Voraussetzungen
- Du hast die anderen ICC-Lektionen durchgearbeitet, besonders „Die praktische ICC-Prüfung bestehen“, „Mensch-über-Bord-Manöver“ und „Wetter und ein einfacher Törnplan“.
- Du kennst die KVR-Regeln 5 bis 19 sowie Lichter, Signalkörper und Schallsignale der üblichen Fahrzeugtypen, das IALA-Betonnungssystem und die Grundlagen von Kartenarbeit und Gezeiten auf dem Niveau des RYA Day Skipper (Theorie).
- Bring für die Küstenprüfung ein Kursdreieck (Portland-Plotter) oder ein Parallellineal, einen Stechzirkel, einen Bleistift und einen Radiergummi mit. Übungskarte, Gezeitentafel und Gezeitenstromdaten stellt der Prüfer.
Lernziele
Am Ende dieser Lektion kannst du:
- Jeden Fragetyp aus Anhang 1 der RYA-Richtlinien für ICC-Prüfungszentren (Beispielfragen) in eigenen Worten beantworten.
- Jeden Wissenspunkt des Syllabus ICC-4a Motor und ICC-4b Segel (Vorschriften 1 bis 8, Sicherheit 1 und 2) sowie des Küstensyllabus ICC-4c (Planung 1 und 2, KVR 1 bis 5, Navigation 1 bis 6) abdecken.
- Wissen, worauf der Prüfer bei jeder Antwort hört, damit auch eine kurze Antwort punktet.
- Dich mit einer Checkliste selbst einschätzen und Lücken vor dem Prüfungstag schließen.
So läuft die mündliche Prüfung ab
Die Theorie ist für die meisten Kandidaten keine formale schriftliche Prüfung. Der Prüfer stellt Fragen zwischen den Manövern, über einer Karte am Salontisch oder vor dem Ablegen auf dem Steg. Manche Zentren ergänzen einen kurzen schriftlichen Teil. Die RYA weist Prüfer an, Kandidaten die Nervosität zu nehmen, mit ihnen zu sprechen statt undurchschaubar zu bleiben, und erlaubt etwas Hilfestellung. Wenn du eine Frage nicht verstehst, bitte darum, sie anders zu formulieren. Übe, indem du jede Antwort abdeckst und deine eigene zuerst laut aussprichst.
Die Prüferrichtlinien halten die Fragen praxisnah. Fragen zu Lichtern beschränken sich auf dein eigenes Boot und einige häufige Fahrzeuge. Gezeitenfragen kommen ohne Interpolation aus. Bei der Kartenarbeit zählen die Prinzipien, nicht die Präzision. Kandidaten fallen nicht wegen eines vergessenen Details durch, sondern wegen eines gefährlichen Missverständnisses: zu glauben, eine Segelyacht habe immer Vorfahrt, oder eine stehende Peilung sei eine gute Nachricht.
Vorschriften (ICC-4a und 4b)
1. Ausguck
„Warum sollten in einem Wasserskiboot immer zwei Personen sein?“ oder „Ist es zulässig, dass niemand an Deck oder im Steuerhaus eines Kajütboots ist?“
Antwort: Nein. Regel 5 verlangt von jedem Fahrzeug jederzeit gehörigen Ausguck durch Sehen und Hören sowie durch alle verfügbaren Mittel wie Radar und AIS. Der Fahrer eines Wasserskiboots muss sehen, wohin das Boot fährt, also beobachtet eine zweite Person den Skiläufer. Auch mit Autopilot muss jemand Wache gehen.
Der Prüfer hört auf: „jederzeit“ und dass der Skipper dafür verantwortlich ist.
2. Sichere Geschwindigkeit
„Wie schnell solltest du in dichtem Nebel fahren?“ oder „Wie schnell würdest du mit einem Motorkreuzer durch eine Gruppe von Regattajollen fahren?“
Antwort: Mit sicherer Geschwindigkeit: langsam genug, um geeignete und wirksame Maßnahmen zur Vermeidung eines Zusammenstoßes zu treffen und innerhalb einer angemessenen Entfernung aufzustoppen (Regel 6). Im Nebel kann das sehr langsam bedeuten, mit eingeschalteten Positionslichtern und Nebelsignalen. Zwischen Jollen langsam genug, um volle Kontrolle zu behalten und keinen Schwell zu erzeugen, der sie kentern lassen könnte.
Der Prüfer hört auf: Geschwindigkeit in Verbindung mit Kontrolle und Aufstoppen sowie die Faktoren Sicht, Verkehr, Manövrierfähigkeit, Seegang und Wassertiefe.
3. Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes
„Wie würdest du feststellen, ob mit einem sich nähernden Fahrzeug die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?“
Antwort: Eine Reihe von Kompasspeilungen des anderen Fahrzeugs nehmen. Ändert sich die Peilung nicht merklich und verringert sich der Abstand, besteht die Gefahr eines Zusammenstoßes (Regel 7). Bei einem sehr großen Schiff oder einem Schleppverband kann die Gefahr auch bestehen, wenn sich die Peilung langsam ändert.
Der Prüfer hört auf: „stehende Peilung, abnehmender Abstand“. Das ist der Schlüsselsatz.
4 und 5. Ausweichpflichtig und kurshaltepflichtig
Der Prüfer zeigt Begegnungsskizzen wie die unten und fragt: „Welches Fahrzeug ist ausweichpflichtig, und was sollte jedes tun?“
Antwort: Bei entgegengesetzten Kursen ändern beide Maschinenfahrzeuge den Kurs nach Steuerbord und passieren einander Backbord an Backbord (Regel 14). Bei kreuzenden Kursen von Maschinenfahrzeugen weicht das Fahrzeug aus, das das andere an seiner Steuerbordseite hat, normalerweise durch Kursänderung nach Steuerbord, um hinter dem anderen durchzugehen (Regel 15). Segelfahrzeuge mit Wind von verschiedenen Seiten: Backbordbug weicht Steuerbordbug aus; mit Wind von derselben Seite weicht Luv Lee aus (Regel 12). Ein Überholer hält sich frei, ob Motor oder Segel (Regel 13). Maschinenfahrzeuge weichen Segelfahrzeugen aus, außer wenn das Segelfahrzeug überholt oder sich in einem engen Fahrwasser oder Verkehrstrennungsgebiet befindet, wo es ein darauf angewiesenes Fahrzeug nicht behindern darf (Regel 18). Der Ausweichpflichtige handelt frühzeitig und durchgreifend (Regel 16). Der Kurshalter behält Kurs und Geschwindigkeit bei, darf handeln, wenn der Ausweichpflichtige offensichtlich nicht ausweicht (nach fünf kurzen Tönen), und muss handeln, wenn der Zusammenstoß durch den Ausweichpflichtigen allein nicht mehr vermieden werden kann. Ein kurshaltepflichtiges Maschinenfahrzeug sollte dann eine Kursänderung nach Backbord gegenüber einem Fahrzeug an seiner eigenen Backbordseite vermeiden (Regel 17).
Der Prüfer hört auf: frühzeitiges und durchgreifendes Ausweichen und die drei Stufen der Kurshaltepflicht.
6. Enge Fahrwasser
„Du bist in einem engen Fahrwasser und ein großes Schiff kommt näher, was tust du?“ oder „Was solltest du tun, bevor du ein enges Fahrwasser querst?“
Antwort: So nah am Steuerbordrand des Fahrwassers halten, wie es sicher ist, oder außerhalb, wenn genug Wasser ist. Ein Fahrzeug unter 20 m oder ein Segelfahrzeug darf ein Fahrzeug nicht behindern, das nur innerhalb des Fahrwassers sicher fahren kann (Regel 9). Vor dem Queren in beide Richtungen schauen, sicherstellen, dass du kein Schiff behinderst, und zügig im rechten Winkel queren. In einem engen Fahrwasser nicht ankern.
Der Prüfer hört auf: „darf nicht behindern“ und dass kleine Boote großen Schiffen im Fahrwasser aus dem Weg gehen.
7. Manöversignale
„Was bedeuten die folgenden Signale: 1 kurzer Ton, 5 kurze Töne?“
Antwort: Ein kurzer Ton: Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord. Zwei kurze: Kursänderung nach Backbord. Drei kurze: Meine Maschine geht rückwärts. Fünf oder mehr kurze, rasch aufeinanderfolgende Töne: Ich verstehe deine Absichten nicht, oder ich zweifle, dass du ausreichend ausweichst (Regel 34). Sie werden von Fahrzeugen gegeben, die einander in Sicht haben.
Der Prüfer hört auf: alle vier, und dass fünf kurze Töne eine Warnung sind. Eine Skizze findest du in der Lektion „Die praktische ICC-Prüfung bestehen“.
8. Notsignale
„Wie würdest du ohne Funkgerät an Bord Seenot signalisieren?“ oder „Was bedeutet ein orangefarbenes Rauchsignal?“
Antwort: Orangefarbener Rauch bedeutet Seenot (bei Tag). Ohne Funk: rote Handfackeln oder eine rote Fallschirmrakete, orangefarbener Rauch, langsames, wiederholtes Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Arme, anhaltendes Ertönen des Nebelhorns, SOS per Licht oder Schall, Flammen auf dem Fahrzeug oder ein Handyanruf beim Notruf. Mit Funk: ein DSC-Notalarm und ein Mayday per Sprechfunk, oder eine EPIRB oder PLB.
