Voraussetzungen
- RYA Competent Crew oder Gleichwertiges, mit Grundkenntnissen über die Teile einer Yacht, ihr Rigg und ihre Segel.
- Die Day-Skipper-Lektionen Sicherheitsausrüstung und Motorkontrollen und Wartung. Der Motor wird dort behandelt und hier nur erwähnt.
- Sicherer Umgang mit einfachem Handwerkszeug: Schraubenschlüssel, Schraubendreher, Zangen und ein Multimeter.
Lernziele
Am Ende dieser Lektion kannst du (praktischer Lehrplan RYA Day Skipper: Preparation for sea, Boat handling sowie Engine and systems; Theorielehrplan: Safety und Passage planning):
- Vor einem Törn das stehende und das laufende Gut strukturiert prüfen (RYA-Lehrplan: Vorbereitung auf See, Riggkontrolle).
- Segel inspizieren und eine Naht oder einen Riss provisorisch reparieren.
- Erklären, wie eine Winsch funktioniert, und eine Winsch sicher warten.
- Seeventile prüfen, bedienen und warten und wissen, was zu tun ist, wenn eines versagt.
- Ein Bord-WC benutzen und eine Verstopfung beseitigen sowie die Bilgepumpen warten.
- Das 12-V-Bordnetz einer Yacht verstehen, Batterien prüfen und einfache elektrische Fehler finden.
- Eine logische Fehlersuche auf jedes System an Bord anwenden.
- Eine sinnvolle Ersatzteil- und Werkzeugausstattung für Küstentörns zusammenstellen.
Zuordnung zum RYA-Lehrplan
| Punkt im RYA-Lehrplan | Wo er behandelt wird |
|---|---|
| Praxis, Vorbereitung auf See: Kontrolle von Rigg, Segeln und Ausrüstung | Das Rigg prüfen, Segel |
| Praxis, Vorbereitung auf See: Stauen, Systeme und Sicherheitskontrollen | Seeventile, Bord-WC, Bilgepumpen |
| Praxis, Motor und Systeme: Batterie und Elektrik | 12-V-Elektrik und Batterien |
| Praxis, Decksarbeit: Winschen | Winschen |
| Theorie, Sicherheit: Wassereinbruch verhindern und bekämpfen | Seeventile, Bilgepumpen |
| Praxis, Skipperaufgaben: Verantwortung für das Schiff und seine Ausrüstung | Fehlersuche, Ersatzteile und Werkzeug |
Was der Prüfer erwartet. Ein Day Skipper ist für das Boot ebenso verantwortlich wie für die Crew. Im Praxiskurs kann man dich bitten, die Seeventile des Boots zu zeigen, die Bedienung von WC und Pumpen zu erklären, vor dem Ablegen das Rigg zu prüfen und zu sagen, was du tun würdest, wenn auf See etwas ausfällt. Du musst kein Schiffsingenieur sein, aber du solltest methodisch und sicher arbeiten und verhindern können, dass aus einem einfachen Defekt ein Notfall wird.
Warum Wartung für einen Skipper wichtig ist
Die meisten Ausfälle auf See beginnen als kleine, sichtbare Probleme: ein fehlender Splint, eine aufgescheuerte Schot, eine korrodierte Klemme, eine durchrostende Schlauchschelle. Einsatzstatistiken der Seenotretter zeigen, dass Maschinen- und Ausrüstungsdefekte zu den häufigsten Gründen für Rettungseinsätze bei Kleinfahrzeugen gehören. Regelmäßige Kontrollen entdecken Probleme, bevor sie zu Notfällen werden, und grundlegende Reparaturkenntnisse helfen dem Skipper, sicher nach Hause zu kommen, wenn etwas kaputtgeht.
Drei Grundsätze ziehen sich durch diese Lektion:
- Prüfen, bevor du losfährst. Eine Routine vor dem Ablegen findet die meisten Probleme im Hafen, wo sie leicht zu beheben sind.
- Auf See einfach bleiben. Mach eine sichere, provisorische Reparatur und lauf einen Hafen an. Vollständige Reparaturen gehören an den Steg.
