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Lotsen-Navigation

IALA-Betonnung und Feuercharakteristiken

45 Minuten Lesezeit

Voraussetzungen

  • RYA Competent Crew oder gleichwertige Erfahrung. Competent Crew führt rote und grüne Seitenmarken sowie die Idee der Kardinalmarken ein. Hier musst du jede IALA-Marke sofort erkennen, bei Tag und bei Nacht, und zur Navigation nutzen.
  • Grundlagen der Day-Skipper-Kartenarbeit: Seekarten lesen, Seekartensymbole und Abkürzungen, eine Peilung mit dem Handpeilkompass nehmen und eine Position eintragen.
  • Vertrautheit mit der Day-Skipper-Lektion zur Pilotage (Transits, Freibeipeilungen, Pilotageplanung). Die Betonnung ist eines der wichtigsten Werkzeuge der Pilotage.
  • Für den Praxiskurs idealerweise bereits 4 Nachtstunden protokolliert. Das Erkennen beleuchteter Marken wird bei der Nachtfahrt geprüft.

Lernziele

Diese Lektion behandelt das Thema "Buoyage Systems" aus dem RYA-Day-Skipper-Lehrplan für den Landunterricht (IALA-System A sowie Grundverständnis von System B) und die Feuercharakteristiken, Sektorfeuer und Leitfeuer, die in der Pilotage verwendet werden und im Praxiskurs geprüft werden. Am Ende dieser Lektion kannst du:

  • das IALA-Betonnungssystem, die Regionen A und B und die konventionelle Betonnungsrichtung erklären (Lehrplan: IALA-Betonnungssystem A und B).
  • Seitenmarken, Vorzugsfahrwasser-Marken, Kardinalmarken, Marken für isolierte Gefahren, Mittelfahrwasser-Marken, Sondermarken und Notfall-Wrackmarken anhand von Farbe, Form, Topmarke und Feuer erkennen (Lehrplan: Erkennen der Marken).
  • angeben, auf welcher Seite du jede Marke passierst, und warum (Lehrplan: Betonnung in der Pilotage verwenden).
  • Feuercharakteristiken entschlüsseln, wie sie in Seekarten und im Almanach angegeben sind (Fl, LFl, Q, VQ, Oc, Iso, F, Al, Mo, Gruppen, Periode, Farbe, Höhe und Tragweite) (Lehrplan: Feuercharakteristiken).
  • die geografische Tragweite eines Feuers und die Eintauchdistanz berechnen und mit der Nennreichweite vergleichen.
  • Sektorfeuer und Leitfeuer nutzen sowie Racons und Nebelsignale verstehen (Lehrplan: Feuer und elektronische Hilfsmittel zur Pilotage).
  • eine beleuchtete Marke oder einen Leuchtturm bei Nacht identifizieren, indem du seine Periode misst und seine Blitze zählst.
  • die Betonnung sicher nutzen: mit Seekarte, Tiefe und Position gegenprüfen und Marken als Hilfsmittel betrachten, nicht als Garantie.

Warum ein System?

Tonnen und Baken sind Wegweiser auf dem Wasser. Sie funktionieren nur, wenn jeder Seefahrer sie gleich liest. Die International Association of Marine Aids to Navigation and Lighthouse Authorities (IALA) vereinbarte 1980 ein einheitliches System, das fünf Haupttypen von Marken verwendet (plus einen sechsten, die Notfall-Wrackmarke, die 2006 hinzukam):

  1. Seitenmarken: die Ränder eines Fahrwassers
  2. Kardinalmarken: wo das sichere Wasser relativ zu einer Gefahr liegt, angegeben durch eine Himmelsrichtung
  3. Marken für isolierte Gefahren: eine kleine Gefahr mit sicherem Wasser rundherum
  4. Mittelfahrwasser-Marken: sicheres Wasser rundherum, etwa in der Fahrwassermitte oder eine Ansteuerungstonne
  5. Sondermarken: Objekte oder Gebiete, die nicht in erster Linie der Navigation dienen
  6. Notfall-Wrackmarken: neue Wracks, bis zur endgültigen Kennzeichnung

Jede Marke kann bei Tag anhand ihrer Farbe, Form und Topmarke erkannt werden und bei Nacht anhand ihrer Feuerfarbe und ihres Rhythmus. Ein guter Skipper kann eine Marke anhand jedes dieser Hinweise benennen und mit den anderen bestätigen.

IALA-Regionen A und B

Nur die Seitenmarken unterscheiden sich zwischen den beiden Regionen. Alle anderen Marken sind weltweit gleich.

IALA maritime buoyage regions A and B
Region ARegion B
WoEuropa (einschließlich Großbritannien), Afrika, große Teile Asiens, Australien, Neuseeland, der GolfNord-, Mittel- und Südamerika, Japan, Südkorea, die Philippinen
Backbord-Marken (bei der Einfahrt)Rot, zylinderförmigGrün, zylinderförmig
Steuerbord-Marken (bei der Einfahrt)Grün, kegelförmigRot, kegelförmig

Die amerikanische Eselsbrücke "red right returning" gilt in Region B. In britischen Gewässern bringt sie dich bei jeder Fahrwassermarke auf die falsche Seite. Beachte, dass die Formen in beiden Regionen gleich sind: Zylinder liegen immer an Backbord und Kegel an Steuerbord. Nur die Farben tauschen. Sei in der Karibik besonders vorsichtig, denn manche Inseln liegen in Region A und andere in Region B. Das RYA Training Almanac legt bewusst die Neptune-Inseln als Region-B-Gebiet neben ein Festland der Region A, damit Prüfungsfragen testen können, ob du die Hafenhinweise gelesen hast: Eine Einfahrt dort ist mit Q.G und Q.R markiert, mit Rot an Steuerbord bei der Einfahrt.

Die Betonnungsrichtung

Seitenmarken werden relativ zur konventionellen Betonnungsrichtung ausgelegt:

  • In einem Hafen, Fluss oder Ästuar verläuft sie von See in Richtung Hafen (bei der Einfahrt, oder "returning").
  • Entlang einer Küste wird sie von den Betonnungsbehörden festgelegt. Rund um Großbritannien verläuft sie im Allgemeinen im Uhrzeigersinn um Great Britain: nordwärts die Westküste hinauf, ostwärts entlang der Nordküste Schottlands, südwärts die Ostküste hinunter und westwärts entlang des English Channel.
  • Auf einer Seekarte, wo es nicht offensichtlich ist, wird sie durch einen großen magentafarbenen Pfeil mit zwei Punkten angezeigt, einem roten und einem grünen.
Region A buoyage convention when entering from seaward

Wenn du einen Hafen verlässt, kehrt sich alles um: Rote Marken liegen dann an deiner Steuerbordseite und grüne an deiner Backbordseite.