Der Prüfer hört auf: die gängigen, besonders Fackeln, Rauch und das Armsignal.
9. Bücher für Binnengewässer
„Welche Bücher musst du auf niederländischen Binnengewässern an Bord haben?“
Antwort: Auf den meisten europäischen Binnenwasserstraßen schreiben die Vorschriften eine Ausgabe der nationalen Regeln an Bord vor. In den Niederlanden ist das das BPR (Binnenvaartpolitiereglement), meist als Teil des ANWB Wateralmanak mitgeführt; die Pflicht hängt von Größe und Geschwindigkeit des Bootes ab. Anderswo ist es die jeweilige nationale Fassung der CEVNI.
Der Prüfer hört auf: „eine Ausgabe der nationalen Vorschriften“. Den Rest behandeln die CEVNI-Lektionen dieses Kurses.
Sicherheit (ICC-4a und 4b)
1. Crew-Einweisung
„Gib mir deine Sicherheitseinweisung.“ Oft als Vorführung an Deck verlangt.
Antwort: Rettungswesten: wo sie sind, wie man sie mit Schrittgurten anlegt und wann wir sie tragen. Mensch über Bord: was man ruft, wer zeigt, Rettungsring, Danboje und MOB-Taste. Notalarmierung: wie man einen DSC-Alarm und ein Mayday absetzt, wo Signalmittel und EPIRB sind. Feuer: Feuerlöscher, Löschdecke, Absperrungen für Motor und Gas. Der Notstoppschalter (Quickstopp), falls vorhanden: bei laufendem Motor immer befestigt. Dann Rettungsinsel, Erste-Hilfe-Kasten, Bilgepumpen, Toilette, Seekrankheit und sicheres Bewegen an Bord.
Der Prüfer hört auf: Rettungswesten, Notalarmierung, Feuerlöscher und Notstoppschalter, die vier im Syllabus genannten Punkte, so erklärt, dass die Crew sie wirklich nutzen könnte.
2. Vor dem Auslaufen
„Was würdest du vor Antritt dieser Fahrt tun?“
Antwort: Einen Wetterbericht aus zwei Quellen einholen und entscheiden, ob er zu Boot und Crew passt. Motorchecks vor dem Start: Kraftstoff, Öl, Kühlmittel, Seewasserfilter, Keilriemen, Bilge und offensichtliche Lecks. Nach dem Start prüfen, ob Kühlwasser aus dem Auspuff kommt. Kraftstoff für die Strecke berechnen, mit mindestens einem Drittel Reserve. Prüfen, dass das Boot nicht über die Personenzahl oder das Gewicht auf dem Herstellerschild hinaus beladen ist. Crew einweisen, Törn planen und jemandem an Land sagen, wohin wir fahren und wann wir ankommen wollen.
Der Prüfer hört auf: Wetter, Motor und Kühlung, Reichweite, Überladung.
Eine mögliche Nachfrage: „Wie weit kommen wir mit dem Kraftstoff an Bord?“
Antwort: Nutzbaren Kraftstoff durch den Verbrauch teilen ergibt Stunden, mal Geschwindigkeit ergibt die Reichweite, und ein Drittel bleibt Reserve. Mit 150 Litern, 15 Litern pro Stunde bei 8 Knoten: 10 Stunden, 80 Meilen. Ein Drittel zurückhalten: mit etwa 53 Meilen planen.
Küstenvorschriften (ICC-4c, KVR)
1. Verkehrstrennungsgebiete
„Wenn du ein Verkehrstrennungsgebiet queren müsstest, wie würdest du es tun?“
Antwort: Queren möglichst vermeiden. Wenn es sein muss, mit einem Kurs möglichst im rechten Winkel zur allgemeinen Verkehrsrichtung und so zügig wie möglich queren (Regel 10). Es zählt der Steuerkurs, nicht der Kurs über Grund, also nicht gegen den Strom vorhalten. Von der Trennzone fernhalten, für Küstenfahrten die Küstenverkehrszone nutzen und nie ein Maschinenfahrzeug behindern, das einem Einbahnweg folgt. Einen Einbahnweg an seinen Enden oder in kleinem Winkel zur Verkehrsrichtung befahren oder verlassen.
Der Prüfer hört auf: „Steuerkurs im rechten Winkel“ und „darf nicht behindern“.
2. Deine eigenen Lichter
„Welche Lichter solltest du nachts auf deinem eigenen Boot führen?“ Der Prüfer beschränkt sich auf deinen Bootstyp.