- Die richtigen Ersatzteile dabeihaben und wissen, wo sie sind. Ein Ersatzteil, das niemand findet, ist nutzlos.
Auf einem Charterboot meldest du Mängel der Charterfirma und versuchst keine größeren Reparaturen selbst, solange sie nicht zustimmt. Führe im Logbuch eine Mängelliste.
Das Rigg prüfen
Der Mast wird vom stehenden Gut gehalten, die Segel werden mit dem laufenden Gut bedient. Ein Riggschaden kann den Mast zu Fall bringen, Crewmitglieder verletzen und dich bei schlechtem Wetter ohne Antrieb lassen.
Stehendes Gut
Vor einem Törn und mindestens zu Beginn jedes Charters oder jeder Saison gehst du über Deck und prüfst:
- Wantenspanner: Kontermuttern oder Splinte vorhanden, keine verbogenen Spannerkörper, Gewinde nicht zu weit herausgedreht.
- Bolzen und Splinte: jeder Bolzen vorhanden und sein Splint aufgebogen und abgeklebt, damit er keine Segel aufreißt.
- Püttinge: keine Bewegung, keine Risse in der Deckabdichtung, keine Rostspuren (ein Zeichen für eindringendes Wasser und Korrosion).
- Draht: Fahr mit einem Tuch am unteren Teil jeder Want und jedes Stags entlang. Ein gebrochener Draht bleibt hängen. Sieh dir die aufgewalzten Endbeschläge genau an, wo der Draht in den Beschlag geht; Risse oder Rost dort sind ein Warnsignal. Viele Versicherer erwarten, dass das stehende Gut je nach Nutzung etwa alle 10 bis 15 Jahre erneuert wird.
- Vorstag und Rollreffanlage: Die Rolltrommel dreht frei, die Reffleine ist nicht durchgescheuert, und der obere Wirbel ist nicht umwickelt (ein um das Vorstag gewickeltes Fall kann das Vorstag brechen).
- Mastfuß und Mastdurchführung: keine Risse, kein eingedrücktes Deck.
In den Mast gehen
Für eine vollständige Riggkontrolle muss jemand im Bootsmannsstuhl in den Mast. Auf Day-Skipper-Niveau solltest du die Sicherheitsregeln kennen, auch wenn du einen Rigger schickst:
- Einen richtigen Bootsmannsstuhl oder Klettergurt benutzen, an einem Fall in gutem Zustand, mit einem zweiten Fall als Sicherungsleine.
- Eine Winsch und einen kompetenten Winschbediener einsetzen; eine selbstholende Winsch nie ohne Hand an der Leine bedienen.
- Niemand steht direkt darunter; Werkzeug wird angebunden.
- Nur im Hafen und bei ruhigen Bedingungen.
- Salingsnocken, Masttopp-Scheiben, Lampen, Antennenanschlüsse und Windinstrumente prüfen.
Laufendes Gut
- Fallen, Schoten und Trimmleinen: auf Scheuerstellen achten, besonders wo Leinen über Scheiben, durch Stopper und am Schäkelende laufen.
- Schäkel: Bolzen fest angezogen und gesichert (mit Draht oder Kabelbinder), wo sie sich losrütteln könnten.
- Blöcke und Scheiben: drehen frei, keine Risse in den Wangen.
- Reffleinen: laufen frei, und die Crew weiß, wie man sie benutzt.
- Eine Schot oder ein Fall umdrehen (Enden tauschen) verlegt den verschlissenen Abschnitt an eine weniger belastete Stelle und verlängert die Lebensdauer.
Auf See
Gewöhne dir auf Törns einen täglichen Riggrundgang an. Achte auf neue Geräusche und auf Bewegung. Bricht eine Want, handle sofort: Wende oder halse, damit die beschädigte Seite nach Lee kommt und das verbleibende Rigg die Last trägt, und verkleinere die Segelfläche. Führe ein Ersatzfall als provisorische Want zum Pütting.
