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Kenntnisse der Küstengewässer

Notsignale und Sicherheitsausrüstung

40 Minuten Lesezeit

Voraussetzungen

  • Du hast die Lektion Die praktische ICC-Prüfung bestehen gelesen und weißt, dass Sicherheitseinweisung und Bootsvorbereitung auf dem Wasser geprüft werden.
  • Du weißt, was ein UKW-Funkgerät (VHF) ist. Um es legal zu benutzen, solltest du oder jemand an Bord ein Funkzeugnis haben, etwa das RYA Short Range Certificate (SRC), und viele Charterländer bestehen darauf. Im Notfall darf jeder das Funkgerät benutzen.
  • Du kennst den grundlegenden Aufbau der Kollisionsverhütungsregeln (siehe die Lektion Kollisionsverhütungsregeln für den ICC). Notsignale sind Regel 37 und Anlage IV.

Lernziele

Am Ende dieser Lektion kannst du:

  • Die optischen und akustischen Notsignale nach Anlage IV der COLREGs geben und erkennen, auch wie du ohne Funkgerät Seenot signalisierst (ICC-Vorgaben 8, Küstennavigation 6).
  • Einen DSC-Notalarm und einen MAYDAY-Sprechfunkruf absetzen und EPIRBs und PLBs erklären (Sicherheit 1: Notalarmierung).
  • Signalraketen und Fackeln (Pyrotechnik) richtig auswählen, sicher abfeuern und pflegen.
  • Rettungswesten anlegen, prüfen und der Crew erklären, einschließlich Schrittgurten (Sicherheit 1).
  • Den richtigen Feuerlöscher wählen und benutzen und einen Notstoppschalter (Kill Cord) verwenden (Sicherheit 1).
  • Eine vollständige Sicherheitseinweisung der Crew geben (Vorbereitung unter Segel und Motor 1).
  • Ein Boot vor dem Auslaufen vorbereiten: Motorkontrollen, Kraftstoff für die Reichweite, Wetterbericht und keine Überladung (Sicherheit 2).

Not, Dringlichkeit und Sicherheit

Verwende die richtige Stufe des Rufs:

StufeWannSprechfunk-Vorsatz
NotEin Fahrzeug oder eine Person ist in ernster und unmittelbarer Gefahr und braucht sofort Hilfe: Sinken, Feuer außer Kontrolle, nicht geborgener Mann über Bord, lebensbedrohliche VerletzungMAYDAY
DringlichkeitEine dringende Lage, aber keine unmittelbare Lebensgefahr: Motorausfall nahe einer Leeküste, ein Crewmitglied krank, aber stabilPAN PAN
SicherheitNavigations- oder WetterwarnungenSÉCURITÉ

Notsignale sind nur für ernste und unmittelbare Gefahr bestimmt. Missbrauch ist strafbar und zieht Rettungskräfte von echten Notfällen ab.

Anlage IV: die Notsignale

Regel 37 besagt, dass ein Fahrzeug in Not, das Hilfe benötigt, die Signale der Anlage IV gibt oder zeigt. Du solltest die gängigen geben und alle erkennen können.

SignalHinweise
Kanonenschüsse oder andere Knallsignale in Abständen von etwa einer MinuteAuf Yachten selten
Dauerton mit einem beliebigen NebelsignalgerätDein Horn, gedrückt gehalten oder ununterbrochen
Raketen oder Leuchtkugeln mit roten Sternen, einzeln in kurzen Abständen abgefeuert
SOS durch Telegrafiefunk oder ein anderes SignalverfahrenDrei kurz, drei lang, drei kurz, mit Taschenlampe oder Horn
MAYDAY im SprechfunkDer UKW-Sprechfunkruf
Das Signal NC des Internationalen SignalbuchsFlaggen N über C
Eine viereckige Flagge mit einem Ball oder etwas Ballähnlichem darüber oder darunterImprovisiert mit einem Fender und einem Segelsack
Flammen auf dem FahrzeugZum Beispiel ein brennender, öliger Lappen in einem Metalleimer
Ein Fallschirm-Leuchtsignal oder eine Handfackel mit rotem Licht
Ein Rauchsignal mit orangefarbenem RauchTagsüber
Langsames, wiederholtes Heben und Senken der seitlich ausgestreckten ArmeBraucht gar keine Ausrüstung
Ein DSC-Notalarm (Digital Selective Calling) auf UKW-Kanal 70 oder MF/HFDie rote Taste
Ein Schiff-Land-Alarm über Inmarsat oder einen anderen Satellitendienst
Signale einer Seenotfunkbake (EPIRB)
Zugelassene Signale von Funksystemen, einschließlich Radartranspondern für Rettungsmittel (SART)

Anlage IV nennt außerdem ein orangefarbenes Tuch mit einem schwarzen Quadrat und Kreis für Luftfahrzeuge sowie einen Farbmarker.