Seitenmarken

Seitenmarken markieren die Ränder eines Fahrwassers. In Region A gilt, in Richtung der Betonnung gefahren:

Port-hand lateral mark, Region A
Starboard-hand lateral mark, Region A
Backbord-MarkeSteuerbord-Marke
FarbeRotGrün
FormZylinder (Can), Pfeiler oder SpiereKegel, Pfeiler oder Spiere
Topmarke (falls vorhanden)Einzelner roter ZylinderEinzelner grüner Kegel, Spitze nach oben
Feuer (falls vorhanden)Rot, beliebiger RhythmusGrün, beliebiger Rhythmus
HaltenAn deiner Backbord-Seite (links) bei der EinfahrtAn deiner Steuerbord-Seite (rechts) bei der Einfahrt

Zu beachten:

  • Viele Seitentonnen in Großbritannien sind Pfeiler- oder Spiertonnen. Bei diesen gibt die Topmarke die Form an, und die Farbe ist der wichtigste Hinweis.
  • Seitenmarken sind oft nummeriert: gerade Nummern an Backbord-Marken, ungerade an Steuerbord-Marken, von See aus aufsteigend gezählt. Namen auf den Tonnen (zum Beispiel "Bar" oder "No 4") erscheinen in der Seekarte.
  • Wo die Seekarte ein Feuer zeigt, gibt sie die Charakteristik an, zum Beispiel Fl(2)R.5s für eine rote Backbord-Marke, die alle 5 Sekunden zweimal blitzt. Benachbarte Marken haben unterschiedliche Rhythmen, damit du sie unterscheiden kannst.
  • Eine Seitenmarke markiert die Kante des ausgebaggerten oder tiefen Fahrwassers, nicht unbedingt die Kante aller Gefahren. Kleine Fahrzeuge können oft außen daran vorbeifahren, aber nur nach Prüfung der Seekarte. Große Schiffe müssen innerhalb bleiben, also halte dich von ihrem Weg fern (COLREGs Regel 9).

Vorzugsfahrwasser-Marken

Wo sich ein Fahrwasser teilt, zeigt eine abgewandelte Seitenmarke das bevorzugte (Haupt-)Fahrwasser an.

Preferred channel marks, Region A
MarkeFarbeForm und TopmarkeFeuerBedeutung
Bevorzugtes Fahrwasser an SteuerbordRot mit einem breiten grünen BandZylinderRot, Fl(2+1)Wie eine Backbord-Marke behandeln, um im Hauptfahrwasser zu bleiben. Das Hauptfahrwasser liegt an Steuerbord.
Bevorzugtes Fahrwasser an BackbordGrün mit einem breiten roten BandKegelGrün, Fl(2+1)Wie eine Steuerbord-Marke behandeln, um im Hauptfahrwasser zu bleiben. Das Hauptfahrwasser liegt an Backbord.

Faustregel: Lies die Hauptfarbe des Körpers, als wäre es eine gewöhnliche Seitenmarke. Das Band kennzeichnet das Nebenfahrwasser. Das Feuer Fl(2+1) (eine Gruppe aus zwei Blitzen, gefolgt von einem) ist die Nachtsignatur einer Gabelungsmarke.

Kardinalmarken

Eine Kardinalmarke wird in einem der vier Quadranten (Nord, Ost, Süd oder West) einer Gefahr platziert und zeigt dir an, dass sicheres Wasser auf der genannten Seite liegt. Eine Nord-Kardinalmarke hat sicheres Wasser nördlich von sich, also passierst du nördlich von ihr. Die Gefahr liegt auf der gegenüberliegenden Seite, im Süden.

Kardinalmarken dienen dazu, das tiefste Wasser anzuzeigen, die sichere Seite, auf der man eine Gefahr passieren sollte, eine Krümmung oder Gabelung eines Fahrwassers oder das Ende einer Untiefe. Sie sind immer schwarz und gelb, mit zwei schwarzen Kegeln als Topmarke. Feuer, wenn vorhanden, sind immer weiß, quick (Q) oder very quick (VQ).

North cardinal mark
East cardinal mark
South cardinal mark
West cardinal mark
MarkeTopmarkeFarbenFeuer
NordBeide Kegel zeigen nach obenSchwarz über GelbQ oder VQ, Dauerlicht
OstKegel Basis an Basis (Raute)Schwarz, gelbes Band, SchwarzQ(3) alle 10 s oder VQ(3) alle 5 s
SüdBeide Kegel zeigen nach untenGelb über SchwarzQ(6)+LFl alle 15 s oder VQ(6)+LFl alle 10 s
WestKegel Spitze an Spitze (Weinglas oder Sanduhr)Gelb, schwarzes Band, GelbQ(9) alle 15 s oder VQ(9) alle 10 s

Gedächtnisstützen

Cardinal marks clock mnemonic
  • Die Kegel zeigen dorthin, wo das Schwarz ist. Nord-Kegel zeigen nach oben, und das Schwarz liegt oben. Süd-Kegel zeigen nach unten, und das Schwarz liegt unten. Ost-Kegel zeigen nach außen, sodass das Schwarz oben und unten liegt. West-Kegel zeigen nach innen, sodass das Schwarz in der Mitte liegt.
  • Die Blitze folgen einem Ziffernblatt. Ost liegt auf 3 Uhr, also 3 Blitze. Süd liegt auf 6 Uhr, also 6 Blitze. West liegt auf 9 Uhr, also 9 Blitze. Nord liegt auf 12, was man sich als Dauerlicht vorstellen kann.
  • Das lange Blitzsignal nach den sechs Blitzen des Südens verhindert, dass ein Süden mit einem Osten oder Westen verwechselt wird, wenn du den Faden verlierst. Es macht ihn außerdem eindeutig.
  • Die Topmarke des Westens sieht aus wie eine Wespentaille. Die des Ostens sieht aus wie ein Ei.

Eine Kardinalmarke anwenden: Beispiel

Du fährst mit 090°rw entlang einer Küste. Voraus, leicht an Backbord, siehst du eine Tonne mit Q(6)+LFl alle 15 Sekunden. Das ist eine Süd-Kardinalmarke. Sicheres Wasser liegt südlich von ihr. Die Gefahr liegt nördlich. Du musst südlich an ihr vorbeifahren: Halte sie an deiner Backbord-Seite und lass ihr einen vernünftigen Abstand, nachdem du in der Seekarte die Ausdehnung der Gefahr geprüft hast.