Segel
Inspektion
Leg das Segel aus oder sieh genau hin, während es gesetzt und eingerollt wird:
- Nähte: UV-Licht zersetzt Polyestergarn, besonders am Achterliek und Unterliek eines Rollvorsegels. Garn, das sich leicht mit dem Fingernagel abreiben lässt, ist am Ende.
- UV-Schutzstreifen: Am Rollvorsegel schützt der Opferstreifen das eingerollte Segel. Löst er sich, lass ihn reparieren.
- Scheuerstellen: wo das Segel Salingen, Wanten und Bugkorb berührt. Salingsflicken helfen.
- Ecken: Kopf, Hals und Schothorn tragen die höchsten Lasten. Achte auf ausgeleierte oder ausgerissene Ringe und Gurtbänder.
- Segellatten und Lattentaschen: Latten gesichert, Taschen nicht aufgerissen.
- Rutscher und Vorliekband: Rutscher intakt, Vorliekband nicht verschlissen, wo es in die Mastnut läuft.
Provisorische Reparaturen
Ein Segelreparaturset sollte selbstklebendes Segelreparaturband, Nadeln, gewachstes Takelgarn, einen Segelmacherhandschuh und ein kleines Messer enthalten. Für einen kleinen Riss:
- Trockne das Segel und reinige es bei Salzresten mit etwas Süßwasser oder einem Alkoholtuch, damit das Band hält.
- Leg das Segel flach auf eine harte Unterlage.
- Runde die Ecken des Reparaturbands ab, damit es sich nicht ablöst.
- Kleb das Band auf beide Seiten, sodass es den Riss an jeder Seite um mindestens 5 cm überlappt.
- Bei einem größeren Riss oder an einem Lastpunkt nähst du mit Handschuh und Nadel zusätzlich eine Reihe von Hand durch das Band, mit einfachem Vor- oder Zickzackstich und 5 bis 10 mm Stichabstand.
Die Last verringern. Reffe oder roll das Vorsegel teilweise ein, sodass der beschädigte Bereich eingerollt ist. Eine provisorische Reparatur soll dich nach Hause bringen, nicht weiter regattatauglich machen.
Winschen
Winschen tragen große Lasten. Eine festgefressene Winsch ist lästig; eine rutschende oder versagende Sperrklinke kann jemanden verletzen.
Wie eine Winsch funktioniert
Die Trommel dreht sich nur in eine Richtung. Innen greifen federbelastete Sperrklinken in einen Zahnkranz, sodass die Trommel nicht zurücklaufen kann. Getriebe ergeben je nach Drehrichtung der Kurbel zwei oder mehr Gänge. Sperrklinken und Federn sind klein, und eine gebrochene Feder kann die Trommel unter Last zurücklaufen lassen.
Wartung
Die meisten Hersteller empfehlen, Winschen mindestens einmal pro Saison zu warten, bei starker Nutzung öfter.
- Lies das Handbuch des Herstellers. Die Bauarten unterscheiden sich.
- Leg ein Handtuch oder einen Eimer um die Winsch, um Teile aufzufangen. Warte nie ohne Auffangschutz über offenem Wasser.
- Nimm die obere Kappe oder den Sicherungsring ab und heb die Trommel vorsichtig ab. Merk dir die Reihenfolge der Teile oder mach Fotos.
- Bau Lager und Zahnräder aus und reinige sie mit Entfetter oder Petroleum. Altes Fett und Salz sollten sich lösen.
- Prüfe Sperrklinken und Federn. Ersetze schwache oder rostige Federn (sie sind billig; hab Ersatz dabei).
- Fette Zahnräder und Lager sparsam mit Winschfett.
- Öle die Sperrklinken sparsam mit leichtem Maschinenöl, nicht mit Fett. Gefettete Sperrklinken können offen hängen bleiben und nicht einrasten.
- Bau alles wieder zusammen und prüfe, dass die Trommel in eine Richtung frei dreht und in die andere sperrt.
Sicherheit an der Winsch. Halte die Finger von der Trommel fern, leg drei oder vier Törns, bevor du Last aufnimmst, und zieh die Winschkurbel ab, wenn sie nicht gebraucht wird.