Wenn du kein Funkgerät hättest

Der Prüfer fragt: „Wenn du kein Funkgerät an Bord hättest, wie würdest du Seenot signalisieren?" Konzentriere dich auf die gängigen:

  1. Rote Pyrotechnik: eine Fallschirmrakete, um auf Entfernung Alarm zu geben, Handfackeln, um deinen Standort anzuzeigen, wenn Hilfe in der Nähe ist.
  2. Orangefarbener Rauch am Tag, besonders für ein Rettungsboot oder einen Hubschrauber auf der Suche nach dir.
  3. Armsignal: die ausgestreckten Arme langsam heben und senken.
  4. Dauerton mit deinem Horn.
  5. SOS mit Taschenlampe oder Horn.
  6. Ein Mobiltelefon: In Großbritannien 999 oder 112 wählen und nach der Coastguard fragen; 112 funktioniert in der ganzen EU. Der Empfang auf See ist lückenhaft, und ein Anruf alarmiert nur den Angerufenen, nicht die Fahrzeuge in der Nähe, es ist also eine Reserve, nicht dein Hauptmittel.

„Was bedeutet ein orangefarbenes Rauchsignal?" Ein Fahrzeug oder eine Person in Not, normalerweise am Tag.

Notsignale, die du ohne Funkgerät geben kannst

Hilfe über Funk rufen

DSC-Notalarm

Ein DSC-fähiges UKW-Funkgerät, das mit dem GPS verbunden und mit der MMSI (Maritime Mobile Service Identity) des Boots programmiert ist, kann per Tastendruck einen Notalarm senden. Der Alarm ist digital, geht auf Kanal 70 hinaus und enthält deine MMSI, Position und Uhrzeit. Jedes DSC-Gerät in Reichweite, an Land oder auf See, löst einen Alarm aus.

  1. Heb die Abdeckung über der roten DISTRESS-Taste an.
  2. Wenn du Zeit hast, drück kurz und wähle die Art des Notfalls (Feuer, Sinken, Mann über Bord usw.). Wenn nicht, lass diesen Schritt aus: Ein unbezeichneter Alarm ist in Ordnung.
  3. Drück die Taste und halte sie etwa 5 Sekunden, bis der Alarm gesendet ist.
  4. Das Funkgerät schaltet auf Kanal 16. Warte etwa 15 Sekunden auf eine Bestätigung der Coastguard.
  5. Sende den MAYDAY-Sprechfunkruf auf Kanal 16, ob bestätigt oder nicht.

Ohne Bestätigung wiederholt das Funkgerät den Alarm automatisch etwa alle vier Minuten. Prüfe auf einem Charterboot bei der Übergabe, dass das UKW-Gerät mit dem GPS verbunden ist (das Display zeigt eine Position) und eine MMSI hat; sonst geht der Alarm ohne Position hinaus.

DSC-Notalarm: drücken, gesendet, warten, MAYDAY

Der MAYDAY-Sprechfunkruf

Sprich langsam und deutlich auf Kanal 16, mit hoher Sendeleistung. Die Merkhilfe der RYA ist MIPDANIO: Mayday, Identify (Identität), Position, Distress (Art der Not), Assistance (benötigte Hilfe), Number (Personenzahl), Information (weitere Angaben), Over.

MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY. Hier ist die Yacht Blue Heron, Blue Heron, Blue Heron, Rufzeichen MABC7, MMSI 235 012 345. MAYDAY Blue Heron, Rufzeichen MABC7, MMSI 235 012 345. Meine Position ist 236 Grad rechtweisend von Anvil Point, 3 Meilen. Ich habe Feuer an Bord und benötige sofortige Hilfe. Vier Personen an Bord. Wir gehen in die Rettungsinsel. Over.

Lass dann die Sendetaste los und hör zu. Kommt keine Antwort, wiederhole. Schreib den Ruf auf eine Karte neben dem Funkgerät, damit jedes Crewmitglied ihn ablesen kann, mit eingetragenem Bootsnamen, Rufzeichen und MMSI. Gib die Position als Breite und Länge an oder als Peilung und Abstand von einer in der Karte verzeichneten Landmarke.