Isolierte Gefahren, sicheres Wasser und Sondermarken

Marke für isolierte Gefahr

Isolated danger mark
  • Schwarz mit einem oder mehreren breiten roten Bändern, Topmarke zwei schwarze Kugeln, Feuer weiß Fl(2).
  • Platziert auf oder über einer kleinen Gefahr, etwa einem Felsen oder Wrack, mit befahrbarem Wasser rundherum.
  • Du darfst auf jeder Seite passieren, aber nicht nah. Die Gefahr liegt direkt unter der Marke, und ihre Ausdehnung ist unter Umständen nicht genau bekannt. Prüfe in der Seekarte die verzeichnete Tiefe und die Größe des Hindernisses.
  • Gedächtnisstütze: zwei Kugeln, zwei Blitze. Denk daran als eine Marke "Gefahr, Gefahr".

Marke für sicheres Wasser

Safe water mark
  • Rote und weiße senkrechte Streifen, kugel- oder pfeilerförmig, Topmarke eine rote Kugel, Feuer weiß Iso, Oc, LFl 10s oder Morse "A" (kurz-lang).
  • Markiert sicheres Wasser rundherum: ein Fahrwasser, einen Punkt in der Fahrwassermitte oder eine Ansteuerungstonne an der Anfahrt auf einen Hafen (oft die erste Marke, auf die du zuhältst).
  • Keine Gefahr wird angezeigt. Du darfst auf beiden Seiten passieren, aber in einem Fahrwasser ist es gute Praxis, sie an Backbord zu halten, da sie die Mitte des Fahrwassers markiert.
  • Es ist die einzige Marke mit senkrechten Streifen. Senkrechte Streifen bedeuten sicher. Waagerechte Bänder bedeuten Gefahr.

Sondermarke

Special mark
  • Gelb, beliebige Form, sofern sie nicht mit Navigationsmarken kollidiert, optionale Topmarke gelbes X, Feuer gelb, beliebiger Rhythmus, sofern nicht für weiße Feuer verwendet.
  • Markiert ein besonderes Gebiet oder Objekt: ODAS-Datenbojen, Auslässe, Kabel und Pipelines, Spülfelder, militärische Übungsgebiete, Wasserski- oder Badezonen, Regattamarken, Verkehrstrennungen, bei denen konventionelle Marken verwechselt werden könnten.
  • Die Bedeutung steht in der Seekarte, im Almanach oder in lokalen Bekanntmachungen. Prüfe sie. Ankern über einem Kabel oder Einfahren in ein Schießgebiet kann teuer oder gefährlich werden.
  • Wenn eine Sondermarke zylinder- oder kegelförmig ist, passierst du sie so, wie du eine Seitenmarke dieser Form passieren würdest.

Notfall-Wrackmarkierungstonne

Emergency wreck marking buoy
  • Blau und gelbe senkrechte Streifen (gleich viele von jeder Farbe, mindestens vier und höchstens acht), Topmarke ein aufrechtes gelbes Kreuz, Feuer abwechselnd blaue und gelbe Blitze: Al.Bu.Y, jeweils etwa 1 Sekunde an und eine halbe Sekunde dunkel, über eine Periode von 3 Sekunden.
  • Wird schnell über einem neuen Wrack ausgelegt, das noch nicht in der Seekarte verzeichnet ist, sodass es möglicherweise nicht in deiner Seekarte oder deinem Plotter erscheint. Ein Racon (Morse D) oder ein AIS-Signal kann ebenfalls vorhanden sein.
  • Behandle sie wie die Kardinal- oder Gefahrenmarke, die sie irgendwann ersetzen wird, und halte einen großen Abstand. Erwarte, dass sie durch Navigationswarnungen (Securité) über UKW unterstützt wird.

Feuercharakteristiken

Bei Nacht ist eine Tonne nur ein Lichtpunkt. Du erkennst sie an drei Dingen: Farbe, Rhythmus und Periode. Seekarte und Almanach schreiben diese in einer standardisierten Abkürzungsform.

Eine Feuerbeschreibung in der Seekarte lesen

Nehmen wir Fl(3)G.10s12m5M als Beispiel:

TeilBedeutung
Fl(3)Gruppenblitz: drei Blitze pro Gruppe
GGrün (kein Buchstabe bedeutet weiß. R ist rot, Y gelb, Bu blau)
10sDie Periode: der vollständige Zyklus wiederholt sich alle 10 Sekunden
12mHöhe des Feuers über MHWS (in der Seekarte angegeben für Leuchttürme und Baken)
5MNennreichweite in Seemeilen (Sichtweite bei klarem Wetter)

Arten des Rhythmus

Flashing light characteristic
Occulting light characteristic
Isophase light characteristic
Quick flashing light characteristic
AbkürzungBezeichnungBeschreibungTypische Verwendung
FFixed (Dauerlicht)Durchgehendes, gleichmäßiges LichtLeitfeuer, Hafenenden, manche Landfeuer
FlFlashing (Blitzfeuer)Licht kürzer als Dunkelheit, weniger als 50 Blitze pro MinuteSeitenmarken, Leuchttürme
Fl(2)Group flashing (Gruppenblitz)Gruppen von Blitzen, getrennt durch DunkelheitIsolierte Gefahr (weißes Fl(2)), Seitenmarken
Fl(2+1)Composite group flashing (zusammengesetzter Gruppenblitz)Eine Gruppe aus 2, dann eine Gruppe aus 1Vorzugsfahrwasser-Marken
LFlLong flash (Langblitz)Ein Blitz von mindestens 2 SekundenMittelfahrwasser (LFl.10s), das Ende der Süd-Kardinalmarke
OcOcculting (Verdunkelungsfeuer)Licht länger als Dunkelheit: Dauerlicht mit kurzen VerfinsterungenMittelfahrwasser, manche Seitenmarken, Leuchttürme
IsoIsophase (gleichtaktiges Feuer)Gleiche Zeitabschnitte von Licht und DunkelheitMittelfahrwasser, Sektorfeuer
QQuick (schnell blitzend)50 bis 79 Blitze pro Minute, meist 60Kardinalmarken
VQVery quick (sehr schnell blitzend)80 bis 159 Blitze pro Minute, meist 100 bis 120Kardinalmarken
Mo(A)MorseDas Feuer zeigt einen Morsebuchstaben (A ist kurz-lang)Marken für sicheres Wasser, manche Offshore-Strukturen
Al.WRAlternating (Wechselfeuer)Wechselt die Farbe, hier weiß, dann rotManche Leuchttürme, Notfall-Wrackmarken (Al.Bu.Y)

Zwei Dinge verwirren Anfänger häufig:

  • Verdunkelungsfeuer gegenüber Blitzfeuer. Frag dich: "Ist es überwiegend an oder überwiegend aus?" Ein Verdunkelungsfeuer ist ein Dauerlicht, das kurz erlischt. Ein Blitzfeuer ist eine Dunkelheit, die kurz aufleuchtet.
  • Q gegenüber VQ. Beide blitzen schnell. Q ist etwa ein Blitz pro Sekunde und VQ etwa zwei pro Sekunde. Bei einer Kardinalmarke kann beides vorkommen. Entscheidend ist, die Gruppe zu zählen und die Periode zu messen.

