme erlaubt.

Sichere Geschwindigkeit im Nebel

Die Regeln nennen keine feste Geschwindigkeit. Eine verbreitete Faustregel lautet, dass du innerhalb der halben sichtbaren Reichweite anhalten können solltest, damit beide Fahrzeuge, wenn sie demselben Grundsatz folgen, Platz zum Stoppen haben. Zeigt das Radar ein Ziel näher, als du es sehen kannst, fahre langsamer. Eine Yacht mit schlechtem Radarecho sollte annehmen, dass sie nicht gesehen wurde, und entsprechend handeln.

Nebelverfahren für eine Yacht

  1. Bestimme deine Position und trage sie ein, bevor der Nebel dichter wird. Notiere Zeit und Logbucheintrag.
  2. Schalte die Navigationslichter und das Radar ein; stelle AIS auf Senden, falls vorhanden; setze den Radarreflektor (oder prüfe, ob der aktive Zielverstärker, der Active Target Enhancer, eingeschaltet ist).
  3. Die Crew legt Schwimmwesten an; Rettungsinsel und Greifbeutel werden vorbereitet; ein Ausguck wird nach vorn und einer nach achtern aufgestellt, die hören und sehen. Motor an und startklar.
  4. Das Nebelsignal starten.
  5. Erwäge, die Schifffahrtswege zu verlassen und in flaches Wasser zu gehen, in das große Schiffe nicht gelangen können, oder zu ankern.
  6. Jeden Radarkontakt eintragen (siehe die Radarlektion). Nicht auf eine einzelne Beobachtung oder allein auf AIS reagieren.

Schallsignale

Du musst diese sofort erkennen. Ein kurzer Ton dauert etwa eine Sekunde, ein langer Ton vier bis sechs Sekunden.

Übersicht der Schallsignale
Situation (Regel 35, eingeschränkte Sicht)SignalIntervall
Maschinenfahrzeug in Fahrt durchs WasserEin langer TonHöchstens alle 2 Min.
Maschinenfahrzeug mit Fahrt, aber gestopptZwei lange TöneHöchstens alle 2 Min.
NUC, RAM, CBD, Segel-, Fischerei-, schleppendes oder schiebendes FahrzeugEin langer Ton, zwei kurze TöneHöchstens alle 2 Min.
Geschlepptes Fahrzeug (falls bemannt)Ein langer Ton, drei kurze Töne, unmittelbar nach dem Signal des SchleppersHöchstens alle 2 Min.
Vor Anker, unter 100 mGlocke schnell läuten, etwa 5 Sek.Höchstens alle 1 Min.
Vor Anker, 100 m oder mehrGlocke vorn, dann Gong achtern, etwa 5 Sek.Höchstens alle 1 Min.
Vor Anker, wenn fischend oder RAMVerwendet das Signal ein langer Ton, zwei kurze Töne anstelle des Ankersignals (Regel 35(c))Höchstens alle 2 Min.
Vor Anker (optionale Warnung)Ein kurzer, ein langer, ein kurzer TonNach Bedarf
Auf GrundDrei getrennte Glockenschläge, schnelles Läuten der Glocke, dann drei getrennte Schläge (plus Gong achtern bei 100 m oder mehr)Höchstens alle 1 Min.
Lotsenfahrzeug im DienstDarf vier kurze Töne hinzufügen

Fahrzeuge unter 12 m müssen diese Signale nicht geben, müssen aber in Abständen von höchstens 2 Minuten ein anderes wirksames Schallsignal abgeben.

Manöver- und Warnsignale (Regel 34, Fahrzeuge in Sicht)Bedeutung
Ein kurzer TonIch ändere meinen Kurs nach Steuerbord
Zwei kurze TöneIch ändere meinen Kurs nach Backbord
Drei kurze TöneIch betreibe den Antrieb rückwärts
Fünf oder mehr kurze, schnelle TöneIch verstehe deine Absichten nicht oder bezweifle, dass du ausreichend handelst (das Zweifelssignal)
Zwei lange Töne, ein kurzer TonEnges Fahrwasser: Ich beabsichtige, dich an deiner Steuerbordseite zu überholen
Zwei lange Töne, zwei kurze TöneEnges Fahrwasser: Ich beabsichtige, dich an deiner Backbordseite zu überholen
Langer, kurzer, langer, kurzer TonZustimmung, überholt zu werden
Ein langer TonAnnäherung an eine Biegung oder einen verdeckten Bereich eines Fahrwassers

Die Manöversignale nach Regel 34(a) werden nur von Maschinenfahrzeugen in Fahrt gegeben (eine Segelyacht unter Motor zählt dazu), wenn sich die Fahrzeuge in Sicht befinden und eines manövriert, wie es die Regeln erlauben oder verlangen. Das Zweifelssignal nach Regel 34(d) ist anders: Es darf jedes Fahrzeug geben, Maschinen- oder Segelfahrzeug, und kann durch ein Lichtsignal von mindestens fünf kurzen, schnellen Blitzen ergänzt werden. Verwende die Manöversignale niemals im Nebel: Sie sind für Fahrzeuge in Sicht bestimmt.