Einen Fehlalarm widerrufen. Wird die Taste versehentlich gedrückt, widerrufe den Alarm über das Menü des Funkgeräts, falls es eine Abbruchfunktion hat, und rufe dann auf Kanal 16: „All stations, all stations, all stations, hier ist (Name, Rufzeichen, MMSI). Ich widerrufe meinen Notalarm vom (Datum und Uhrzeit). Over." Für einen ehrlichen Fehler, der sofort widerrufen wird, gibt es normalerweise keine Strafe.

Die folgende Übersichtskarte zeigt die gängigen Notsignale und den MAYDAY-Ruf zusammen.

Notsignale und der MAYDAY-Ruf über UKW

EPIRB und PLB

Eine EPIRB (Emergency Position-Indicating Radio Beacon, Seenotfunkbake) sendet auf 406 MHz an das Satellitensystem Cospas-Sarsat, das Alarm und Position an eine Rettungsleitstelle weitergibt. Sie sendet außerdem ein schwächeres 121,5-MHz-Peilsignal, mit dem Rettungsboote und Hubschrauber dich finden. Die meisten haben heute GPS, sodass eine Position die Retter innerhalb von Minuten erreicht.

  • Eine EPIRB der Kategorie I sitzt in einer Halterung mit hydrostatischer Auslösung, schwimmt frei auf und schaltet sich automatisch ein, wenn das Boot sinkt. Kategorie II wird von Hand eingeschaltet.
  • Sie muss auf das Boot registriert sein (in Großbritannien kostenlos beim UK Beacon Registry), damit die Retter das Fahrzeug identifizieren und deine Notfallkontakte anrufen können. Auf einem Charterboot ist sie auf das Boot und seinen Flaggenstaat registriert; prüfe die Ablaufdaten von Batterie und hydrostatischer Auslösung.
  • Die Batterie hält mindestens 48 Stunden. Nutze die Testtaste wie vom Hersteller empfohlen; sie sendet keinen Alarm.

Eine PLB (Personal Locator Beacon, persönliche Notfunkbake) funktioniert genauso, ist aber auf eine Person registriert, wird an der Rettungsweste getragen, hat eine Batterielaufzeit von mindestens 24 Stunden und muss von Hand eingeschaltet und mit senkrechter Antenne über Wasser gehalten werden.

Eine AIS-MOB-Bake ist etwas anderes: Sie alarmiert AIS-Geräte und Plotter auf Fahrzeugen in der Nähe, auch deinem eigenen, erreicht die Coastguard aber nicht über Satellit.

Löse Baken nur bei ernster und unmittelbarer Gefahr aus. Hast du eine versehentlich ausgelöst, schalte sie aus und informiere sofort die Coastguard.

EPIRB und PLB im Vergleich

Pyrotechnik

Die drei Arten

SignalmittelEinsatzTypische Leistung
Rote FallschirmraketeAlarm geben, wenn vielleicht niemand in Sicht ist; Tag und NachtSteigt auf etwa 300 m und brennt etwa 40 Sekunden; nachts viele Meilen weit sichtbar
Rote HandfackelZeigt deinen Standort, wenn ein Retter in Sicht ist oder nahe der KüsteBrennt etwa eine Minute; einige Meilen weit sichtbar
Orangefarbener Rauch (Handrauch oder schwimmend)Zeigt deinen Standort am Tag, besonders für Luftfahrzeuge; zeigt einem Hubschrauber die WindrichtungHandrauch etwa eine Minute, schwimmende Dose etwa drei Minuten

Weiße Handfackeln sind keine Notsignale. Es sind Kollisionswarnfackeln, mit denen du einem Fahrzeug, das dich nicht gesehen hat, deinen Standort zeigst.

Pyrotechnik sicher abfeuern

  • Lies die Gebrauchsanweisung jetzt, nicht im Dunkeln. Jedes Fabrikat wird anders geöffnet und ausgelöst.
  • Handfackeln: mit ausgestrecktem Arm halten, in Lee und außenbords, vom Boot und vom Gesicht weg gerichtet. Heiße Schlacke tropft herab. Trag Handschuhe, wenn du welche hast. Schau nicht in die Flamme.
  • Fallschirmraketen: fest halten, nach oben gerichtet. Sie drehen in den Wind, also ziele bei starkem Wind etwas nach Lee. Bei tiefer Bewölkung schieß etwa 45° nach Lee, damit das Signal unterhalb der Wolkenuntergrenze brennt.
  • Feuere nie eine Rakete ab, wenn ein Hubschrauber in der Nähe ist. Nimm stattdessen eine Handfackel oder Rauch.
  • Feuere, wenn jemand es sehen kann. Eine Rakete über leerem Meer ist verschwendet. Schieß eine, warte ein oder zwei Minuten und schieß eine zweite, damit jeder, der die erste gesehen hat, die Peilung bestätigen kann.