Ein Feuer Schritt für Schritt identifizieren

  1. Vorplanen. Notiere vor Einbruch der Dunkelheit in deinen Pilotage-Notizen, welche Feuer du auf jedem Abschnitt erwartest, mit ihren Charakteristiken und erwarteten Peilungen.
  2. Die Farbe beachten. Rot oder Grün deutet auf eine Seitenmarke, Weiß auf eine Kardinalmarke, eine Marke für isolierte Gefahr, für sicheres Wasser oder einen Leuchtturm, Gelb auf eine Sondermarke.
  3. Die Blitze jeder Gruppe zählen, mehrmals.
  4. Die Periode messen mit einer Stoppuhr (oder durch Zählen "eintausend, zweitausend ..."), vom Beginn einer Gruppe bis zum Beginn der nächsten.
  5. Mit der Seekarte vergleichen. Gibt es ein Feuer mit dieser Charakteristik ungefähr auf der erwarteten Peilung?
  6. Bestätigen mit einer Peilung und der Tiefe, bevor du dich darauf verlässt.

Tragweite der Feuer

Ein Feuer hat drei verschiedene Tragweiten, und der Lehrplan für Day Skipper erwartet, dass du den Unterschied kennst.

  • Nennreichweite ist die Lichtreichweite bei einer meteorologischen Sichtweite von 10 Seemeilen, wie in der Seekarte und im Almanach angegeben (zum Beispiel 5M). Sie hängt von der Stärke des Feuers ab.
  • Lichtreichweite ist die tatsächliche Reichweite des Feuers bei der Sicht in dieser Nacht. Bei schlechter Sicht fällt sie deutlich unter die Nennreichweite; bei sehr klarer Luft kann sie diese übersteigen. Tabellen im Almanach rechnen die Nennreichweite für eine bestimmte Sichtweite in die Lichtreichweite um.
  • Geografische Tragweite ist, wie weit das Feuer gesehen werden kann, bevor die Erdkrümmung es verdeckt. Sie hängt von der Höhe des Feuers und der Augenhöhe des Beobachters ab. Die sichtbare Reichweite ist der kleinere Wert von Lichtreichweite und geografischer Tragweite.

Geografische Tragweite

Die Formel, mit Höhen in Metern und dem Ergebnis in Seemeilen, lautet:

Geografische Tragweite = 2,03 x (Wurzel aus der Augenhöhe + Wurzel aus der Höhe des Feuers).

Rechenbeispiel: ein Leuchtturm mit einem Feuer 36 m über MHWS und ein Beobachter mit 4 m Augenhöhe. Die Wurzel aus 36 ist 6 und die aus 4 ist 2, also geografische Tragweite = 2,03 x (6 + 2) = 16,2 Seemeilen. Ist die verzeichnete Nennreichweite 18M, siehst du das Feuer bei klarem Wetter auf etwa 16M, da die Erdkrümmung und nicht die Helligkeit die Grenze setzt. Ist die Nennreichweite 10M, ist die Stärke des Feuers die Grenze, und Dunst mindert dies noch weiter.

Eintauchdistanz

Wenn ein Feuer erstmals über den Horizont steigt, befindest du dich in seiner Eintauchdistanz, und du kannst einen Positionskreis bestimmen: Die Entfernung zum Feuer ist die geografische Tragweite bei deiner Augenhöhe. Mit dem obigen Beispiel gilt: Wenn du das Feuer gerade auftauchen siehst, bist du 16,2 Meilen entfernt. Kombiniere dies mit einer Peilung, um die Position zu bestimmen. Die Höhen der Feuer in Seekarten sind über MHWS angegeben, also korrigiere für den Gezeitenstand, wenn du Genauigkeit brauchst: Bei Niedrigwasser bist du relativ zum Bezugsniveau höher über dem Wasser.

Die Feuerverzeichnisse und Tabellen des Almanachs

Jeder Almanach druckt ein alphabetisches Verzeichnis der Feuer für jeden Küstenabschnitt (das Training Almanac listet jene mit einer Reichweite von 5 Seemeilen oder mehr), mit dem Aufbau ("weißer Rundturm, schwarze Spitze"), der Charakteristik, der Höhe und der Reichweite, zum Beispiel Fl(2+1)30s87m22M. Nutze es, um ein unbekanntes Feuer anhand deiner Beobachtungen zu identifizieren: Filtere nach Farbe, dann nach der Anzahl der Blitze in der Gruppe, dann nach der Periode, und bestätige mit der Peilung. Die Referenzseiten tabellieren außerdem die Entfernung beim Auftauchen und Eintauchen für Kombinationen aus Höhe des Feuers und Augenhöhe, was für dich die unten stehende Formel für die geografische Tragweite bereits ausrechnet.

Praktische Anwendung

Wenn du eine Nachtpassage planst, prüfe die Nennreichweite jedes Feuers gegen die Sichtweitenvorhersage und berechne die geografische Tragweite bei deiner Augenhöhe. Ein niedriges Feuer (3 m) mit einer Nennreichweite von 5M wird bei perfekten Bedingungen nur auf etwa 2,03 x (2 + 1,7) = 7,5 Meilen gesehen, also gilt 5M als Arbeitswert. Ein hoch gelegener Leuchtturm auf einer Klippe kann 20M oder mehr zeigen. Wenn das erste Feuer, das du siehst, weiter entfernt ist als erwartet, prüfe, ob du es falsch identifiziert hast.

Sektorfeuer und Leitfeuer

Sektorfeuer

Ein Sektorfeuer zeigt über verschiedene Bögen des Horizonts unterschiedliche Farben (oder ein weißes und ein farbiges Licht). Sie werden verwendet, um ein Boot entlang eines sicheren Fahrwassers zu führen oder vor einer Gefahr zu warnen. In der Seekarte wird ein Sektorfeuer mit farbigen Bögen und aufgedruckten Peilungen gezeichnet, und die Peilungen werden immer von See aus angegeben, so wie du sie vom Boot aus sehen würdest, wenn du auf das Feuer blickst.

In britischen Gewässern gilt die übliche Konvention:

  • Weißer Sektor: das sichere Fahrwasser oder die Zufahrt.
  • Roter Sektor: Gefahr an Backbord, wenn du einläufst, oder eine Untiefenseite.
  • Grüner Sektor: Gefahr an Steuerbord, wenn du einläufst.