Regel 34(b) erlaubt, die Schallsignale durch Lichtsignale zu ergänzen: ein Blitz von etwa einer Sekunde für jeden kurzen Ton, mit etwa einer Sekunde Pause zwischen den Blitzen, und ein langer Blitz von vier bis sechs Sekunden für jeden langen Ton. Eine Yacht ohne Signalhorn in Reichweite kann mit einer Taschenlampe fünf kurze Blitze geben. Regel 36 erlaubt jedes andere Licht- oder Schallsignal, um Aufmerksamkeit zu erregen, sofern es nicht mit einem Signal der Regeln verwechselt werden kann, und verbietet Lichter, die mit Navigationshilfen verwechselt werden könnten.

Enge Fahrwasser und Überholen (Regeln 9 und 13)

In einem engen Fahrwasser oder einer Fahrrinne hältst du dich so nah wie sicher und praktikabel an der äußeren Grenze auf deiner Steuerbordseite. Quere das Fahrwasser nicht, wenn du damit ein Fahrzeug behinderst, das nur innerhalb des Fahrwassers navigieren kann, und ankere nicht darin.

Überholen ist jede Annäherung aus mehr als 22,5 Grad achteraus des Querab des anderen Fahrzeugs; nachts würdest du nur dessen Hecklicht sehen. Ist im Zweifel unklar, ob du überholst oder kreuzt, nimm an, dass du überholst. Das überholende Fahrzeug bleibt das ausweichpflichtige Fahrzeug, bis es „endgültig vorbei und frei“ ist, selbst wenn die Peilung später eine Kreuzungssituation ergibt.

In einem engen Fahrwasser meldet das überholende Fahrzeug, wenn das überholte Fahrzeug handeln muss, um ein sicheres Passieren zu ermöglichen, seine Absicht und wartet auf Zustimmung, wie unten dargestellt.

Überholen in einem engen Fahrwasser mit den Schallsignalen für Absicht und Zustimmung

Ist das vorausfahrende Fahrzeug nicht einverstanden, gibt es fünf kurze Töne. Das überholende Fahrzeug muss dann warten. Die Zustimmung verlagert die Verantwortung nicht: Das überholende Fahrzeug hält trotzdem Abstand. In der Praxis ruft eine Yacht oft zusätzlich über UKW, doch Funkabsprachen bergen Risiken (Sprichst du mit dem richtigen Schiff?) und setzen die Regeln nicht außer Kraft.

Verkehrstrennungsgebiete (Regel 10)

TSS lenken den Schiffsverkehr in dichten Gebieten, etwa in der Straße von Dover, vor Ushant, bei den Casquets, vor Land's End und bei den Skerries. Viele sind von der IMO angenommen und werden durch Küstenwachen-Radar überwacht (CROSS Gris-Nez und die Küstenwache Dover betreiben den Channel Navigation Information Service). Verstöße von Yachten werden gemeldet und verfolgt.

Die Pflichten für ein Fahrzeug, das ein TSS nutzt, sind:

  • In der passenden Spur in allgemeiner Richtung des Verkehrsflusses fahren.
  • Die Trennlinie oder -zone so weit wie praktikabel meiden.
  • In der Regel am Ende einer Spur ein- oder ausfahren; wenn du seitlich ein- oder ausfährst, tu dies in einem möglichst kleinen Winkel zur allgemeinen Richtung des Verkehrs.
  • Kreuzen von Spuren vermeiden; musst du doch kreuzen, tu dies auf einem Kurs, der möglichst rechtwinklig zur allgemeinen Richtung des Verkehrsflusses liegt.
  • Eine landseitige Verkehrszone nicht benutzen, wenn du sicher die angrenzende Spur nutzen kannst; ausgenommen sind Fahrzeuge unter 20 m, Segelfahrzeuge und Fischereifahrzeuge, die die Zone benutzen dürfen, und jedes Fahrzeug darf sie benutzen, um einen Hafen oder Ort darin anzulaufen oder zu verlassen oder um eine unmittelbare Gefahr abzuwenden.
  • Vor Anker in dem Gebiet oder nahe seinen Enden vermeiden.
  • Segelfahrzeuge und Fahrzeuge unter 20 m dürfen die sichere Durchfahrt von Maschinenfahrzeugen, die einer Verkehrsspur folgen, nicht behindern.

Ein TSS queren

Die Regel spricht von Kurs (heading) im rechten Winkel, nicht von Track. Setzt dich ein Gezeitenstrom längs der Spur, steuerst du trotzdem 90 Grad zum Verkehrsfluss und nimmst hin, dass dein Track über Grund angewinkelt ist. Das gibt den Schiffen das klarste Bild (sie sehen dich querab, kreuzend) und die kürzeste Zeit in der Spur.