Antwort: Segelyacht unter 20 m unter Segeln: Seitenlichter und Hecklicht, oder stattdessen eine Dreifarbenlaterne im Masttopp. Unter Motor: Topplicht (Dampferlicht), Seitenlichter und Hecklicht, keine Dreifarbenlaterne. Vor Anker: ein weißes Rundumlicht. Motorkreuzer unter 50 m: Topplicht, Seitenlichter und Hecklicht; unter 12 m ist ein weißes Rundumlicht plus Seitenlichter erlaubt. Bei Tag zeigt eine motorsegelnde Yacht einen Kegel mit der Spitze nach unten, jedes ankernde Boot einen schwarzen Ball.
Der Prüfer hört auf: die richtige Lichterführung für dein Boot, einschließlich des Wechsels von Segel auf Motor.
3. Lichter erkennen
„Welche Fahrzeugtypen zeigen die folgenden Lichter an? Welche Seite siehst du?“ Rechne mit mindestens vier Bildern.
Antwort: Topplicht über Rot und Grün: Maschinenfahrzeug unter 50 m, von vorn. Rot über Grün rundum im Masttopp mit rotem Seitenlicht: Segelfahrzeug, Backbordseite. Zwei weiße Topplichter senkrecht übereinander mit grünem Seitenlicht: Schleppfahrzeug mit Anhang unter 200 m, Steuerbordseite (drei weiße bei über 200 m, und ein gelbes Schlepplicht über dem Hecklicht). Ein einzelnes weißes Rundumlicht: Ankerlieger unter 50 m. Rot-Weiß-Rot senkrecht mit zwei roten auf der einen und zwei grünen auf der anderen Seite: Baggerschiff, auf der Seite der zwei grünen passieren. Zwei rote Rundumlichter: manövrierunfähig.
Der Prüfer hört auf: Fahrzeugtyp und Fahrtrichtung. Wer sagt „Ich sehe ihr rotes Licht, also kreuzt sie von rechts nach links“, zeigt, dass er die Ansicht versteht.
4. Schallsignale bei Nebel
„Welches Schallsignal würdest du bei Nebel auf deinem eigenen Fahrzeug geben?“ oder „Was bedeutet ein langer und zwei kurze Töne?“
Antwort: Maschinenfahrzeug in Fahrt durchs Wasser: ein langer Ton in Abständen von höchstens zwei Minuten. Gestoppt, aber in Fahrt: zwei lange. Segelfahrzeug: ein langer und zwei kurze, alle zwei Minuten. Ein langer und zwei kurze Töne kommen auch von manövrierunfähigen, manövrierbehinderten (etwa einem Baggerschiff), tiefgangbehinderten, fischenden oder schleppenden Fahrzeugen. Ein Ankerlieger läutet jede Minute etwa fünf Sekunden lang rasch die Glocke; ein bemanntes geschlepptes Fahrzeug gibt einen langen und drei kurze Töne.
Der Prüfer hört auf: dein eigenes Signal, und dass ein langer, zwei kurze „ein Fahrzeug, das nicht leicht ausweichen kann“ bedeutet.
5. Alle übrigen Regeln
„Du bist auf kreuzendem Kurs mit einem Schiff und es kommt näher. Du bist Kurshalter. Was tust du?“
Antwort: Kurs und Geschwindigkeit halten und die Peilung beobachten. Scheint das Schiff nicht zu handeln, mindestens fünf kurze Töne geben und mich bereitmachen. Kann der Zusammenstoß durch das Schiff allein nicht mehr vermieden werden, selbst handeln und dabei eine Kursänderung nach Backbord gegenüber einem Fahrzeug an meiner Backbordseite vermeiden. Eine kleine Yacht sollte ohnehin früh handeln: Ein großes Schiff sieht sie vielleicht nicht.
Der Prüfer hört auf: den Ablauf nach Regel 17 und gesunden Menschenverstand gegenüber großen Schiffen.
Revierfahrt (ICC-4c)
1. Tonnen
„Was ist das für eine Tonne und was bedeutet sie?“ Der Prüfer zeigt eine Tonne auf der Karte oder beschreibt sie: schwarz über gelb, zwei Kegel mit den Spitzen nach oben, weißes Licht Q oder VQ.
Antwort: Eine Nord-Kardinaltonne. Das sichere Wasser liegt nördlich davon, also passiere ich sie im Norden. Ihr Licht ist ein ununterbrochenes weißes Funkel- oder schnelles Funkelfeuer.