Wenn du im weißen Sektor steuerst, bleibst du im sicheren Wasser. Wechselt das Feuer auf Rot, bist du an der Backbordseite der Linie, weil der rote Sektor bei der Einfahrt an Backbord liegt, und du solltest in Richtung Weiß korrigieren. Kombiniere das Feuer mit einer Tiefenprüfung, denn die Ränder eines Sektors sind nicht exakt scharf: Es gibt einen Übergangssektor von einigen Bogenminuten, in dem die Farbe von Weiß zu Rot oder Grün verblasst.

Betrachte eine Hafeneinfahrt mit einem Sektorfeuer am Kopf einer Mole: Fl.WRG.4s 11m 10/8M. Das Feuer blitzt alle 4 Sekunden, zeigt je nach Peilung Weiß, Rot oder Grün, hat eine Höhe von 11 m, und seine weiße Reichweite beträgt 10M, seine rote und grüne 8M. Die Seekarte zeigt die Peilungen jedes Sektors, zum Beispiel 340 bis 350 Grad weiß, 350 bis 010 Grad rot und 330 bis 340 Grad grün. Wenn du so steuerst, dass das Feuer weiß bleibt (Peilung 340 bis 350 Grad), ergibt sich ein sicherer Kurs von etwa 345 Grad rechtweisend.

Leitfeuer und Transits

Ein Paar von Feuern, eines höher und weiter hinten, wird so auf eine Linie gesetzt, dass du dich auf der Leitlinie befindest, wenn eines direkt über dem anderen erscheint. Sie sind oft Dauerlicht oder gleichtaktig und manchmal rot oder grün. Du steuerst so, dass die Feuer in Linie bleiben. Erscheint das hintere Feuer rechts vom vorderen, liegst du rechts von der Linie, und du steuerst nach links, bis sie übereinanderstehen. Allgemein gilt: Das hintere Feuer erscheint auf derselben Seite, auf der du von der Linie abweichst, also steuere von dieser Seite weg. Leitfeuer werden für enge Fahrwasser und Hafeneinfahrten genutzt, und bei Tageslicht erfüllen Leitmarken (Baken, Türme oder aufgemalte Tafeln) dieselbe Aufgabe.

Prüfe die Leitlinie immer gegen die Kompasspeilung in deinen Notizen und gegen die Tiefe. Ist die Linie richtig, sollte die Leitpeilung mit der in der Seekarte eingetragenen übereinstimmen.

Nebelsignale, Racons und elektronische Marken

  • Nebelsignale: Manche Leuchttürme und große Tonnen sind mit einem Horn, einer Glocke, einem Gong oder einer Pfeife ausgestattet. Die Seekarte zeigt die Art und die Periode an (zum Beispiel Horn(2)30s). Nutze den Schall nur als Warnung, dass eine Marke in der Nähe ist, denn Nebel verzerrt die Richtung. Verlass dich nie allein auf das Hören, um eine Marke zu finden, und beachte, dass viele Nebelsignale nur auf Anforderung betrieben werden.
  • Racon: eine Radarbake, die einen Morsebuchstaben auf dem Radarschirm anzeigt, wenn sie vom Radar eines Schiffs ausgelöst wird. Sie macht eine Tonne oder einen Leuchtturm auf dem Radar leicht auffindbar. Die Seekarte zeigt Racon mit einem Buchstaben, etwa Racon (T).
  • AIS-Navigationshilfen (AtoN): Eine echte Marke kann ihre Position über AIS aussenden, und eine virtuelle Marke kann auf dem Plotter erscheinen, ohne dass eine physische Tonne existiert. Prüfe, ob der Chartplotter die Marke aktualisiert hat, und behalte selbst Ausguck.
  • Radarreflektoren: Ein guter Radarreflektor an deinem eigenen Boot ist wichtig. Viele Marken haben Radarreflektoren, aber bei rauer See kann das Echo einer kleinen Yacht im Seegangsrauschen untergehen.

Marken bei Tag: alles zusammen

Verwende diese Reihenfolge, wenn du bei Tag auf eine unbekannte Marke triffst: Farbe, Form, Topmarke, Nummer oder Name.

  1. Die Farbe verrät den Typ: Rot oder Grün ist eine Seitenmarke, Schwarz und Gelb eine Kardinalmarke, Rot und Weiß senkrechte Streifen sicheres Wasser, Schwarz und Rot Bänder für isolierte Gefahr, Gelb eine Sondermarke, Blau und Gelb ein Wrack.
  2. Die Form hilft dann weiter: Zylinder, Kegel, Pfeiler, Spiere oder Kugel.
  3. Die Topmarke bestätigt: Kegel oder Zylinder für eine Seitenmarke, zwei Kegel für eine Kardinalmarke, zwei Kugeln für eine isolierte Gefahr, eine Kugel für sicheres Wasser, ein X für eine Sondermarke, ein Kreuz für ein Wrack.
  4. Eine Nummer oder ein Name identifiziert die einzelne Marke in der Seekarte.

Der praktische Nutzen der Gezeiten an einer Tonne

Beobachte, wie das Wasser an einer Tonne vorbeiströmt. Eine stark geneigte Tonne mit einer Bugwelle zeigt eine starke Strömung an, und der Winkel zeigt ihre Richtung. Auf einem langen Schlag quer über ein Gezeitenästuar kannst du von Tonne zu Tonne Versetzung und Geschwindigkeit abschätzen.

Zweites Rechenbeispiel: Tagespilotage mit einer Kardinalmarke

Du fährst mit einer Yacht bei 5 Knoten auf 270 Grad (rw) entlang einer Küste, mit einer Gezeitenströmung, die mit 1,5 Knoten nach Süden setzt. Voraus erscheint eine Nord-Kardinalmarke. Die Seekarte zeigt eine Untiefe, The Ridge, die 0,6 Seemeilen südlich der Marke reicht, mit einer verzeichneten Tiefe von 1,2 m an ihrer flachsten Stelle und 4 m am Rand. Deine Yacht hat 1,7 m Tiefgang, und der Wasserstand beträgt 2,0 m.

  • Die Marke hat eine Nord-Kardinal-Topmarke, und sicheres Wasser liegt nördlich von ihr. Du solltest nördlich passieren.
  • Die Gezeit setzt dich nach Süden, zur Seite der Untiefe, mit 1,5 Knoten. Innerhalb von 10 Minuten wirst du etwa 0,25 Meilen südlich deines Kurses versetzt.
  • Die Untiefenkante: Bei einem Wasserstand von 2,0 m beträgt die Tiefe an der flachsten Stelle 1,2 + 2,0 = 3,2 m: immer noch 1,5 m unter dem Kiel, aber sie sinkt, während die Tide fällt. Plane, auf der Nordseite zu bleiben.
  • Du setzt einen Kurs, der die Gezeit berücksichtigt, sodass dein Track 2 Kabellängen nördlich der Marke vorbeiführt. In der Praxis zielst du auf eine Position stromaufwärts der Marke (zur Nordseite hin), damit dich die Strömung auf den beabsichtigten Track setzt. Kontrolliere das Echolot und rechne auf der sicheren Seite mit einer minimalen Tiefe von etwa 6 m.