Queren eines Verkehrstrennungsgebiets mit einem Kurs von 90 Grad zum Verkehrsfluss

Rechenbeispiel. Du musst ein TSS queren, dessen Spuren 045/225 Grad rechtweisend verlaufen. Die Spuren und die Trennzone zusammen sind 8 Meilen breit. Deine Fahrt durchs Wasser unter Motor beträgt 6 Knoten. Der Gezeitenstrom setzt mit 2 Knoten nach 045 Grad. Du steuerst 135 Grad rechtweisend (Kurs im rechten Winkel). Die Querungszeit beträgt 8 / 6 = 1 Stunde 20 Minuten, währenddessen trägt dich der Strom etwa 2,7 Meilen nordöstlich längs der Spur. Dein Track über Grund wird etwa 117 Grad rechtweisend betragen. Du musst deinen Einstiegspunkt etwa 2,7 Meilen tideaufwärts (südwestlich, gegen den Strom) von dort planen, wo du das Gebiet verlassen willst, damit dich der Strom quer über das Gebiet zum beabsichtigten Ausgang trägt, und prüfen, dass keine Untiefen oder das Ende des Gebiets im Weg liegen. Würdest du stattdessen einen Track von 135 Grad über Grund anstreben, müsstest du etwa 155 Grad steuern; das ergibt ein verwirrendes Bild für die Schiffe und verletzt die Regel.

Vor dem Queren sollte der Skipper die Crew einweisen, den Motor laufen lassen, auch wenn gesegelt wird (damit du Fahrt halten und manövrieren kannst), mit Radar und AIS eine Lücke im Verkehr auswählen und darauf vorbereitet sein, zu verlangsamen oder abzudrehen, um Schiffen achteraus statt vor dem Bug vorbeizufahren. Im Nebel sollte man das Queren ganz vermeiden.

Einfahren und Verlassen

Die nächste Grafik zeigt, wie du am Ende einer Spur einfährst oder seitlich in einem flachen Winkel einfädelst, ähnlich wie ein Auto, das auf eine Autobahn auffährt.

Einfahren in und Verlassen einer Verkehrsspur am Ende oder in einem flachen Winkel

Landseitige Verkehrszonen

Zwischen der landseitigen Spur und der Küste liegt die landseitige Verkehrszone. Eine Yacht auf Küstenpassage parallel zum Gebiet sollte in der Regel die Zone statt der Spur nutzen.

Landseitige Verkehrszone zwischen Küste und TSS-Spur, von Yachten auf Passage genutzt

Denke daran, dass die Zone nicht leer ist: Fischereifahrzeuge, Küstenfrachter auf dem Weg zu lokalen Häfen und andere Yachten nutzen sie, und die vollen Steuerregeln gelten.

Handlungspflichten des vorfahrtberechtigten Fahrzeugs (Regel 17)

Regel 17 ist abgestuft:

  1. 17(a)(i): Muss ein Fahrzeug ausweichen, muss das andere seinen Kurs und seine Geschwindigkeit beibehalten.
  2. 17(a)(ii): Das vorfahrtberechtigte Fahrzeug darf handeln, sobald deutlich wird, dass das ausweichpflichtige Fahrzeug nicht angemessen handelt.
  3. 17(b): Ist das vorfahrtberechtigte Fahrzeug aus irgendeinem Grund so nahe, dass eine Kollision durch das Handeln des ausweichpflichtigen Fahrzeugs allein nicht mehr vermieden werden kann, muss es die Maßnahme ergreifen, die am besten zur Kollisionsvermeidung beiträgt.
  4. 17(c): Ein vorfahrtberechtigtes Maschinenfahrzeug, das in einer Kreuzungssituation handelt, soll, wenn die Umstände es erlauben, nicht nach Backbord abdrehen gegenüber einem Fahrzeug an seiner eigenen Backbordseite.

Bevor du nach 17(a)(ii) handelst, solltest du mindestens fünf kurze, schnelle Töne geben (Regel 34(d)); du kannst dies durch ein Lichtsignal (fünf kurze Blitze) und einen UKW-Anruf ergänzen. Für eine Yacht kommt der Punkt „darf handeln“ früh, denn ein 300 m langes Schiff mit 20 Knoten braucht für einen Crashstopp mehr als eine Meile, und seine Wende wirkt erst nach mehreren Minuten. Dein Manöver sollte entschlossen und deutlich sein, normalerweise eine große Wende nach Steuerbord, um das Schiff an deine Backbordseite zu bringen, oder ein Abdrehen, um es achteraus zu lassen, niemals eine Wende nach Backbord quer vor seinem Bug.

Durchgerechnetes Beispiel: Begegnung mit mehreren Fahrzeugen bei Nacht

Es ist 02:30, die Sicht ist gut, der Wind kommt aus Südwest, Stärke 4. Du bist Skipper einer 12-m-Yacht, die hart am Wind auf Backbordbug liegt, Kurs 270 Grad rechtweisend mit 6 Knoten, 15 Meilen südlich von The Lizard. Voraus und auf Steuerbord siehst du:

  • Fahrzeug A peilt 300 Grad und zeigt zwei weiße Topplichter (das hintere höher) und ein rotes Seitenlicht. Es ist ein Maschinenfahrzeug, das von Steuerbord nach Backbord kreuzt, über 50 m lang, mit etwa Kurs Südwest bis Süd.
  • Fahrzeug B peilt 240 Grad und zeigt Rundumlichter Grün über Weiß und ein rotes Seitenlicht: ein Trawler in Fahrt, der dir von rechts nach links vorausquert.