Lagerung, Ablaufdaten und Entsorgung

Bewahre die Pyrotechnik in einem wasserdichten Behälter auf, der vom Cockpit aus schnell erreichbar ist, und einige Signale in der Notfalltasche (Grab Bag). Sie laufen normalerweise drei Jahre nach Herstellung ab: Prüfe das Datum bei der Charterübergabe. Wirf alte Signale nie weg und brenn sie nicht zum Spaß ab; das ist verboten und löst eine Suche aus. Nutze in Großbritannien ein zugelassenes Entsorgungssystem; im Ausland gib sie der Charterfirma zurück. Elektronische LED-Notsignalleuchten sind eine nützliche Ergänzung, aber die meisten Charterländer verlangen weiterhin Pyrotechnik.

Rettungswesten

Die richtige wählen

TypAuftriebEinsatz
Schwimmhilfe50 NewtonJollen und Wassersport in der Nähe von Hilfe; dreht dich nicht in Rückenlage
Rettungsweste für Binnen-/Küstennähe100 NewtonGeschützte Gewässer
Offshore-Rettungsweste150 NewtonStandard für Yachten und Motorkreuzer an der Küste
Hochleistungs-Rettungsweste275 NewtonHochsee, schwere Kleidung oder Ausrüstung

Die meisten Yacht-Rettungswesten sind 150-N-Westen mit Gasaufblasung, entweder automatisch (eine Tablette löst die Gaspatrone aus, wenn sie nass wird) oder manuell (du ziehst am Auslösegriff). Kinder brauchen passende Westen mit Schrittgurten, ausgewählt nach dem Körpergewicht des Kindes.

Anlegen

  1. Zieh sie wie eine Weste an, mit geschlossener Hülle und dem Auslösegriff außen.
  2. Schließ den Bauchgurt und zieh ihn fest, bis du gerade noch eine flache Hand darunterschieben kannst. Eine lose Weste rutscht beim Aufblasen nach oben.
  3. Schließ die Schritt- oder Beingurte. Ohne sie kann eine aufgeblasene Weste über den Kopf rutschen und dein Gesicht im Wasser lassen.
  4. Hat sie einen Lifebelt, pick deine Sorgleine in den D-Ring ein, nicht in einen Gurt.
  5. Wisse, wo Auslösegriff, Mundaufblasschlauch, Licht, Pfeife und Spritzschutzhaube sind.

Prüfen

Prüfe jede Weste vor dem Gebrauch und mindestens einmal pro Saison gründlich. Prüfe auf einem Charterboot bei der Übergabe jede einzelne: Fehlende Schrittgurte und ausgelöste Patronen sind häufig.

  • Auslösekopf nicht abgelaufen, Anzeigen grün, nicht rot.
  • Gaspatrone handfest eingeschraubt, nicht angestochen und nicht korrodiert.
  • Schwimmkörper dicht: Blas ihn mit dem Mund über den Schlauch auf und lass ihn über Nacht liegen. Er sollte noch prall sein.
  • Gurtband, Schnallen und Nähte in Ordnung; Licht funktioniert; Pfeife, Spritzschutzhaube und Reflexstreifen vorhanden.
Eine aufblasbare Rettungsweste prüfen, bevor du ihr vertraust
Eine Rettungsweste anlegen: Bauchgurt straff und Schrittgurt geschlossen

Wann man sie trägt

Der Skipper entscheidet, und die Einweisung sollte es sagen. Die meisten Skipper verlangen Rettungswesten: nachts; bei Nebel oder schlechter Sicht; bei rauem Wetter oder wenn gerefft ist; wenn jemand allein an Deck ist; im Beiboot; für Nichtschwimmer und Kinder jederzeit an Deck; und immer, wenn der Skipper es sagt. Viele Skipper verlangen sie auf See einfach immer.