Seeventile
Seeventile sind Ventile an Borddurchlässen für Motorkühlwasser, WC, Waschbecken und Cockpitlenzer. Ein versagendes Seeventil oder ein geplatzter Schlauch gehört zu den häufigsten Ursachen für Wassereinbruch.
Wissen, wo sie sind
Jedes Crewmitglied sollte die Lage jedes Seeventils kennen. Zeichne einen einfachen Plan und häng ihn am Kartentisch auf. Beschrifte jedes Ventil. Auf einer typischen 10-Meter-Yacht können es sechs bis zehn sein.
Kontrollen
- Bediene jedes Seeventil mindestens einmal im Monat und vor jedem Törn. Festgegangene Ventile lassen sich im Notfall nicht schließen.
- Schlauchschellen: zwei Edelstahlschellen an jedem Schlauch unterhalb der Wasserlinie; achte auf Rost an den Schraubgewinden.
- Schläuche: keine Risse, nicht weich geworden.
- Material: Borddurchlässe und Seeventile sollten aus Bronze, entzinkungsbeständigem Messing (DZR, oft mit CR oder DZR gekennzeichnet) oder geeignetem verstärktem Kunststoff sein. Normales Messing kann im Seewasser sein Zink verlieren, wird dann schwach und rosa. Lass verdächtige Beschläge prüfen, wenn das Boot an Land steht.
- Holzpfropfen: ein konischer Weichholzpfropfen passender Größe an jedem Seeventil angebunden, bereit zum Einschlagen, falls der Beschlag versagt.
Regeln auf See und im Hafen
Viele Skipper schließen die WC-Seeventile, wenn das Boot verlassen wird oder bei hartem Segeln, um Rücksaugen (Heberwirkung) zu verhindern. Schließ den Motorkühlwassereinlass, wenn das Boot längere Zeit unbeaufsichtigt bleibt, aber häng eine Erinnerung an den Zündschlüssel, damit niemand den Motor bei geschlossenem Ventil startet.
Wenn ein Seeventil oder Schlauch versagt
- Alarm schlagen und die Crew pumpen lassen.
- Die Quelle finden. Das Wasser probieren: salzig oder süß?
- Das Seeventil schließen, wenn möglich.
- Ist der Beschlag gebrochen, einen Weichholzpfropfen einschlagen oder einen handelsüblichen Notstopfen benutzen.
- Weiterpumpen und beobachten.
Die vollständigen Maßnahmen bei Wassereinbruch findest du in der Lektion Feuer, Wassereinbruch und Verlassen des Schiffes.
Bord-WC
Bordtoiletten verursachen bei Charterfirmen mehr Einsätze als fast alles andere. Weise jedes Crewmitglied zu Beginn des Törns ein.
Wie es funktioniert
Ein handbetriebenes Bord-WC hat ein Einlass-Seeventil für das Spülwasser und ein Auslass-Seeventil für das Abwasser. Ein Hebel wählt „Spülen“ oder „Trocken“. Je nach Boot und örtlichen Vorschriften geht das Abwasser außenbords oder in einen Fäkalientank.
Regeln für die Crew
- Nichts kommt ins WC, was du nicht vorher gegessen hast, abgesehen von wenig Toilettenpapier.
- Pumpe so oft, dass die Leitung vollständig frei ist, meist 10 bis 15 volle Hübe, und dann noch ein paar mehr, um sauberes Wasser nachzuspülen.
- Stell den Hebel danach auf „Trocken“, um Rücksaugen und Wassereinbruch bei Krängung zu vermeiden.
- Schließe die Seeventile so, wie der Skipper es vorgibt.
Wartung und Verstopfungen
- Kalk: Urin und Seewasser bilden in den Leitungen Kalkablagerungen. Alle zwei Wochen etwas weißen Essig durchpumpen und über Nacht stehen lassen hilft, sie zu lösen.
- Schmierung: Gelegentlich etwas Pflanzenöl durchpumpen schont die Dichtungen.