Du nimmst Handpeilungen mit dem Kompass. A bleibt nach 3 Minuten auf 300 Grad; die Entfernung nimmt ab. Die Peilung von B wandert nach links (von 240 auf 233 Grad), und ihre Entfernung nimmt langsam zu.

Analyse. Du bist ein Segelfahrzeug; A ist ein Maschinenfahrzeug, also ist A das ausweichpflichtige Fahrzeug (Regel 18), und du bist gegenüber A das vorfahrtberechtigte Fahrzeug. Beachte, dass A von vor deinem Steuerbordquerab herankommt; Regel 15 (Kreuzen) gilt nur zwischen zwei Maschinenfahrzeugen, daher weicht A nach Regel 18 aus, nicht nach Regel 15. B fischt mit Schleppnetz, daher musst du B ausweichen, und B hat bereits vorausgekreuzt und entfernt sich an deiner Backbordseite, stellt also im Moment keine Gefahr dar. Trotzdem darfst du wegen ihres Schleppnetzes niemals dicht achtern von B vorbeifahren und musst die Lage im Auge behalten, falls sie dreht.

Schiff A reagiert nicht. Bei 2 Meilen ist die Peilung immer noch gleich. Du rufst auf UKW Kanal 16 und Kanal 13: „Schiff an meiner Steuerbordseite, etwa 15 Meilen südlich von The Lizard, hier ist die Segelyacht Sea Swallow, ich bin ein Segelfahrzeug an Ihrer Backbordseite, 2 Meilen, gleichbleibende Peilung, bitte geben Sie Ihre Absichten bekannt.“ Keine Antwort.

Die folgende Grafik zeigt die Entscheidung.

Durchgerechnetes Beispiel: vorfahrtberechtigte Yacht mit einem nicht reagierenden Handelsschiff, Kursänderung nach Steuerbord

Handlung. Du gibst fünf kurze Töne und blinkst mit einem Handscheinwerfer auf deine Segel (Regel 36 erlaubt Signale zur Aufmerksamkeitserregung, die mit keinem anderen Signal verwechselt werden können). Regel 17(a)(ii) erlaubt dir nun zu handeln, und weil du ein langsames Fahrzeug bist und das Schiff schnell ist, solltest du jetzt handeln statt auf 17(b) zu warten. Eine Wende nach Backbord würde dich quer vor ihrem Bug führen und in diesem Fall außerdem in Richtung des Trawler-Geräts. Eine beherzte Wende nach Steuerbord, mit Abfallen auf einen Kurs von etwa 340 Grad und anschließendem Halsen oder Wenden nach Bedarf, bringt das Schiff an deine Backbordseite, und du fährst achtern an ihm vorbei. Der Trawler liegt an deiner Backbordseite, daher führt eine Wende nach Steuerbord dich auch von seinem Gerät weg. Du drehst weiter, bis die Peilung von A deutlich nach rechts wandert und ihr rotes Seitenlicht nach achtern wandert, und hältst dann Kurs, bis sie vorbei und frei ist.

Danach. Notiere Zeiten, Peilungen, UKW-Anrufe und Handlungen im Logbuch. Eine beinahe-Kollision kann dem MAIB gemeldet werden.

Die Steuer- und Segelregeln im Ganzen (Regeln 11 bis 18)

Die fortgeschrittenen Regeln oben setzen auf den grundlegenden Verhaltensregeln auf, die der Prüfer ohne Zögern wiedergeben und anwenden erwartet. Sie gelten für Fahrzeuge, die sich in Sicht zueinander befinden.

RegelSituationHandlung
12 SegelfahrzeugeZwei Segelfahrzeuge, Wind auf verschiedenen SeitenDas Fahrzeug mit dem Wind an Backbord weicht aus
12Wind auf derselben SeiteDas luvwärtige Fahrzeug weicht dem leewärtigen aus
12Fahrzeug mit Wind an Backbord kann nicht erkennen, ob das andere den Wind an Backbord oder Steuerbord hatEs weicht aus
13 ÜberholenAnnäherung aus mehr als 22,5 Grad achteraus des QuerabDas überholende Fahrzeug weicht aus, bis es endgültig vorbei und frei ist; spätere Peilungsänderungen machen es nicht zu einem kreuzenden Fahrzeug
14 GegenkursZwei Maschinenfahrzeuge begegnen sich auf entgegengesetzten oder nahezu entgegengesetzten KursenJedes ändert den Kurs nach Steuerbord und passiert Backbord an Backbord; im Zweifel von Gegenkurs ausgehen
15 KreuzenZwei Maschinenfahrzeuge kreuzen so, dass eine Kollisionsgefahr bestehtDas Fahrzeug, das das andere an seiner Steuerbordseite hat, weicht aus und vermeidet, wenn die Umstände es erlauben, vor dem anderen zu kreuzen
16 AusweichpflichtigJedes ausweichpflichtige FahrzeugFrüh und deutlich handeln, um weit Abstand zu halten
17 VorfahrtberechtigtDas andere FahrzeugKurs und Geschwindigkeit beibehalten, vorbehaltlich der abgestuften Pflichten oben