Feuer

Vorbeugung

Die meisten Brände auf Yachten beginnen im Motorraum, in der Pantry oder in der Elektrik. Flüssiggas (LPG, Flaschengas) ist schwerer als Luft und sammelt sich in der Bilge, wo ein Funke es entzünden kann. Dreh das Gas nach Gebrauch an der Flasche ab, halte den Ablauf des Gaskastens frei, und wenn du Gas riechst: keine Schalter, keine Flammen, Gas abdrehen, lüften und die Bilge mit der Handpumpe lenzen.

Feuerlöscherarten

ArtKennzeichnung (UK)Einsatz beiHinweise
PulverBlauFeststoffe, Flüssigkeiten, Gas, ElektrikAuf Booten am häufigsten; schmutzig und nimmt die Sicht
Kohlendioxid (CO2)SchwarzFlüssigkeiten und ElektrikHinterlässt keine Rückstände; kann in einer kleinen Kajüte Menschen ersticken; nützlich in einem geschlossenen Motorraum
SchaumCremeFeststoffe und Flüssigkeiten wie KraftstoffNicht bei Elektrik unter Spannung, außer wenn dafür zugelassen
WasserRotNur Feststoffe: Holz, Stoff, PolsterNie bei Kraftstoff, Speiseöl oder Elektrik
LöschdeckePfannenbrände und brennende Kleidung an einer PersonIn der Nähe der Pantry aufbewahren, nicht über dem Herd
Feuerlöscherarten und die Brandklassen, die sie bekämpfen

Einen Feuerlöscher benutzen

Merk dir PASS: Pull (Sicherungsstift ziehen), Aim (auf den Brandherd zielen), Squeeze (Griff drücken), Sweep (hin und her schwenken). Bleib tief, halte deinen Fluchtweg hinter dir und schick alle anderen mit Rettungswesten an Deck. Kleine Löscher reichen nur 10 bis 15 Sekunden, also verschwende nichts.

  • Pfannenbrand: Gas abdrehen, mit der Löschdecke ersticken und abgedeckt lassen, bis alles abgekühlt ist. Nie Wasser verwenden.
  • Motorbrand: Motor abstellen und Kraftstoff absperren. Öffne die Motorraumklappe nicht weit, das führt dem Feuer Luft zu. Entleere einen Löscher durch die Löschöffnung, falls vorhanden, oder durch einen möglichst kleinen Spalt.
  • Ist das Feuer nach ein oder zwei Minuten nicht aus, sende MAYDAY, bereite die Rettungsinsel vor und sei bereit, das Boot zu verlassen. Ein GFK-Boot kann innerhalb von Minuten vollständig in Flammen stehen.

Feuerlöscher sollten an jedem Ausgang angebracht sein, damit du nie am Feuer vorbei musst, um einen zu erreichen. Prüfe, dass die Manometer im grünen Bereich stehen und Stifte und Plomben intakt sind.

Der Notstoppschalter (Kill Cord)

Ein Kill Cord (Reißleine des Motor-Notstoppschalters) stoppt den Motor, wenn der Fahrer den Steuerstand verlässt. Die meisten RIBs, Sportboote und Beiboote mit Außenborder haben einen; der Außenborder des Beiboots einer Segelyacht meistens auch.

  • Befestige ihn um deinen Oberschenkel oder an einem dafür vorgesehenen festen Punkt deiner Rettungsweste, nie am Steuerrad oder an der Konsole.
  • Teste ihn zu Beginn jedes Tages: Motor starten, an der Leine ziehen, prüfen, dass der Motor stoppt.
  • Hab einen Ersatz dabei, damit jemand anderes den Motor neu starten und den Fahrer holen kann.
  • Wechsle den Fahrer richtig: anhalten, die Leine am neuen Fahrer befestigen, dann losfahren.
  • Starte oder fahre nie ohne ihn. Über Bord geschleuderte Fahrer sind schon von ihrem eigenen führerlosen Boot getötet worden, das im Kreis zu ihnen zurückkam.

Funk-Notstoppschalter, die als Anhänger getragen werden, erfüllen denselben Zweck.

Die Sicherheitseinweisung der Crew

Sie wird in jeder praktischen ICC-Prüfung bewertet, und der Prüfer sagt vielleicht einfach: „Weis mich ein." Gib sie vor dem Ablegen, in zwei Teilen.

Unter Deck

  • Rettungswesten: wo sie sind, wie man sie anlegt, Schrittgurte und wann sie getragen werden.
  • Feuerlöscher und Löschdecke: Standorte und Gebrauch. Gas: wie man es an der Flasche abdreht.
  • Pyrotechnik und Notfalltasche: wo sie sind und wie man die Signale abfeuert.
  • UKW: wie man einen DSC-Alarm und ein MAYDAY absetzt, mithilfe der Karte am Funkgerät. Betone, dass der Skipper der Verletzte sein könnte.
  • Erste-Hilfe-Kasten, Seeventile und Toilette, Bilgepumpe, auf See geschlossene Luken.
  • Seekrankheit: früh dem Skipper sagen, an Deck bleiben, eingepickt bleiben.