Der Prüfer hört auf: was du wegen der Tonne tust, nicht nur ihre Farbe. Kenne alle vier Kardinaltonnen (Licht: Nord ununterbrochen, Ost 3 Blitze, Süd 6 plus ein langer Blitz, West 9), Backbord- und Steuerbord-Lateraltonnen in IALA A und B, Einzelgefahrenzeichen (schwarz und rot, zwei schwarze Bälle, Fl(2)), Ansteuerungstonne (rot-weiß gestreift, ein roter Ball) und Sonderzeichen (gelb, gelbes X).
2. Örtliche Vorschriften
„Wo findest du die örtlichen Vorschriften für diesen Hafen?“
Antwort: Im nautischen Almanach und im Hafenhandbuch (Seehandbuch) für das Revier, auf der Website und in den Bekanntmachungen der Hafenbehörde sowie in den Admiralty Notices to Mariners (Nachrichten für Seefahrer). Sie regeln Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrwasser für Kleinfahrzeuge, VTS- und Hafenfunkkanäle, Signale für die Hafeneinfahrt und Ankerverbote.
Der Prüfer hört auf: dass es örtliche Regeln gibt und wo man sie findet. Das deckt auch ICC-4c Navigation 2 ab.
Nachfrage: „Was bedeuten drei rote Lichter senkrecht übereinander an einer Hafeneinfahrt?“
Antwort: Nach den Internationalen Hafensignalen bedeuten drei feste rote Lichter, dass Fahrzeuge nicht fahren dürfen. Drei rote Blinklichter bedeuten einen ernsten Notfall: stoppen oder wie angewiesen ausweichen. Drei grüne bedeuten, dass du fahren darfst, Einbahnverkehr. Viele Häfen haben eigene Varianten, die im Almanach stehen.
Nachfrage: „Was ist VTS und was tust du deswegen?“
Antwort: Vessel Traffic Services (Verkehrsdienste), betrieben von der Hafenbehörde, überwachen und beraten den Verkehr, meist auf einem veröffentlichten UKW-Kanal. Ich höre beim Ein- und Auslaufen auf diesem Kanal mit und melde mich, wenn der Almanach es für Kleinfahrzeuge vorschreibt.
3. Plan für Ein- und Auslaufen
„Erkläre mir deinen Plan für das Einlaufen in diesen Hafen.“ Der Prüfer nutzt eine Übungskarte.
Antwort: Die Tidenhöhe für eine Barre oder flache Stelle und den Strom in der Einfahrt prüfen. Von einem sicheren Wegpunkt vor der Küste ansteuern. Die Seezeichen der Reihe nach mit Peilungen und Distanzen dazwischen auflisten, die Leitlinie oder Deckpeilung, falls vorhanden, und Gefahrenpeilungen für Hindernisse. Wo die Tiefe es erlaubt, knapp außerhalb des Hauptfahrwassers im Bereich für Kleinfahrzeuge bleiben, Schiffen aus dem Weg gehen und auf dem Hafenkanal mithören. Die Einlaufsignale notieren, wo die Gastliegeplätze sind, und einen Abbruchplan: wohin ich gehe, wenn ich nicht hineinkomme.
Der Prüfer hört auf: einen für ein kleines Boot passenden Plan, der großen Fahrzeugen aus dem Weg geht.
Navigation (ICC-4c)
1. Karten, Tiefen und trockenfallende Höhen
„Was bedeutet dieses Symbol?“ und „Was ist der Unterschied zwischen einer Kartentiefe und einer trockenfallenden Höhe?“
Antwort: Eine Kartentiefe ist die Tiefe unter Kartennull, das in britischen und vielen europäischen Karten etwa dem niedrigstmöglichen Gezeitenwasserstand (LAT) entspricht, sodass fast immer mindestens so viel Wasser da ist. Eine trockenfallende Höhe ist die Höhe über Kartennull von Grund, der trockenfällt; auf Admiralty-Karten ist sie unterstrichen. Die tatsächliche Tiefe über einer trockenfallenden Stelle ist Höhe der Gezeit minus trockenfallende Höhe. Häufige Symbole sind ein zeitweise trockenfallender Felsen (Sternform mit seiner trockenfallenden Höhe), ein Felsen, der bei Kartennull überspült wird (Kreuz mit Punkten), ein gefährlicher Unterwasserfelsen (Kreuz, oft in einem gepunkteten Kreis) und ein gefährliches Wrack (Fischgrätform in einem gepunkteten Kreis).
Der Prüfer hört auf: Kartennull, die Unterstreichung und „Höhe der Gezeit minus trockenfallende Höhe“.