Zwei Punkte stellen Prüflinge gern auf die Probe. Erstens gilt die Gegenkurs-Regel 14 nur zwischen Maschinenfahrzeugen (zwei Segelyachten, die sich im Gegenkurs begegnen, unterliegen Regel 12, und eine Yacht unter Motor, die einer Yacht unter Segeln begegnet, unterliegt Regel 18). Ein Maschinenfahrzeug sieht die Topplichter in einer Linie oder nahezu in einer Linie und beide Seitenlichter voraus. Zweitens gilt ein Segelfahrzeug mit laufendem und benutztem Motor, selbst bei gesetzten Segeln, im Sinne der Regeln als Maschinenfahrzeug. Bei Tag sollte es den Motorsegel-Kegel mit der Spitze nach unten im vorderen Teil des Fahrzeugs zeigen, wo er am besten zu sehen ist (Regel 25(e)); der Kegel ist das Signal, dass du als Maschinenfahrzeug behandelt wirst, also verwende ihn.

Lichter, Signalkörper und Schall: die Kurzübersicht

Da der Prüfer jederzeit nach jedem Fahrzeug fragen kann, fasst dieser Abschnitt die übrigen Lichter der Teile C und D zusammen, die ein Yachtskipper kennen muss. Regel 22 legt die Mindestreichweiten fest: für ein Fahrzeug von 50 m oder mehr das Topplicht 6 Meilen, die Seitenlichter 3 Meilen und das Hecklicht 3 Meilen; für ein Fahrzeug von 12 m bis unter 50 m das Topplicht 5 Meilen (3 Meilen bei weniger als 20 m), die Seitenlichter 2 Meilen und das Hecklicht 2 Meilen; für ein Fahrzeug unter 12 m das Topplicht 2 Meilen, die Seitenlichter 1 Meile und das Hecklicht 2 Meilen. Die sichtbare Reichweite ist wichtig: Die Lichter deiner Yacht sind nur auf 2 oder 3 Meilen zu sehen, weshalb ein Schiff, das mit 20 Knoten auf dich zuläuft, dich möglicherweise nur etwa 6 bis 9 Minuten vor der Begegnung sieht.

FahrzeugNachtlichterTagessignalkörper
Maschinenfahrzeug, 50 m oder mehrVorderes Topplicht, ein zweites Topplicht achteraus und höher, Seitenlichter, HecklichtKeiner
Maschinenfahrzeug, unter 50 mEin Topplicht, Seitenlichter, Hecklicht (ein zweites Topplicht ist optional)Keiner
Maschinenfahrzeug, unter 12 mEin Topplicht (oder Rundumweiß), Seitenlichter (dürfen kombiniert sein)Keiner
Segelfahrzeug unter 20 mSeitenlichter und Hecklicht, die im Topp als Dreifarbenlicht kombiniert sein dürfenKeiner
Segelfahrzeug, beliebige LängeSeitenlichter und Hecklicht; optional zwei Rundumlichter, Rot über Grün, am Topp (nicht zusammen mit dem Dreifarbenlicht)Kegel mit der Spitze nach unten, wenn zusätzlich der Motor benutzt wird
Segelfahrzeug unter 7 m oder RuderbootSeitenlichter und Hecklicht, wenn praktikabel, andernfalls eine Taschenlampe oder Laterne, die rechtzeitig weißes Licht zeigt, um eine Kollision zu verhindernKeiner
Vor Anker, 50 m oder mehrVorn Rundumweiß und achtern ein zweites, tiefer liegendes Rundumweiß; Arbeits- oder Decklichter dürfen zur Beleuchtung der Decks verwendet werdenEin schwarzer Ball vorn
Vor Anker, unter 50 mEin Rundumweiß dort, wo es am besten zu sehen istEin schwarzer Ball vorn
Auf GrundAnkerlichter plus zwei rote Rundumlichter in senkrechter LinieDrei schwarze Bälle in senkrechter Linie
Lotsenfahrzeug im DienstWeiß über Rot rundum am Topp, plus Seitenlichter und Hecklicht bei Fahrt durchs Wasser; Ankerlichter vor AnkerKeiner
Fahrzeug unter 7 m vor AnkerKeine Ankerlichter erforderlich, außer in oder nahe einem engen Fahrwasser, einer Fahrrinne oder einem Ankerplatz oder dort, wo andere Fahrzeuge üblicherweise fahrenDer Ball ist unter denselben Bedingungen ebenfalls nicht erforderlich (Regel 30(e))

Ein Segelfahrzeug unter 20 m darf das Dreifarbenlicht und die Lichter Rot über Grün nicht zusammen zeigen, und das Dreifarbenlicht gilt nur für Segelbetrieb: Wenn du den Motor startest, musst du das Topplicht als Maschinenfahrzeug und die normalen Seitenlichter zeigen, denn das Dreifarbenlicht ist kein Signal für ein Maschinenfahrzeug. Viele Segler fahren mit gesetztem Dreifarbenlicht und eingeschaltetem Topplicht für Maschinenfahrt gleichzeitig; das ist unzulässig, denn es zeigt zugleich ein Maschinenfahrzeug und ein Segelfahrzeug an.