- Verstopfungen: Prüfe zuerst, ob die Seeventile offen sind. Dann prüfe das Joker-Ventil (das Gummi-Rückschlagventil am Auslass), das oft die Ursache ist. Der Austausch ist unangenehm, aber einfach; hab ein Ersatzventil und einen Wartungssatz dabei. Schließ immer die Seeventile, bevor du etwas zerlegst.
Bilgepumpen
Jede Yacht sollte mindestens zwei Bilgepumpen haben: eine Handpumpe, die vom Cockpit aus bedient werden kann, und eine unter Deck. Viele haben zusätzlich eine elektrische Pumpe mit Schwimmerschalter.
Kontrollen
- Teste jede Pumpe vor jedem Törn. Gieß Wasser in die Bilge und pump es heraus.
- Saugkorb: Das Sieb am Pumpeneinlass verstopft mit Haaren, Sägespänen und Etiketten. Reinige es.
- Pumpenschwengel: in der Nähe der Pumpe angebunden, damit niemand einen über Bord verliert.
- Elektrische Pumpe: Heb den Schwimmerschalter von Hand an und prüfe, ob die Pumpe läuft. Prüfe die Sicherung und, falls vorhanden, den Bilgealarm.
- Halte die Bilge sauber: Schmutz verstopft die Pumpen genau dann, wenn du sie brauchst.
Leistung
Eine handbetriebene Membranpumpe fördert bei gleichmäßigem Pumpen etwa 30 bis 60 Liter pro Minute. Durch ein 25-mm-Loch 0,5 Meter unter der Wasserlinie dringen etwa 60 bis 90 Liter pro Minute ein, mehr als ein Crewmitglied wegpumpen kann; durch ein 50-mm-Loch das Vierfache. Pumpen verschaffen dir Zeit; das Boot rettet, wer das Leck stopft.
12-V-Elektrik und Batterien
Die meisten Yachten laufen mit 12 Volt Gleichstrom aus Bleibatterien, die von der Lichtmaschine des Motors, über Landstrom und manchmal per Solar- oder Windgenerator geladen werden. Lithiumbatterien werden immer häufiger und brauchen ein eigenes Batteriemanagementsystem und passende Ladeeinstellungen.
Batteriebänke
Typischerweise gibt es zwei Bänke: eine Starterbatterie für den Motor und eine Verbraucherbatterie (Bordnetz) für Licht, Instrumente und Kühlschrank. Ein Batteriehauptschalter oder Trennrelais hält die Starterbatterie für den Start frei, sodass du den Motor immer starten kannst, auch wenn die Verbraucherbank leer ist.
Ladezustand prüfen
Miss mit einem Multimeter die Spannung einer Bleibatterie, die einige Stunden ohne Ladung und ohne Verbraucher geruht hat:
| Ruhespannung | Ungefährer Ladezustand |
|---|---|
| 12.7 V oder mehr | 100% |
| 12.4 V | etwa 75% |
| 12.2 V | etwa 50% |
| 12.0 V | etwa 25% |
| unter 11.9 V | leer |
Bleibatterien halten länger, wenn sie nicht unter etwa 50% entladen werden. Wenn der Motor lädt, sollte die Spannung auf etwa 13,8 bis 14,4 V steigen. Bleibt sie bei laufendem Motor bei 12,5 V oder darunter, lädt die Lichtmaschine nicht: Prüfe Keilriemen und Anschlüsse.
Sicherheit an Batterien
- Batterien müssen fest gesichert sein, damit sie sich bei einer Kenterung nicht bewegen können.
- Beim Laden von Bleibatterien kann Wasserstoff entstehen. Halte das Batteriefach belüftet und offenes Feuer fern.
- Trag beim Arbeiten an Batterien eine Schutzbrille.
- Schließ die Pole nie mit einem Schraubenschlüssel kurz: Eine Batterie kann Hunderte Ampere liefern und Verbrennungen oder Feuer verursachen.
- Klemm den Minuspol zuerst ab und zuletzt wieder an.