Was würdest du bei Nacht sehen? Ein weißes Feuer, Q oder VQ als Dauerlicht. Wäre das Feuer Q(3) gewesen, hättest du eine Ost-Kardinalmarke, und du wärst östlich vorbeigefahren.

Tipps für Prüfung und Praxis

  • Du solltest jede Marke mit Farben und Topmarken aus dem Gedächtnis zeichnen können und das zugehörige Feuer nennen.
  • Nenne zuerst die Seite, auf der du passierst, dann die Farbe: "Südlich einer Süd-Kardinalmarke passieren, sicheres Wasser liegt im Süden."
  • Wenn du nach einem Feuer gefragt wirst, nenne Farbe, Rhythmus, Periode und was die Marke bedeutet. Bei Fl(3)G.10s sagst du: "drei grüne Blitze alle 10 Sekunden, eine Steuerbord-Seitenmarke in Region A."
  • Nutze das Feuerverzeichnis des Almanachs, um ein unbenanntes Feuer anhand beobachteter Charakteristiken zu identifizieren: Achte auf Farbe, Gruppe und Periode.
  • Nenne, was du prüfen wirst, bevor du dich auf eine Marke verlässt: die Seekarte, die Tiefe und eine zweite Standlinie.

Betonnung sicher nutzen

  • Tonnen verschieben sich. Sie können bei Stürmen driften, von Schiffen losgerissen werden oder neu positioniert werden, wenn sich Sandbänke verlagern. Feuer fallen aus. Prüfe die Notices to Mariners und lokale Informationen und bestätige deine Position auf anderem Weg.
  • Steuere nie direkt auf eine Tonne zu, besonders nicht in einer Gezeitenströmung. Du kannst auf sie versetzt werden. Halte Abstand und passiere in angemessenem Abstand auf der richtigen Seite.
  • Beobachte die Gezeit an der Tonne. Die Art, wie sie sich neigt, und das Wasser, das an ihr vorbeifließt, zeigen Stärke und Richtung der Strömung. Das ist sehr nützlich beim Überqueren eines Fahrwassers.
  • Schifffahrtsstraßen. Kleine Fahrzeuge können oft knapp außerhalb der Linie der Seitentonnen segeln, in flacherem Wasser, um großen Schiffen aus dem Weg zu gehen. Prüfe zuerst die Tiefe in der Seekarte.
  • Racons und AIS. Einige wichtige Marken haben ein Racon, das einen Morsebuchstaben auf dem Radar zeigt (zum Beispiel erscheint der Codebuchstabe als Strichreihe hinter der Marke). Manche senden eine AIS-Position aus, und manche sind nur "virtuelle" AIS-Marken ohne physische Tonne. Elektronik ist ein Hilfsmittel, kein Ersatz für Ausguck.
  • Unerwartete oder fehlende Feuer: Halte an und prüfe. Ein erwartetes Feuer, das nicht erscheint, kann bedeuten, dass du nicht dort bist, wo du glaubst.

Rechenbeispiel

Nächtliche Einfahrt in einen Hafen der Region A. Du näherst dich bei 2200 von Süden. Deine Pilotage-Notizen lauten:

  • Ansteuerungstonne: Marke für sicheres Wasser, LFl.10s
  • Außenfahrwasser: Fl.G.5s (Nr. 1, Steuerbord), Fl.R.5s (Nr. 2, Backbord)
  • Gabelung: Fl(2+1)R.10s (bevorzugtes Fahrwasser an Steuerbord)
  • Untiefe östlich des Fahrwassers, markiert durch eine West-Kardinalmarke, Q(9)15s

Was du siehst:

  1. Genau voraus ein weißes Licht: etwa 2 Sekunden an, dann etwa 8 Sekunden dunkel, sich wiederholend. Das ist LFl.10s, die Ansteuerungstonne. Du hältst auf sie zu und passierst sie nah, aber nicht direkt über ihr.
  2. Als Nächstes siehst du ein grünes Licht, das alle 5 Sekunden blitzt, fein an deinem Steuerbordbug, und ein rotes Licht, das alle 5 Sekunden blitzt, an Backbord. Das sind Nr. 1 und Nr. 2. Du steuerst so, dass du zwischen ihnen hindurchfährst, Grün an Steuerbord und Rot an Backbord, weil du in den Hafen einläufst.
  3. Ein rotes Licht zeigt zwei Blitze, eine Pause und einen Blitz, alle 10 Sekunden. Das ist die Gabelungsmarke, rot mit einem grünen Band. Behandle sie wie eine Backbord-Marke: Halte sie an deiner Backbordseite für das Hauptfahrwasser. Das Hauptfahrwasser liegt auf ihrer Steuerbordseite (deiner Steuerbordseite bei der Einfahrt).
  4. An Steuerbord siehst du ein weißes Licht mit einer Folge schneller Blitze. Du zählst neun, dann Dunkelheit, Gesamtperiode 15 Sekunden. Das ist die West-Kardinalmarke. Sicheres Wasser liegt westlich von ihr, also hältst du dich westlich von ihr. Da du nach Norden fährst, sollte sie an deiner Steuerbord-Seite bleiben.
  5. Bei jedem Schritt stimmt die Tiefe mit der Seekarte überein, und deine Peilungen bestätigen die Position.
Worked example: buoy identification quiz

Weitere Hinweise zu Lichtrhythmen

  • Ein Verdunkelungsfeuer bedeutet, dass das Licht länger an ist als aus. Ein Blitzfeuer bedeutet, dass das Licht länger aus ist als an. Gleichtaktig bedeutet gleiche Zeiten von Licht und Dunkelheit.
  • Schnell blitzende Feuer blitzen 50 bis 79 Mal pro Minute, sehr schnell 80 bis 159 Mal, und ultraschnell 160 oder mehr Mal. Je schneller der Rhythmus, desto dringender die Gefahr, die er markiert.
  • Ein Langblitz dauert 2 Sekunden oder länger.
  • Fl(2+1) ist für Vorzugsfahrwasser-Marken reserviert, deshalb verwenden gewöhnliche Seitenmarken es nie.
  • Mo(U) (Punkt Punkt Strich) auf Offshore-Anlagen bedeutet "du steuerst auf Gefahr zu". Mo(A) ist der übliche Rhythmus für sicheres Wasser.
  • Die meisten Feuer wiederholen sich alle 3 bis 10 Sekunden. Die Süd-Kardinalmarke Q(6)+LFl 15s gehört zu den längsten.
  • Wenn keine Farbe angegeben ist, ist das Feuer weiß. Ein gelbes Blitzsymbol in einer Farbkarte bedeutet ebenfalls weiß.