Regel 3(l) definiert „eingeschränkte Sicht“ als jeden Zustand, in dem die Sicht durch Nebel, Dunst, fallenden Schnee, starken Regen, Sandsturm oder eine andere ähnliche Ursache eingeschränkt ist. Maßgeblich ist, was du sehen kannst, nicht die Wettervorhersage und auch nicht, ob die Sonne untergegangen ist. Regel 3(k) definiert Fahrzeuge als in Sicht zueinander nur dann, wenn eines vom anderen visuell beobachtet werden kann: Ein Schiff, das du nur per Radar siehst oder dessen Lichter du nur durch den Nebel erahnst, ist nicht in Sicht, und Regel 19 gilt.

Nächtliche Identifizierungsübung

Auf Offshore-Niveau wirst du gebeten, Lichter in rascher Folge zu identifizieren. Arbeite sie systematisch ab:

  1. Zuerst Farben und Anordnung der Rundumlichter (sie zeigen den Status des Fahrzeugs: NUC, RAM, CBD, Fischerei, Lotse, vor Anker, auf Grund).
  2. Topplichter (Maschinenfahrzeug, bei zwei Topplichtern über 50 m Länge, bei übereinander gestapelten Topplichtern Schlepp).
  3. Seitenlichter (in welche Richtung es relativ zu dir fährt: Rot bedeutet, du bist auf seiner Backbordseite).
  4. Was du tun musst (freihalten, nicht behindern, Kurs halten).
Gesehene LichterFahrzeugDeine Handlung
Weiß über Rot rundumLotsenfahrzeug im DienstAbstand zum Lotsenübernahmegebiet halten
Zwei Rundumlichter Rot, keine SeitenlichterNUC, nicht in FahrtFreihalten
Rot über Grün rundum am Topp, plus SeitenlichterSegelfahrzeug mit den optionalen LichternSegelfahrzeug: Regel 12 oder Regel 18 anwenden
Rot über Weiß rundum, plus ein weißes Licht tief auf einer SeiteFischerei (kein Schleppnetz), Gerät mehr als 150 m auf dieser Seite ausgelegtFreihalten, an der Seite vorbei, die vom Gerät abgewandt ist
Drei Topplichter senkrecht, gelb über HecklichtSchlepper mit Schlepp über 200 mNiemals zwischen Schlepper und Schlepp hindurchfahren
Drei Rundumlichter Rot über zwei TopplichternGroßes tiefgangsbeschränktes SchiffNicht behindern

Häufige Fehler

  • Als vorfahrtberechtigtes Fahrzeug so lange festhalten, bis es zu spät ist. Eine Yacht hat begrenzte Geschwindigkeit; handle früh und deutlich nach Regel 17(a)(ii).
  • Kleine, wiederholte Kursänderungen. Regel 8 verlangt ein einziges, beherztes Manöver, das auf Radar und mit dem Auge erkennbar ist.
  • Die Steuerregeln im Nebel anwenden. Nach Regel 19 gibt es kein vorfahrtberechtigtes Fahrzeug. Wenn du im Nebel denkst „Ich bin ein Segelfahrzeug, er muss mir ausweichen“, liegst du falsch.
  • Nach Backbord abdrehen bei einem Radarziel vor dem Querab. Verboten nach 19(d)(i), außer beim Überholen.
  • Eine TSS im Winkel queren, um Strecke zu sparen. Der Kurs muss rechtwinklig zum Strom liegen, unabhängig vom Gezeitenversatz.
  • Die TSS-Spur benutzen, obwohl die landseitige Zone verfügbar ist, oder die Trennzone durchschneiden. Beides sind meldepflichtige Verstöße.
  • Segeln als oberste Rangstufe betrachten. Segelfahrzeuge weichen NUC, RAM und Fischereifahrzeugen aus und behindern CBD-Fahrzeuge nicht, und in Fahrwassern und TSS-Spuren dürfen sie große Schiffe nicht behindern.
  • Sich auf AIS oder UKW-Absprachen verlassen. AIS-Daten können falsch oder unvollständig sein; UKW-Anrufe erreichen unter Umständen das falsche Schiff. Nutze Peilungen, Radarplotten und die Regeln.
  • Dicht achtern an Trawlern oder zwischen Schlepper und Schlepp vorbeifahren.