Energiebilanz
Schätze deinen täglichen Verbrauch in Amperestunden. Zum Beispiel: Navigationslichter 2 A über 10 Stunden = 20 Ah, Instrumente 1 A über 24 Stunden = 24 Ah, Kühlschrank 4 A über 12 Stunden = 48 Ah. Zusammen rund 90 Ah pro Tag. Eine Verbraucherbank mit 200 Ah, die bis 50% genutzt wird, liefert etwa 100 Ah; du musst also jeden Tag nachladen.
Fehlersuche
Ein logisches Vorgehen löst die meisten Probleme. Dieselbe Methode funktioniert für Elektrik, Pumpen, WC und Motor.
- Sicherheit herstellen. Das System abschalten, den Strom trennen oder das Seeventil schließen und prüfen, dass das Boot nicht unmittelbar in Gefahr ist.
- Den Fehler beschreiben. Was genau funktioniert nicht? Seit wann? Hat sich sonst etwas verändert?
- Zuerst die einfachen Dinge prüfen. Ist es eingeschaltet? Hat der Sicherungsautomat ausgelöst oder ist die Sicherung durchgebrannt? Ist das Seeventil offen? Ist der Tank voll?
- Dem System von der Quelle zum Verbraucher folgen. Bei Elektrik: Batterie, Hauptschalter, Automat oder Sicherung, Leitung, Schalter, Gerät und über den Minus zurück. Bei Wasser: Tank oder Seeventil, Filter, Pumpe, Schlauch, Auslass.
- Messen, nicht raten. Finde mit dem Multimeter heraus, wo die Spannung verschwindet. 12 V an der Batterie und 0 V am Gerät bedeuten, dass die Unterbrechung dazwischen liegt.
- Immer nur eine Sache ändern und nach jeder Änderung testen.
- Entscheiden, ob du es reparieren kannst, ohne es auskommst oder Hilfe brauchst.
Häufige elektrische Fehler
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Prüfen |
|---|---|---|
| Ein Stromkreis ohne Funktion | Automat ausgelöst oder Sicherung durchgebrannt | Schalttafel und Leitungssicherungen |
| Licht flackert | Lose oder korrodierte Verbindung | Klemmen, Lampenfassung |
| Alles schwach | Batterie leer oder schlechte Hauptverbindung | Batteriespannung, Hauptklemmen |
| Batterie lädt nicht | Lichtmaschinenriemen locker, loses Kabel | Riemenspannung, Klemmen der Lichtmaschine |
| Sicherung brennt sofort wieder durch | Kurzschluss | Nach durchgescheuertem Kabel mit Metallkontakt suchen |
Ersetze eine Sicherung nie durch eine stärkere. Sie schützt die Leitung vor Überhitzung.
Ersatzteile und Werkzeug
Werkzeug
- Ring-Maulschlüssel und ein Rollgabelschlüssel, metrisch und zöllig, falls das Boot beides braucht.
- Schraubendreher, Schlitz und Kreuz, auch ein kurzer.
- Kombizange, Spitzzange, Gripzange.
- Steckschlüsselsatz.
- Innensechskantschlüssel.
- Multimeter.
- Metallsäge mit Ersatzblättern und ein Bolzenschneider oder Drahtseilschneider, der bei einem Mastbruch die Wanten durchtrennen kann.
- Scharfes Messer.
- Hammer.
- Taschenlampe und Stirnlampe.
- Isolierband, selbstverschweißendes Band, Gewebeband und Kabelbinder.
- Drahtbürste, Schmirgelpapier und wasserverdrängendes Spray (Kontaktspray) für elektrische Kontakte.