Lichtreichweite, Nennreichweite und sichtbare Reichweite

  • Die Nennreichweite ist die für ein Feuer verzeichnete Reichweite: wie weit es trägt, wenn die meteorologische Sichtweite 10 Meilen beträgt. Große Feuer tragen mehr als 10 Meilen, kleine weniger. Kleine Hafenfeuer tragen oft nur 1 bis 3 Meilen.
  • Die Lichtreichweite ist die tatsächliche Reichweite bei der Sichtweite heute Nacht. Lies sie aus dem Diagramm der Lichtreichweite im Almanach ab, mit der Nennreichweite und der vorhergesagten Sichtweite. Ein Feuer mit etwa 20 Meilen Nennreichweite kann bei sehr klarer Luft aus etwa 32 Meilen gesehen werden, aber nur aus etwa 6 Meilen bei 2 Meilen Sichtweite.
  • Hintergrundlicht aus einer Stadt kann dies stark mindern. Teile die Intensität des Feuers grob durch 10 für eine beleuchtete Küste und durch 100 für eine Stadt oder einen Hafen, bevor du in das Diagramm eintrittst.
  • Die geografische Tragweite hängt von der Höhe des Feuers und deiner Augenhöhe ab. Du siehst das Feuer bei dem kleineren der beiden Werte: der Lichtreichweite oder der geografischen Tragweite.
  • Eine schnelle Abschätzung der geografischen Tragweite in Meilen ist 2 x (Wurzel aus der Höhe in m + 2) für eine Augenhöhe von 4 m, oder 2 x (Wurzel aus der Höhe + 1,7) von einer kleinen Yacht aus. Ein Feuer mit einer Höhe von 25 m wird etwa aus 13 bis 14 Meilen gesehen.
  • Der Schein eines Feuers unterhalb des Horizonts zeigt sich oft auf der Unterseite von Wolken. Eine grobe Peilung darauf kann möglich sein.
  • Bei gleicher Leistung trägt Weiß am weitesten, dann Gelb, Grün und Rot. Auf extreme Entfernung kann Al WG wie einfaches weißes Blitzen aussehen.
  • Die Reichweiten von Tonnenfeuern sind nicht in der Seekarte verzeichnet. Rechne mit höchstens etwa 3 Meilen in einer klaren, dunklen Nacht, und oft unter 1 Meile. Das Licht scheint sich bei etwa einer halben Meile vom Horizont abzuheben, und sein Spiegelbild zeigt sich innerhalb von etwa 200 m auf dem Wasser.

Feuer in Linie lesen, Leitlinien und Richtungsfeuer

  • In der Seekarte ist eine durchgezogene Linie durch Leitfeuer oder Baken ein Track, dem man folgen soll. Eine gestrichelte Linie markiert eine Grenze oder Ausrichtung, die kein sicherer Track ist, oder die über Land verläuft.
  • Das hintere Leitfeuer ist immer höher und weiter entfernt. Driftet das hintere Feuer nach rechts vom vorderen, gehe nach rechts, um sie wieder in Linie zu bringen.
  • Ein Richtungsfeuer ist ein einzelnes Feuer mit einem sehr schmalen weißen Sektor, flankiert von Rot und Grün. Es wird dort verwendet, wo ein Paar Leitfeuer nicht eingerichtet werden kann.

Hintergrund: Warum es die Notfall-Wrackmarke gibt

Die blau-gelbe Notfall-Wrackmarkierungstonne wurde eingeführt, nachdem der Autotransporter Tricolor 2002 in der Straße von Dover sank. Trotz Wachschiffen und einer beleuchteten Tonne rammten andere Schiffe das Wrack. Die Tonne zeigt Al Bu Y, mit einer aufrechten gelben Kreuz-Topmarke, und kann ein Racon mit dem Code D sowie ein AIS-Signal tragen. Sie bleibt, bis das Wrack vermessen, veröffentlicht und dauerhaft markiert ist.

Virtuelle und AIS-Marken

Eine AIS-Navigationshilfe kann echt sein (an der Marke angebracht), synthetisch (von anderswo für eine physische Marke ausgesendet) oder virtuell (überhaupt keine physische Marke). Eine virtuelle Marke erscheint nur auf AIS- und Chartplotter-Bildschirmen. Sie wird oft verwendet, um eine neue Gefahr schnell zu markieren. Verlass dich nie allein darauf.

Häufige Fehler

Common buoyage mistakes
  • "Red right returning" in Region A verwenden. In britischen und europäischen Gewässern liegt Rot bei der Einfahrt an deiner Backbord-Seite.
  • Die Regel beim Auslaufen aus einem Hafen umzukehren vergessen. Beim Auslaufen liegt Rot an Steuerbord.
  • Ost- und West-Kardinalmarken nachts verwechseln. Drei und neun Blitze sind bei Seegang leicht falsch zu zählen. Zähle mehrere Zyklen und miss die Periode: 10 Sekunden für Q(3), 15 Sekunden für Q(9).
  • Eine Kardinalmarke auf der falschen Seite passieren. Der Name sagt dir, wo das sichere Wasser ist, nicht wo die Gefahr liegt.
  • Nah an einer Marke für isolierte Gefahr vorbeifahren, weil "du darfst auf jeder Seite passieren". Die Gefahr liegt direkt unter ihr.
  • Gelbe Sondermarken ignorieren. Sie können Kabel, Schießgebiete oder Ankerverbotszonen markieren.
  • In einer Gezeitenströmung direkt auf eine Tonne zusteuern und dabei auf sie versetzt werden.
  • Der Tonne mehr vertrauen als allem anderen. Marken können versetzt oder unbeleuchtet sein. Bestätige mit Tiefe, Peilungen und GPS.

Zusammenfassung

  • Die IALA kennt sechs Markentypen: Seiten-, Kardinal-, Gefahren- (isoliert), Mittelfahrwasser-, Sonder- und Notfall-Wrackmarken. Nur die Seitenmarken unterscheiden sich zwischen Region A und Region B.
  • In Region A, in Richtung der Betonnung (in den Hafen hinein oder im Uhrzeigersinn um Großbritannien): rote Zylinder an Backbord, grüne Kegel an Steuerbord. Die Feuer entsprechen der Farbe.
  • Vorzugsfahrwasser-Marken: Lies die Hauptfarbe wie eine normale Seitenmarke. Feuer Fl(2+1).
  • Kardinalmarken: schwarz und gelb, zwei schwarze Kegel, weiße Q/VQ-Feuer. Passiere auf der genannten Seite. Die Kegel zeigen auf das Schwarz. Die Blitze folgen dem Ziffernblatt: N Dauerlicht, E 3, S 6 plus lang, W 9.
  • Isolierte Gefahr: schwarz und rot, zwei schwarze Kugeln, weißes Fl(2). Auf jeder Seite passieren, aber nicht nah.
  • Sicheres Wasser: rote und weiße senkrechte Streifen, rote Kugel, weißes Iso, Oc, LFl.10s oder Mo(A).
  • Sonder: gelb, gelbes X, gelbes Feuer. Prüfe die Seekarte.
  • Notfall-Wrack: blau und gelbe senkrechte Streifen, gelbes Kreuz, abwechselnd blaues und gelbes Licht.
  • Identifiziere Feuer anhand von Farbe, Anzahl der Blitze und Periode. Bestätige mit Peilungen und Tiefe.