2. Kreuzpeilung mit drei Objekten
„Trage diese Dreifachpeilung ein und nenne mir Breite und Länge.“
Antwort: Drei weit auseinanderliegende Kartenobjekte wählen, idealerweise etwa 60 Grad voneinander. Die Peilungen zügig mit dem Handpeilkompass nehmen, querab liegende Objekte zuletzt, weil sie sich am schnellsten ändern. Missweisend in rechtweisend umrechnen, indem man die Missweisung anbringt (Ost addieren, West abziehen), jede Linie vom Objekt aus eintragen und den Standort mit Kreis und Uhrzeit markieren. Die Breite an der seitlichen Skala ablesen, die Länge an der oberen oder unteren Skala. Ein kleines Dreieck, das Fehlerdreieck, ist normal; nimm die Ecke an, die der Gefahr am nächsten liegt.
Der Prüfer hört auf: sinnvolle Objekte, richtige Missweisung und Breite und Länge richtig herum abgelesen.
3. Kurs zu steuern
„Du bist an dieser Tonne. Angenommen, der Gezeitenstrom setzt mit 1 Knoten nach 180 Grad rechtweisend: Welchen missweisenden Kurs steuerst du zu diesem Hafen bei 6 Knoten Fahrt und ohne Abdrift?“
Antwort: Siehe das Rechenbeispiel unten. Den Kurs über Grund zum Ziel zeichnen, eine Stunde Strom vom Startpunkt aus abtragen, dann vom Ende der Stromlinie einen Bogen mit einer Stunde Fahrt durchs Wasser schlagen, bis er die Kurslinie schneidet. Die Linie vom Ende der Stromlinie zu diesem Punkt ist der zu steuernde Kurs. In missweisend umrechnen.
Der Prüfer hört auf: zuerst den Strom abtragen, dann die Fahrt, und den Kurs an der richtigen Linie messen.
4. Gezeitentafeln
„Hier ist eine Gezeitentafel. Wann sind heute Hoch- und Niedrigwasser, und wie hoch?“
Antwort: Das heutige Datum suchen, Zeiten und Höhen von HW und NW ablesen und die auf der Seite angegebene Zeitzone prüfen. Britische Tafeln sind in UT (GMT), also im Sommer eine Stunde addieren. Die Höhen beziehen sich auf Kartennull.
Der Prüfer hört auf: die Zeitzonenkorrektur. Sie ist der häufigste Fehler.
5. Gezeitenströme
„Welche Richtung und Geschwindigkeit hat der Gezeitenstrom hier, zwei Stunden nach Springhochwasser am Bezugsort?“
Antwort: Aus der Tabelle der Gezeitenstromrauten auf der Karte die Zeile für HW plus 2 ablesen: die Richtung in Grad rechtweisend und die Geschwindigkeit bei Springzeit. Oder den Gezeitenstromatlas auf der Seite für HW plus 2 aufschlagen und den Pfeil ablesen; Zahlen wie 12,23 bedeuten 1,2 Knoten bei Nippzeit und 2,3 Knoten bei Springzeit.
Der Prüfer hört auf: die richtige Zeile oder Seite und die Springspalte. Keine Interpolation nötig.
6. Position bestimmen und überprüfen
„Dein GPS zeigt deine Position. Warum und wie würdest du sie überprüfen?“
Antwort: GPS kann ausfallen, gestört werden oder auf das falsche Kartendatum eingestellt sein, und Plotter können in Küstennähe Fehler haben. Die Position aus mindestens einer weiteren Quelle bestätigen: eine optische Peilung oder Deckpeilung, eine Lotung im Vergleich mit der Karte, ein Radarabstand oder einfach das Passieren einer bekannten Tonne.
Der Prüfer hört auf: mindestens zwei unabhängige Quellen, wie es der Syllabus verlangt.
7. Wetter und Seegang
„Woher hast du den heutigen Wetterbericht, was sagt er, und was bedeutet er für uns?“
Antwort: Quelle und Ausgabezeit nennen, Wind, Seegang und Sicht vorlesen, dann die Auswirkung: „Südwest 4 bis 5, leichte bis mäßige See, gute Sicht. Wir reffen vor dem Kap und passieren es bei Stauwasser, um Wind gegen Strom zu vermeiden.“ Siehe die Lektion „Wetter und ein einfacher Törnplan“.
8. Wege, Seenot zu melden
„Welche Möglichkeiten gibt es, außer UKW-Sprechfunk, Seenot zu signalisieren?“
Antwort: Aus Anlage IV der Kollisionsverhütungsregeln: DSC-Notalarm; EPIRB oder PLB; SART; rote Fallschirmraketen und Handfackeln; orangefarbener Rauch; langsames Heben und Senken der ausgestreckten Arme; anhaltendes Nebelsignal; SOS per Licht oder Schall; Flammen; ein Kanonenschuss in Abständen von etwa einer Minute; die Signalflaggen N über C; eine viereckige Flagge mit einem Ball darüber oder darunter; und ein Farbmarker im Wasser.