Ersatzteile
| System | Ersatzteile |
|---|---|
| Motor | Siehe Motorkontrollen und Wartung: Impeller, Kraftstofffilter, Keilriemen, Öl, Kühlmittel |
| Rigg | Splinte, Bolzen, Schäkel, Reserveleine für ein Fall |
| Segel | Reparaturband, Nadeln, Garn, Segelmacherhandschuh |
| Winschen | Sperrklinkenfedern, Winschfett und -öl |
| Sanitär | Schlauchschellen, kurze Schlauchstücke, Joker-Ventil und WC-Wartungssatz, Weichholzpfropfen |
| Pumpen | Membran- und Ventilsatz für die Handpumpe |
| Elektrik | Sicherungen jeder Stärke, Glühbirnen, Quetschkabelschuhe und Crimpzange, ein Stück Kabel |
| Allgemein | Epoxid-Knetmasse (härtet unter Wasser aus), Dichtmasse, verschiedene Edelstahlmuttern, -bolzen und -schrauben |
Bewahre die Ersatzteile in beschrifteten, wasserdichten Boxen auf, notiere, wo sie liegen, und prüfe die Liste zu Beginn jeder Saison.
Beispiel mit Lösungsweg
Du bist Skipper einer gecharterten 11-Meter-Yacht auf einem zweitägigen Küstentörn. Bei der Übergabekontrolle am Morgen stellst du fest:
- Am Bolzen am Fuß der Steuerbord-Oberwant fehlt ein Splint.
- Der Schwengel der Cockpit-Bilgepumpe fehlt.
- Die Verbraucherbatterie zeigt 12,1 V, nachdem das Boot über Nacht mit laufendem Kühlschrank an der Mooring lag.
- Der WC-Hebel geht schwer, und das Becken leert sich langsam.
Maßnahmen.
- Splint. Setz einen neuen Splint aus der Ersatzteilbox ein, biege ihn auf und kleb ihn ab. Prüfe dabei gleich die anderen Wanten. Das ist eine Frage der Riggsicherheit und muss vor dem Auslaufen behoben werden.
- Pumpenschwengel. Such ihn unter Deck und ruf die Charterbasis an. Ohne funktionierende Cockpitpumpe fehlt dir ein zentrales Stück Sicherheitsausrüstung. Lauf nicht aus, bevor Ersatz da ist.
- Batterie. 12,1 V entsprechen etwa 35% Ladung. Plane Ladezeit mit Motor ein, schalte den Kühlschrank nachts aus und prüfe, ob die Lichtmaschine bei laufendem Motor auf etwa 14 V lädt. Rechne die Energiebilanz durch: Wenn du 8 Stunden mit eingeschalteten Instrumenten und Plotter unter Segeln bist, musst du im nächsten Hafen nachladen.
- WC. Prüfe, ob beide Seeventile offen sind. Pumpe etwas Süßwasser und Essig durch. Läuft es immer noch langsam, ist das Joker-Ventil vielleicht verstopft oder verkalkt; melde es der Basis und benutze bis zur Reparatur die Toiletten der Marina.
Logbucheintrag. Notiere jeden Mangel, die getroffene Maßnahme und die Uhrzeit und informiere die Crew über alle Einschränkungen.
Häufige Fehler
- Die Kontrolle vor dem Ablegen auslassen, weil das Boot „gestern noch gut aussah“.
- Winsch-Sperrklinken fetten, sodass sie hängen bleiben und nicht einrasten.
- WC-Seeventile offen lassen bei hartem Segeln auf einem Boot, das zum Rücksaugen neigt.
- Seeventile nie bedienen, die dann festsitzen, wenn man sie braucht.
- Keine Holzpfropfen an Bord, oder sie liegen irgendwo anders im Boot.
- Eine stärkere Sicherung einsetzen, damit sie nicht mehr durchbrennt.
- Die Verbraucherbank leer fahren und feststellen, dass auch die Starterbatterie leer ist, weil der Schalter auf „beide“ stand.
- Auf See eine vollständige Reparatur versuchen, wenn eine provisorische dich nach Hause bringen würde.
- Die Crew nicht ins WC einweisen, was schon am ersten Tag zu einer Verstopfung führt.