Wie Kollisionen beurteilt werden

Obwohl britische und internationale Gerichte in Tatsachenfragen zu unterschiedlichen Schlüssen kommen, ist das Muster konsistent, und genau deshalb fragt der Prüfer so stark nach Seemannschaft. Die Schuld wird häufig zwischen den Fahrzeugen geteilt. Dem ausweichpflichtigen Fahrzeug wird vorgeworfen, nicht ausgewichen zu sein (Regeln 8 und 16) und einen schlechten Ausguck gehalten zu haben (Regel 5). Dem vorfahrtberechtigten Fahrzeug wird vorgeworfen, nicht gehandelt zu haben, obwohl klar war, dass das andere nicht handelte (Regel 17), zu hohe Geschwindigkeit bei schlechter Sicht (Regel 6), einen schlechten Ausguck oder eine Kursänderung, die die Lage verschlimmert hat. In einem TSS wird ein kleines Fahrzeug, das im falschen Winkel quert oder ein Schiff in einer Spur behindert, wahrscheinlich als schuldig befunden. Führe Aufzeichnungen: Logbuch, Peilungen, Zeiten, UKW-Anrufe und alle Radar- oder AIS-Bildschirmfotos sind dein Beweismaterial.

Zusammenfassung

  • Regel 2 steht über allem: Kollisionen vermeiden, mit Seemannschaft handeln und sich nicht hinter einem „Vorfahrtsrecht“ verstecken.
  • Die Regeln 5 bis 8 (Ausguck, sichere Geschwindigkeit, Kollisionsgefahr, Ausweichmanöver) tragen jede Begegnung. Handle früh, entschlossen und prüfe nach.
  • Regel 18 legt die Rangfolge fest: Maschinenfahrzeuge weichen Segelfahrzeugen, Fischereifahrzeugen, NUC und RAM; Segelfahrzeuge weichen Fischereifahrzeugen, NUC und RAM; Fischereifahrzeuge weichen NUC und RAM; alle außer NUC und RAM behindern ein durch seinen Tiefgang eingeschränktes Fahrzeug nicht. Überholende Fahrzeuge halten immer Abstand.
  • Bei eingeschränkter Sicht gilt Regel 19 für Fahrzeuge, die sich nicht in Sicht zueinander befinden: kein vorfahrtberechtigtes Fahrzeug, sichere Geschwindigkeit und keine Wenden nach Backbord bei Zielen vor dem Querab oder auf Ziele querab oder achteraus zu.
  • In einem TSS folge der Spur in Richtung des Verkehrsflusses, fahre am Ende oder in einem flachen Winkel ein und aus, quere mit einem Kurs im rechten Winkel und nutze die landseitige Zone bei Küstenpassagen.
  • Das vorfahrtberechtigte Fahrzeug darf handeln, sobald das ausweichpflichtige Fahrzeug eindeutig nicht handelt, und muss handeln, wenn eine Kollision durch das ausweichpflichtige Fahrzeug allein nicht vermieden werden kann.
  • Kenne jedes Licht, jeden Signalkörper und jedes Schallsignal sofort.