Der Prüfer hört auf: eine gute Bandbreite, mit den Mitteln, die du an Bord hast, zuerst.
Rechenbeispiel: Der zu steuernde Kurs
Der Prüfer gibt vor: Start an einer Tonne, Hafen genau östlich (Kurs über Grund 090 Grad rechtweisend, 6 Meilen), Gezeitenstrom nach 180 Grad rechtweisend mit 1 Knoten, Fahrt 6 Knoten, keine Abdrift, Missweisung 2 Grad West.
- Die Kurslinie von der Tonne zum Hafen zeichnen: 090 Grad rechtweisend.
- Von der Tonne eine Stunde Strom abtragen: 1 Meile Richtung 180 Grad, der Endpunkt liegt also 1 Meile südlich der Tonne.
- Den Stechzirkel auf 6 Meilen öffnen (eine Stunde Fahrt). Vom Ende der Stromlinie einen Bogen schlagen, der die Kurslinie schneidet.
- Das Ende der Stromlinie mit diesem Punkt verbinden. Die Richtung messen: etwa 080 Grad rechtweisend. Der Strom versetzt dich nach Süden, also steuerst du etwa 10 Grad nördlich der Kurslinie.
- In missweisend umrechnen: Westliche Missweisung wird von rechtweisend zu missweisend addiert. 080 plus 2 = 082 Grad missweisend.
- Die Fahrt über Grund liegt etwas unter 6 Knoten, die 6 Meilen dauern also etwas über eine Stunde.
Eine solide Antwort: „Etwa 082 Grad missweisend steuern. Der Strom versetzt mich nach Süden, also halte ich etwas stromauf vor.“ Mehr braucht der Prüfer nicht.
Fragen während der praktischen Prüfung
Diese kommen, während du das Boot führst, und prüfen den praktischen Teil des Syllabus ICC-4a und 4b:
- „Zeig mir, wie du prüfst, ob der Motor kühlt.“ Innerhalb von Sekunden nach dem Start auf Wasser aus dem Auspuff oder dem Kontrollstrahl des Außenborders achten.
- „Warum nutzt du eine Spring, um von diesem Steg abzulegen?“ Um Bug oder Heck gegen den Wind, der dich an den Steg drückt, herauszudrehen.
- „Wo setzt man das Großsegel am besten?“ Im Wind, in freiem Wasser, weg von Muringtonnen und Verkehr.
- „Warum fährst du die Muringtonne gegen den Strom an?“ Um kontrolliert gegen das Stärkere von Wind oder Strom aufzustoppen.
- „Wie viel Ankerkette steckst du?“ Etwa das Vierfache der größten Wassertiefe bei Kette, das Sechsfache bei Leine mit etwas Kettenvorlauf, mehr bei starkem Wind.
Häufige Fehler
- Zu sagen, eine Segelyacht habe immer Vorfahrt. Nicht in engen Fahrwassern, in Einbahnwegen eines Verkehrstrennungsgebiets, beim Überholen oder gegenüber manövrierbehinderten, tiefgangbehinderten oder fischenden Fahrzeugen.
- Die Pflichten des Kurshalters vergessen. „Ich fahre weiter“ ist nur der erste Teil von Regel 17.
- Ein Verkehrstrennungsgebiet nach dem Kurs über Grund statt nach dem Steuerkurs queren.
- Die Gezeitentafel ohne Sommerzeitkorrektur lesen.
- Trockenfallende Höhen und Tiefen verwechseln, oder die Unterstreichung vergessen.
- Die Farbe einer Tonne beschreiben, ohne zu sagen, auf welcher Seite man passiert.
- Lange, ausschweifende Antworten. Zuerst die Kernregel, dann auf Nachfrage die Details.
Zusammenfassung
- Die mündliche Prüfung folgt Anhang 1 der RYA-Richtlinien für Prüfungszentren: Vorschriften, Sicherheit, Küstenvorschriften, Revierfahrt, Navigation.
- Schlüsselsätze: „jederzeit gehöriger Ausguck“; „sichere Geschwindigkeit, um aufzustoppen und auszuweichen“; „stehende Peilung, abnehmender Abstand“; „kleine Boote dürfen große Schiffe in engen Fahrwassern nicht behindern“; „ein Verkehrstrennungsgebiet mit Steuerkurs im rechten Winkel queren“.
- Kenne die Lichter und das Nebelsignal deines eigenen Bootes und mindestens vier häufige Fahrzeuge bei Nacht.