An Deck

  • Lifebelts, Strecktaue (Jackstays) und feste Punkte; eine Hand fürs Schiff, eine für dich.
  • Mann über Bord: rufen, zeigen und weiter zeigen, Rettungsring und Danboje werfen, MOB am Plotter drücken.
  • Rettungsinsel: wo sie ist, wie man sie zu Wasser lässt und dass sie das letzte Mittel ist.
  • Wie man den Motor startet und stoppt und den Kill Cord benutzt, falls vorhanden.
  • Winschen, Schoten, der Baum und die Gefahrenzone bei einer Halse; Festmacher und Finger frei halten.

Halte sie kurz und praktisch: Zeig die Ausrüstung, statt sie zu beschreiben.

Das Boot vorbereiten

Der ICC-Syllabus verlangt „vernünftige Vorsichtsmaßnahmen vor dem Auslaufen": Motorkontrollen, Kraftstoff für die Fahrt, einen Wetterbericht und keine Überladung.

Motorkontrollen

Vor dem Starten:

  • Kraftstoff: genug für die Fahrt (siehe unten), Kraftstoffhahn offen.
  • Öl: Motor- und Getriebeöl am Messstab.
  • Kühlung: Seeventil für das Kühlwasser offen, Seewasserfilter sauber; Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter.
  • Keilriemen: Antriebsriemen straff und nicht ausgefranst.
  • Bilge und Lecks: Bilge trocken, keine Öl-, Kraftstoff- oder Wasserlecks.
  • Elektrik: Batteriehauptschalter an, Ladezustand vernünftig.
  • Leinen und Propeller: Nichts hängt in der Nähe des Propellers ins Wasser.

Zum Starten: Ganghebel in Neutral, Kill Cord befestigt, falls vorhanden, starten und dann prüfen, dass Kühlwasser aus dem Auspuff kommt (oder aus dem Kontrollstrahl beim Außenborder), die Öldruck-Warnleuchte erlischt und die Batterie geladen wird. Der Prüfer erwartet, dass du das jedes Mal machst.

Kraftstoff für die Reichweite

Nutze die Drittelregel: ein Drittel des Kraftstoffs für die Hinfahrt, ein Drittel für die Rückfahrt und ein Drittel als Reserve für schlechtes Wetter, Gegenstrom und Umwege. Rechne in Litern und Stunden, nicht nach der Tankanzeige.

Die Drittelregel für Kraftstoff, mit zwei Rechenbeispielen

Rechenbeispiel. Ein 9-m-Gleitboot fasst 400 Liter und verbraucht bei 20 Knoten 60 Liter pro Stunde. Ein Drittel sind 133 Liter, also etwa 2,2 Stunden oder etwa 44 Meilen. Dein entferntester Punkt sollte höchstens 44 Meilen entfernt sein, gegen die See weniger. Fährt dasselbe Boot in Verdrängerfahrt mit 8 Knoten, sinkt der Verbrauch vielleicht auf 10 Liter pro Stunde und verändert die Reichweite völlig: Wer das weiß, kommt nach Hause, wenn der Wetterbericht falsch war.

Wetterbericht

Hol dir einen Wetterbericht für die gesamte Zeit, die du draußen bist, plus Reserve, aus einer zuverlässigen Quelle: in Großbritannien den Shipping Forecast und den Inshore Waters Forecast des Met Office, die UKW-Aussendungen der Coastguard und Navtex; im Ausland den nationalen Wetterdienst, UKW-Aussendungen von Küstenwache oder Hafenbehörde, Navtex und die morgendliche Einweisung der Charterbasis. Prüfe Windstärke und -richtung, deren Entwicklung, Seegang und Sicht, und entscheide, ob das zu Boot und Crew passt. Hab einen Plan B und einen Schutzhafen.

Keine Überladung

Jedes seit 1998 in Großbritannien oder der EU zum Verkauf gebaute Sportboot trägt ein Herstellerschild mit der Entwurfskategorie (A bis D), der höchstzulässigen Personenzahl und der höchstzulässigen Zuladung. Überschreite sie nicht. Ein überladenes Boot liegt tief, nimmt Wasser über und verliert Stabilität. Am häufigsten überladen ist das Beiboot: Sechs Personen und der Einkauf in einem Dingi für vier, nachts, ohne Rettungswesten, ist ein klassischer Weg zu ertrinken. Stau schwere Gegenstände tief und mittig und fahr zweimal.