Kontrolliere dein Verständnis

  1. Du verlässt einen britischen Hafen. Auf welcher Seite solltest du eine rote Zylindertonne (Backbord-Marke) passieren?
Antwort: An deiner Steuerbordseite. Die Betonnungsrichtung verläuft in den Hafen hinein, also kehrt sich beim Auslaufen alles um. Rote Backbord-Marken passierst du an deiner Steuerbordseite.
  1. Eine Tonne ist gelb über schwarz mit beiden Kegeln nach unten. Was ist sie, auf welcher Seite passierst du sie, und welches Feuer zeigt sie?
Antwort: Eine Süd-Kardinalmarke. Sicheres Wasser liegt im Süden, also passierst du südlich von ihr. Ihr Feuer ist weiß Q(6)+LFl alle 15 Sekunden oder VQ(6)+LFl alle 10 Sekunden.
  1. Nachts siehst du ein weißes Licht, das alle 10 Sekunden drei schnelle Blitze gibt. Was ist es, und wo liegt das sichere Wasser?
Antwort: Eine Ost-Kardinalmarke, Q(3)10s. Sicheres Wasser liegt östlich der Marke.
  1. Was bedeutet Fl(2)R.6s, und welche Art von Marke könnte es tragen?
Antwort: Ein rotes Licht, das in Gruppen von zwei blitzt und sich alle 6 Sekunden wiederholt. Es wäre auf einer Backbord-Seitenmarke in Region A.
  1. Beschreibe eine Marke für isolierte Gefahr bei Tag und bei Nacht. Wie passierst du sie?
Antwort: Schwarz mit einem oder mehreren breiten roten waagerechten Bändern und einer Topmarke aus zwei schwarzen Kugeln. Bei Nacht zeigt sie ein weißes Fl(2). Sie sitzt auf einer kleinen Gefahr mit befahrbarem Wasser rundherum. Du darfst auf jeder Seite passieren, solltest aber einen großen Abstand halten.
  1. Du näherst dich einer Gabelung und siehst eine grüne Tonne mit einem breiten roten Band. Welche Seite ist das bevorzugte Fahrwasser?
Antwort: Backbord. Behandle die Tonne wie eine Steuerbord-Seitenmarke und halte sie an deiner Steuerbordseite, dann liegt das Hauptfahrwasser an deiner Backbordseite.
  1. Was ist der Unterschied zwischen einem Verdunkelungsfeuer und einem gleichtaktigen Feuer?
Antwort: Verdunkelungsfeuer: Das Licht ist länger an als aus (Dauerlicht mit kurzen Verfinsterungen). Gleichtaktig: gleiche Zeiten von Licht und Dunkelheit.
  1. Du siehst eine Tonne mit blau-gelben senkrechten Streifen und einer Topmarke aus einem gelben Kreuz. Sie ist nicht in deiner Seekarte. Was ist sie, und was solltest du tun?
Antwort: Eine Notfall-Wrackmarkierungstonne, die ein neues, nicht verzeichnetes Wrack markiert. Halte einen großen Abstand, behandle sie als Gefahr und höre auf Navigationswarnungen (Securité-Meldungen) für Details.
  1. Warum ist es unklug, in einer starken Gezeitenströmung direkt auf eine Tonne zuzusteuern?
Antwort: Die Strömung kann dich auf sie versetzen. Tonnen sind aus Stahl und schwer, und Kollisionen können ernsthafte Schäden verursachen. Halte mit Abstand stromaufwärts und passiere in sicherem Abstand auf der richtigen Seite, und nutze den Tonnenschwall, um die Versetzung abzuschätzen.
  1. Dein Pilotageplan erwartet ein weißes LFl.10s-Licht voraus, aber nach 10 Minuten hast du es nicht gesehen. Was tust du?
Antwort: Halte an oder verlangsame und prüfe deine Position auf anderem Weg (Tiefe im Vergleich zur Seekarte, Peilungen anderer Feuer, GPS). Prüfe die Notices to Mariners und lokale Warnungen auf einen Feuerausfall. Geh nicht davon aus, dass die Marke dort ist, und fahr einfach weiter. Du bist unter Umständen nicht dort, wo du glaubst.
  1. Das Feuer eines Leuchtturms liegt 25 m über dem Meeresspiegel, und deine Augenhöhe beträgt 4 m. Wie groß ist die geografische Tragweite?
Antwort: 2,03 x (Wurzel aus 4 + Wurzel aus 25) = 2,03 x (2 + 5) = 14,2 Seemeilen. Die sichtbare Reichweite ist der kleinere Wert aus diesem und der Lichtreichweite, die von der Stärke des Feuers und der Sichtweite abhängt.
  1. Du steuerst, um Leitfeuern zu folgen, und das hintere Feuer erscheint rechts vom vorderen. Was sagt dir das, und was solltest du tun?
Antwort: Du bist von der Leitlinie abgekommen, rechts von ihr. Ändere den Kurs nach Backbord, bis die beiden Feuer senkrecht in Linie stehen, und prüfe Kompasspeilung und Tiefe gegen die Seekarte.
  1. Ein Sektorfeuer zeigt Weiß über dem sicheren Fahrwasser, mit Rot an Backbord und Grün an Steuerbord bei der Einfahrt. Du siehst ein rotes Licht. Was bedeutet das?
Antwort: Du bist aus dem weißen Sektor in den roten Sektor gelangt, der die Gefahr an der Backbordseite der sicheren Linie markiert. Ändere den Kurs nach Steuerbord, bis das Feuer Weiß zeigt, und prüfe Tiefe und Position.
  1. Was ist der Unterschied zwischen Nennreichweite und geografischer Tragweite?
Antwort: Die Nennreichweite ist die Lichtreichweite bei 10 Meilen meteorologischer Sichtweite und hängt von der Helligkeit des Feuers ab. Die geografische Tragweite ist die Entfernung, bei der die Erdkrümmung das Licht verdeckt, und hängt von den Höhen des Feuers und der Augenhöhe des Beobachters ab.

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