- Sag bei der Revierfahrt, was du wegen eines Seezeichens tust; wisse, wo örtliche Regeln stehen.
- Zeig bei der Navigation die Prinzipien: Tiefen und trockenfallende Höhen, eine Dreifachpeilung, ein zu steuernder Kurs, HW und NW aus einer Tafel, Ströme aus einer Raute oder einem Atlas, die Position aus zwei Quellen überprüft.
Checkliste zur Selbstkontrolle
Hake jeden Punkt erst ab, wenn du ihn ohne Notizen laut erklären kannst:
- Ausguck, sichere Geschwindigkeit und Gefahr eines Zusammenstoßes (Regeln 5, 6, 7)
- Ausweichen und Kurshalten bei entgegengesetzten und kreuzenden Kursen, beim Überholen und bei Segelbegegnungen (Regeln 12 bis 18)
- Enge Fahrwasser und Verkehrstrennungsgebiete (Regeln 9 und 10)
- Manöversignale 1, 2, 3 und 5 kurze Töne
- Nebelsignale für dein eigenes Boot und die Bedeutung von einem langen, zwei kurzen Tönen
- Deine eigenen Lichter unter Segeln, unter Motor und vor Anker
- Lichter eines Maschinenfahrzeugs, Segelfahrzeugs, Ankerliegers, Schleppverbands, Baggerschiffs
- Mindestens sechs Notsignale, und wie man einen DSC-Alarm und ein Mayday absetzt
- Eine vollständige Sicherheitseinweisung der Crew, einschließlich Notstoppschalter
- Checks vor dem Auslaufen: Wetterbericht, Motor, Kühlung, Reichweite, Überladung
- Kardinal-, Lateral-, Einzelgefahren-, Ansteuerungs- und Sonderzeichen
- Wo man örtliche Vorschriften, Hafensignale und VTS-Kanäle findet
- Ein Einlaufplan für einen Hafen mit einem kleinen Boot
- Kartentiefe gegenüber trockenfallender Höhe und die häufigen Gefahrensymbole
- Eine Dreifachpeilung mit Breite und Länge
- Ein einfacher zu steuernder Kurs mit Stromberücksichtigung
- Zeiten und Höhen von HW und NW, korrigiert für Sommerzeit
- Richtung und Geschwindigkeit des Gezeitenstroms aus einer Raute oder einem Atlas
- Wetterquellen zu Hause und im Ausland und ihre Auswirkung auf einen Törn
Teste dein Wissen
- Was sagt dir eine stehende Kompasspeilung eines sich nähernden Fahrzeugs?
Antwort: Wenn der Abstand abnimmt, besteht die Gefahr eines Zusammenstoßes (Regel 7).
- Du musst ein Verkehrstrennungsgebiet bei starkem Querstrom queren. Steuerst du so, dass dein Kurs über Grund es im rechten Winkel kreuzt?
Antwort: Nein. Dein Steuerkurs muss möglichst im rechten Winkel zur Verkehrsrichtung liegen; lass dich vom Strom entlang des Einbahnwegs versetzen, während du zügig querst.
- Du siehst ein einzelnes weißes Licht, darunter und etwas seitlich ein rotes Licht, und kein grünes. Was ist das?
Antwort: Ein Maschinenfahrzeug, von seiner Backbordseite gesehen; liegt es voraus, kreuzt es von rechts nach links.
- Welches Nebelsignal gibt eine Segelyacht in Fahrt?
Antwort: Einen langen und zwei kurze Töne in Abständen von höchstens zwei Minuten.
- Eine Kartenzahl 2 ist auf einer Admiralty-Karte unterstrichen. Die Höhe der Gezeit beträgt 3,5 m. Wie tief ist das Wasser?
Antwort: 3,5 minus 2 = 1,5 m. Die Unterstreichung bedeutet eine trockenfallende Höhe von 2 m über Kartennull.
- Nenne drei Stellen, an denen du örtliche Vorschriften für einen Hafen findest.
Antwort: Drei beliebige von: nautischer Almanach, Hafenhandbuch oder Seehandbuch, Website oder Bekanntmachungen der Hafenbehörde und Nachrichten für Seefahrer.
- Warum sollte eine GPS-Position mit einer anderen Quelle überprüft werden?
Antwort: GPS kann ausfallen, gestört werden oder auf das falsche Kartendatum eingestellt sein. Der Syllabus verlangt, die Position aus mindestens zwei Quellen zu bestätigen, etwa einer Peilung, einer Lotung oder einer passierten Tonne.
- Was bedeutet ein orangefarbenes Rauchsignal?
Antwort: Ein Fahrzeug in Seenot, bei Tag.