Zusammenfassung
Ein Day Skipper ist für das Boot verantwortlich. Prüfe vor jedem Törn Rigg, Segel, Winschen, Seeventile, WC, Pumpen und Elektrik und führe eine Mängelliste. Bediene die Seeventile regelmäßig und bewahre Holzpfropfen daneben auf. Weise die Crew ins WC ein. Warte Winschen, indem du Sperrklinken ölst und Zahnräder fettest. Kenne die Ruhespannung einer gesunden Batterie und prüfe, ob die Lichtmaschine lädt. Wenn etwas ausfällt, stell die Sicherheit her, prüfe die einfachen Dinge und folge dem System Schritt für Schritt von der Quelle zum Verbraucher. Hab sinnvolles Werkzeug und Ersatzteile dabei und wisse, wo sie sind. Zum Motor siehe Motorkontrollen und Wartung.
Kontrollfragen
- Nenne vier Kontrollen, die du vor einem Törn am stehenden Gut machen würdest.
Antwort: Splinte und Bolzen vorhanden und aufgebogen; Wantenspanner gekontert; Püttinge fest, ohne Risse oder Rostspuren; Draht ohne gebrochene Litzen, besonders an den aufgewalzten Endbeschlägen; Rollreffanlage dreht frei, ohne um das Vorstag gewickeltes Fall.
- Warum sollten Winsch-Sperrklinken geölt und nicht gefettet werden?
Antwort: Fett kann die Sperrklinken in offener Stellung festkleben, sodass sie nicht in den Zahnkranz einrasten und die Trommel unter Last zurücklaufen kann.
- Eine Verbraucherbatterie zeigt in Ruhe 12,2 V. Wie hoch ist ihr Ladezustand ungefähr, und was solltest du tun?
Antwort: Etwa 50%. Lade sie, bevor du sie weiter entlädst, mit dem Motor oder über Landstrom, und überprüfe die Energiebilanz.
- Was sollte an jedem Seeventil angebunden oder daneben verstaut sein?
Antwort: Ein konischer Weichholzpfropfen passender Größe, bereit, in den Beschlag geschlagen zu werden, falls dieser versagt.
- Das WC lässt sich nicht abpumpen. Was würdest du zuerst prüfen?
Antwort: Ob Einlass- und Auslass-Seeventil offen sind und der Hebel richtig steht. Dann ein verstopftes oder verkalktes Joker-Ventil vermuten. Schließ die Seeventile, bevor du etwas zerlegst.
- Beschreibe das allgemeine Vorgehen bei der Fehlersuche.
Antwort: Sicherheit herstellen; den Fehler beschreiben; zuerst die einfachen Dinge prüfen (Schalter, Sicherungen, Seeventile); dem System von der Quelle zum Verbraucher folgen; mit dem Messgerät messen statt raten; immer nur eine Sache ändern; entscheiden, ob du reparierst, ohne auskommst oder Hilfe holst.
- Warum darf eine durchgebrannte Sicherung nie durch eine stärkere ersetzt werden?
Antwort: Die Sicherung schützt die Leitung. Eine stärkere Sicherung lässt zu viel Strom fließen, die Leitung kann überhitzen, und es kann ein Feuer entstehen.
- Wie würdest du einen kleinen Riss in einem Segel provisorisch reparieren?
Antwort: Die Stelle trocknen und reinigen, das Segel flach auslegen, auf beiden Seiten abgerundete Flicken aus Segelreparaturband aufkleben, die den Riss um mindestens 5 cm überlappen, bei einem größeren Riss oder an einem Lastpunkt zusätzlich von Hand nähen und die Last durch Reffen oder Einrollen verringern.
Weiterführende Literatur
- Motorkontrollen und Wartung: tägliche Kontrollen, Impeller, Filter und Entlüften der Kraftstoffanlage.
- Sicherheitsausrüstung: Bilgepumpen, Holzpfropfen und Ausrüstung gegen Wassereinbruch.
- Feuer, Wassereinbruch und Verlassen des Schiffes: Umgang mit Wassereinbruch und Bränden in der Elektrik.
- Bordsysteme und Wartung: ausführlichere Behandlung der Systeme für längere Törns.
- Die Wartungshandbücher der Hersteller für deine Winschen, dein WC und deine Pumpen.