Bevor du losfährst

Sag jemandem an Land deinen Plan und deine voraussichtliche Rückkehr, und in Großbritannien solltest du den Törn in der RYA-App SafeTrx anmelden. Prüfe die Sicherheitsausrüstung anhand des Charterinventars: Rettungswesten, Wartungsdatum der Rettungsinsel, Pyrotechnik, Feuerlöscher, EPIRB, Erste-Hilfe-Kasten, Rettungsring, Danboje, Bilgepumpen und UKW-Funkgerät.

Beispiel mit Lösungsweg: Feuer vor der Küste

Du bist Skipper eines 10-m-Motorkreuzers, 6 Meilen südlich der Küste, mit vier Personen an Bord. Aus der Motorraumklappe dringt Rauch, und der Motoralarm ertönt.

  1. Motor abstellen und Kraftstoff absperren. Du lässt alle Rettungswesten anlegen und auf das Achterdeck gehen.
  2. Bekämpfen, wenn es sicher ist. Du entleerst einen Pulverlöscher durch die Löschöffnung, ohne die Klappe zu öffnen. Es raucht weiter.
  3. Alarm geben. Du hebst die Abdeckung der DSC-Taste an, wählst „Feuer" und hältst die Taste 5 Sekunden. Nach 15 Sekunden bestätigt die Coastguard. Auf Kanal 16 sendest du MAYDAY: Name, Rufzeichen, MMSI, Position, „Feuer an Bord, benötige sofortige Hilfe", vier Personen, bereiten Verlassen des Boots vor.
  4. Den Alarm absichern. Du gibst einem Crewmitglied die Notfalltasche und machst die EPIRB scharf.
  5. Wenn nötig, das Boot verlassen. Das Feuer breitet sich aus. Du lässt die Rettungsinsel an der Luvseite zu Wasser, setzt die Crew mit der Notfalltasche hinein und bleibst festgemacht, bis ihr klar seid. Die EPIRB kommt mit.
  6. Hilfe kommt. Am Tag ist ein Rettungsboot in Sicht: Du zündest einen orangefarbenen Rauchtopf in Lee. Nachts würdest du eine rote Handfackel verwenden.

Häufige Fehler

  • Eine Rakete abfeuern, die niemand sehen kann. Warte, bis wahrscheinlich ein Fahrzeug, ein Luftfahrzeug oder jemand an Land hinschaut.
  • Eine Rakete in der Nähe eines Hubschraubers abfeuern. Nimm Rauch oder eine Handfackel.
  • Abgelaufene oder unbekannte Pyrotechnik. Prüfe die Daten bei der Übergabe.
  • Rettungswesten ohne Schrittgurte oder mit losem Bauchgurt. Sie rutschen über den Kopf.
  • Ein DSC-Funkgerät ohne GPS-Anschluss oder ohne MMSI. Der Alarm hat keine Position oder kann nicht gesendet werden.
  • Nur der Skipper kann ein MAYDAY absetzen. Weise die Crew ein und leg eine Karte neben das Funkgerät.
  • Wasser auf ein Kraftstoff-, Öl- oder Elektrikfeuer. Nimm Pulver, CO2 oder Schaum, bei einer Pfanne die Löschdecke.
  • Bei einem Brand die Motorraumklappe öffnen. Das führt dem Feuer Luft zu.