Wissenskontrolle

  1. Im Nebel erfasst du per Radar ein Fahrzeug, relativ 060 Grad, Entfernung 4 Meilen, es nähert sich auf gleichbleibender Peilung. Nach welcher Seite darfst du nicht ausweichen, und was sind deine besten Optionen?
Antwort: Das Ziel liegt vor dem Querab auf der Steuerbordseite, daher musst du nach Regel 19(d)(i) vermeiden, nach Backbord auszuweichen. Ein beherztes Ausweichen nach Steuerbord, um es achteraus zu passieren, ist möglich, kann das Ziel aber näher bringen, wenn es breit auf dem Bug liegt; daher ist Verlangsamen oder Stoppen (ganz Fahrt wegnehmen) oft die bessere Option. Plotte, um zu prüfen, ob das Manöver wirkt.
  1. Du bist eine 12-m-Segelyacht im TSS der Straße von Dover und fährst auf der nach Nordosten laufenden Spur. Ein Tanker, der dich von achtern überholt, liegt auf gleichbleibender Peilung. Wer muss ausweichen?
Antwort: Der Tanker überholt, daher muss er nach Regel 13 ausweichen. Allerdings bedeutet Regel 10(j), dass du seine sichere Durchfahrt nicht behindern solltest, während er der Spur folgt, und als kleine Yacht hättest du die Spur nicht benutzen sollen, wenn die landseitige Zone verfügbar war. In der Praxis solltest du früh handeln, um keine Begegnung auf kurze Distanz entstehen zu lassen.
  1. Welche Lichter zeigt ein durch seinen Tiefgang eingeschränktes Fahrzeug, und welche Pflicht haben andere Fahrzeuge?
Antwort: Drei rote Rundumlichter in senkrechter Linie zusätzlich zu den normalen Lichtern eines Maschinenfahrzeugs; bei Tag ein Zylinder. Andere Fahrzeuge (außer NUC und RAM) müssen, wenn es die Umstände erlauben, seine sichere Durchfahrt nicht behindern.
  1. Du musst eine TSS-Spur queren, die 090/270 Grad verläuft, bei einem nordwärts setzenden Gezeitenstrom von 2 Knoten. Welchen Kurs steuerst du?
Antwort: 000 oder 180 Grad rechtweisend (je nachdem, in welche Richtung du querst), also ein Kurs im rechten Winkel zum Verkehrsfluss. Du nimmst hin, dass dein Track über Grund durch den Strom angewinkelt sein wird.
  1. Nachts siehst du ein Rundumlicht Rot über Weiß und ein zweites, tiefer liegendes weißes Licht weit auf einer Seite. Was ist das?
Antwort: Ein Fischereifahrzeug, das nicht mit Schleppnetz fischt, mit Außengerät, das sich waagerecht mehr als 150 m in Richtung des zweiten weißen Lichts erstreckt. Halte Abstand und passiere auf der anderen Seite.
  1. Du bist vorfahrtberechtigt, und ein Schiff nähert sich auf gleichbleibender Peilung, ohne den Kurs zu ändern. Nenne deine Handlungen in der richtigen Reihenfolge.
Antwort: Mindestens fünf kurze, schnelle Töne (und/oder fünf kurze Blitze) geben; einen UKW-Anruf versuchen, bei dem das Schiff über seine Position identifiziert wird; sobald klar ist, dass es nicht handelt, früh und entschlossen nach Regel 17(a)(ii) handeln, normalerweise mit einer großen Wende nach Steuerbord oder einem Abdrehen, niemals nach Backbord quer vor seinem Bug; weiter beobachten, bis es vorbei und frei ist; das Ereignis im Logbuch festhalten.
  1. Was bedeuten zwei lange Töne gefolgt von zwei kurzen Tönen, und wie lautet die richtige Antwort bei Zustimmung?
Antwort: In einem engen Fahrwasser: „Ich beabsichtige, dich an deiner Backbordseite zu überholen.“ Die Zustimmung lautet langer, kurzer, langer, kurzer Ton. Wird nicht zugestimmt, gibt das vorausfahrende Fahrzeug fünf oder mehr kurze Töne.
  1. Welche Nebelsignale gelten für ein Segelfahrzeug und für ein Fahrzeug vor Anker unter 100 m, und in welchen Abständen?
Antwort: Segelfahrzeug: ein langer Ton und zwei kurze Töne in Abständen von höchstens 2 Minuten. Vor Anker unter 100 m: schnelles Läuten der Glocke für etwa 5 Sekunden in Abständen von höchstens 1 Minute, optional ergänzt durch einen kurzen, einen langen und einen kurzen Ton, um ein sich näherndes Fahrzeug zu warnen.
  1. Warum verwendet Regel 19 keine vorfahrtberechtigten und ausweichpflichtigen Fahrzeuge?
Antwort: Weil Fahrzeuge, die sich nicht in Sicht zueinander befinden, die Lage, den Typ oder den Status des jeweils anderen nicht zuverlässig bestimmen können. Daher muss jedes Fahrzeug selbst handeln, um eine Begegnung auf kurze Distanz zu vermeiden, mithilfe von Radar und Zuhören, mit Regeln, die Handlungen nach Steuerbord und Verlangsamen begünstigen.
  1. Ein Trawler mit Rundumlicht Grün über Weiß und einem roten Seitenlicht quert vor dir von Steuerbord nach Backbord, die Peilung wandert nach links. Ist es sicher, dicht achtern vorbeizufahren?
Antwort: Nein. Ein Trawler schleppt sein Netz achtern, oft an einer langen Leine. Halte weit Abstand, passiere weit achteraus oder, besser, weiche so aus, dass du weit vom Gerät entfernt bleibst, bis es frei ist.
  1. Zwei Segelyachten nähern sich einander. Yacht A hat den Wind an Backbord; Yacht B hat den Wind an Steuerbord. Wer weicht aus, und welche Regel gilt?
Antwort: Yacht A (Wind an Backbord) weicht Yacht B nach Regel 12(a)(i) aus. Kann A nicht erkennen, auf welcher Seite B den Wind hat, und liegt B luvwärts, weicht A trotzdem aus (Regel 12(a)(iii)).
  1. Du motorsegelst bei Tageslicht mit gesetztem Groß und laufendem Motor. Was bist du nach den Regeln, und was musst du zeigen?
Antwort: Ein Maschinenfahrzeug (Regel 3(b) und Regel 25(e)). Bei Tag solltest du einen Kegel mit der Spitze nach unten vorn zeigen, wo er am besten zu sehen ist. Bei Nacht zeigst du die Lichter eines Maschinenfahrzeugs, einschließlich eines Topplichts für Maschinenfahrt, und nicht nur die Segellichter. Andere Fahrzeuge werden dich als Maschinenfahrzeug behandeln: Du weichst Segelfahrzeugen und dem Rest der Liste nach Regel 18 aus.

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