Zusammenfassung

  • MAYDAY bei ernster und unmittelbarer Gefahr; PAN PAN bei Dringlichkeit; SÉCURITÉ für Sicherheitsinformationen.
  • Zu den Signalen der Anlage IV gehören rote Raketen und Handfackeln, orangefarbener Rauch, das Armsignal, Dauerton mit dem Horn, SOS, die Flaggen NC, Flagge und Ball, Flammen, MAYDAY, DSC-Alarme und EPIRBs.
  • Ohne Funkgerät: Pyrotechnik, orangefarbener Rauch, Arme, Dauerton, SOS und ein Mobiltelefon (999 oder 112) als Reserve.
  • DSC: Abdeckung anheben, rote Taste 5 Sekunden halten, 15 Sekunden warten, dann MAYDAY auf Kanal 16 nach MIPDANIO senden.
  • EPIRB: Satellitenalarm auf 406 MHz mit GPS und Peilsignal auf 121,5 MHz; registrieren. PLB: persönlich, aufrecht über Wasser halten.
  • Raketen, um auf Entfernung Alarm zu geben, rote Handfackeln zum Anzeigen des Standorts, orangefarbener Rauch am Tag. In Lee abfeuern, Gebrauchsanweisung lesen, Daten prüfen.
  • Rettungswesten: 150 N für die Küste, Gurt straff, immer Schrittgurte; Auslösekopf, Patrone und Schwimmkörper prüfen.
  • Feuerlöscher: Pulver für die meisten Brände, CO2 für Elektrik, Löschdecke für Pfannen, nie Wasser auf Kraftstoff oder Elektrik; PASS.
  • Kill Cord am Oberschenkel des Fahrers und täglich getestet, mit Ersatz an Bord.
  • Crew einweisen, Motor prüfen, ein Drittel des Kraftstoffs als Reserve, Wetterbericht holen und nie das Herstellerschild überschreiten.

Kontrollfragen

  1. Wenn du kein Funkgerät an Bord hättest, wie würdest du Seenot signalisieren?
Antwort: Mit roten Fallschirmraketen und Handfackeln, orangefarbenem Rauch am Tag, langsamem Heben und Senken der ausgestreckten Arme, Dauerton mit dem Horn oder SOS mit Taschenlampe oder Horn. Ein Mobiltelefon (999 oder 112) ist eine nützliche Reserve.
  1. Was bedeutet ein orangefarbenes Rauchsignal?
Antwort: Ein Fahrzeug oder eine Person in Not, die Hilfe braucht; wird normalerweise am Tag verwendet, um den Standort anzuzeigen, besonders gegenüber Luftfahrzeugen.
  1. Beschreibe, wie man einen DSC-Notalarm sendet.
Antwort: Abdeckung anheben, optional die Art des Notfalls wählen, die rote DISTRESS-Taste drücken und etwa 5 Sekunden halten, etwa 15 Sekunden auf Kanal 16 auf eine Bestätigung warten und dann einen MAYDAY-Sprechfunkruf auf Kanal 16 senden.
  1. Wann würdest du eine rote Handfackel statt einer Fallschirmrakete verwenden?
Antwort: Wenn ein Retter schon in Sicht oder nahe ist, um deinen Standort anzuzeigen, und immer, wenn ein Hubschrauber in der Nähe ist. Raketen dienen dazu, auf Entfernung Alarm zu geben.
  1. Warum müssen die Schrittgurte der Rettungsweste getragen werden?
Antwort: Ohne sie kann eine aufgeblasene Rettungsweste über den Kopf des Trägers rutschen und sein Gesicht im Wasser lassen.
  1. Nenne drei Prüfungen, die du bei einer Charterübergabe an einer aufblasbaren Rettungsweste vornehmen würdest.
Antwort: Drei beliebige von: Auslösekopf nicht abgelaufen mit grünen Anzeigen, Gaspatrone fest eingeschraubt und weder angestochen noch korrodiert, Schrittgurte vorhanden, Schwimmkörper hält die Luft, Schnallen und Gurtband in Ordnung, Licht und Pfeife vorhanden.
  1. Was würdest du bei einem Fettbrand in der Pantry verwenden, und was nie?
Antwort: Gas abdrehen und die Löschdecke verwenden. Nie Wasser.
  1. Wo sollte ein Kill Cord befestigt werden, und warum hat man einen Ersatz dabei?
Antwort: Um den Oberschenkel des Fahrers oder an einem dafür vorgesehenen Punkt der Rettungsweste, nie am Steuerrad. Mit einem Ersatz kann jemand anderes den Motor neu starten und den Fahrer holen, wenn er über Bord geht.
  1. Ein Boot verbraucht bei 15 Knoten 30 Liter pro Stunde und hat 180 Liter Kraftstoff. Wie weit kann es nach der Drittelregel hinausfahren?
Antwort: Ein Drittel sind 60 Liter, das sind bei 30 Litern pro Stunde 2 Stunden, also bei 15 Knoten 30 Meilen hinaus.
  1. Was sagt dir das Herstellerschild, das dir hilft, eine Überladung zu vermeiden?
Antwort: Die Entwurfskategorie und die höchstzulässige Personenzahl und Zuladung, für die das Boot ausgelegt ist.

Übung · 11 Aufgaben

Notsignale und Sicherheitsausrüstung: Übung

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